zaehlpixel

Automobilclub ADAC: Über 1.900 Staus täglich 2016 war das Jahr der Staurekorde

München, 17. Januar 2017
Deutschlands Autofahrer leiden unter einem neuen traurigen Rekord: Im Jahr 2016 gab es auf Deutschlands Straßen so viel Staus wie nie: 694.000 Staus registrierte der Automobilclub ADAC, was gegenüber 2015 einen Anstieg um 20 Prozent bedeutet. Doch nicht nur die Anzahl der Staus ist dramatisch gestiegen, auch deren Länge: Insgesamt waren alle Staus 1.378.000 Kilometer lang, 2015 waren es dagegen 1.130.000 Kilometer. Und wie lange standen die Autofahrer nun in den Staus? Die registrierten Staustunden gibt der Club mit 419.000 nach 341.000 im Jahr zuvor an. Im Vergleich zu 2015 haben Anzahl, Länge und Dauer der Staus damit um rund 20 Prozent zugelegt.

Drei Bundesländer haben die meisten Staus
Rund die Hälfte der Staukilometer entfiel auf die drei Bundesländer Nordrhein-Westfalen (28 Prozent), Bayern (21 Prozent) und Baden-Württemberg (13 Prozent). Die fünf ostdeutschen Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen brachten es dagegen zusammen nur auf sieben Prozent der Gesamtstaulänge. Auch bei der Zahl der Staumeldungen bilden Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit einem Anteil von 60 Prozent die Top drei. Hierbei muss man allerdings berücksichtigen, dass in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg mit rund 40 Millionen Einwohnern fast dreimal so viele Menschen leben wie in den fünf genannten ostdeutschen Ländern – und noch mehr Menschen als dort leben, fahren dort.

A3: Am meisten belastet
Von den überregional bedeutsamen Autobahnen war die A 3 die am meisten belastete Fernstraße. Auf dieser Route wurden 206 Kilometer Stau je Autobahnkilometer registriert. Auf dem zweiten Platz rangiert die A 8 mit 180 Kilometer Stau, auf Platz drei die A 5 mit 156 Kilometer. Besonders stark betroffene Streckenabschnitte waren die A 3 Oberhausen – Köln, die A 3 Frankfurt – Würzburg sowie die A 8 Stuttgart – Karlsruhe.

Den längsten Stau gab es am 29. Juli
Der mit Abstand staureichste Tag des Jahres 2016 war der 30. September. Zum Start ins verlängerte Wochenende mit dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober staute sich der Verkehr auf 11.200 Kilometern. Auf den Plätzen zwei und drei liegen der 4. Oktober sowie der 13. Mai. Der mit 35 Kilometern längste Stau bildete sich am Freitag, 29. Juli auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg vor der Anschlussstelle Schwarmstedt.

Samstags am wenigsten Staus
Der staureichste Wochentag war der Freitag mit durchschnittlich gut 5.000 Kilometer Stau, die wenigsten Verkehrsstörungen gab es im Schnitt an den Samstagen mit 1.650 Kilometern. Die meisten Staus zählte der Automobilclub im September, gefolgt von Juli und August. In den Vorjahren war meist der Oktober der staureichste Monat. Die gestiegene Attraktivität Deutschlands als Urlaubsreiseland und der höhere Pkw-Anteil für Urlaubsfahrten dürften zu einer Verschiebung der Stauschwerpunkte in die Sommermonate geführt haben.

Bautätigkeiten nehmen zu
Ein Grund für den Anstieg liegt laut ADAC übrigens auch in der verbesserten und detaillierteren Erfassung des Verkehrsgeschehens. Auch die Zunahme der Bautätigkeiten um rund 15 Prozent sowie die weiter gestiegene Kfz-Fahrleistung – die Bundesanstalt für das Straßenwesen BASt nennt ein Plus von voraussichtlich 2,5 Prozent gegenüber 2015 – haben zu mehr Staus geführt.

Noch mehr Staus in der nahen Zukunft
Um Staus soweit wie möglich einzudämmen, empfiehlt es sich, bei Baustellen nach Möglichkeit die Zahl der Fahrstreifen aufrechtzuerhalten. Auch die Bauzeiten sollten verkürzt werden, etwa durch eine stärkere Ausweitung der Bautätigkeiten auf die Nachtstunden. Angesichts der zahlreichen Engpässe im Autobahnnetz und des großen Nachholbedarfs bei Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen sowie aufgrund des prognostizierten weiter wachsenden Verkehrsaufkommens rechnet der ADAC auch für 2017 mit einer Zunahme der Staus und Behinderungen im Fernstraßennetz.
(ph)

Zur Bildergalerie (4 Bilder)

Gut informiert mit AutoNEWS: Hier geht es mit einem Klick zum kostenlosen Newsletter

blog comments powered by Disqus