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Sportwagenmarke kehrt mit Biturbo-V8-Flitzer zurück ATS GT: Comeback einer Italo-Legende

Turin (Italien), 6. November 2017
Entlassungen sind eigentlich selten erfreulich. Doch es gibt Ausnahmen: Ende 1961 trennte sich Ferrari von acht leitenden Mitarbeitern, darunter die beiden technischen Direktoren Carlo Chiti und Giotto Bizzarini. Doch die Herren ließen die Finger nicht von der schnellen Materie und gründeten 1962 die Marke ATS (Automobili Turismo e Sport). Neben einem erfolglosen Formel-1-Abenteuer entstand einer der ersten Mittelmotor-Sportwagen: der ATS GT. Eckdaten des 2500 GTS: 260 PS, 750 Kilogramm schwer und 265 km/h schnell. Leider aber auch bis zu 5 Millionen Lire teuer, damals eine exorbitante Summe, für die man alternativ zehn Fiat 500 bekam. So kam schon 1964 nach zwölf Exemplaren das Ende. Bis jetzt: Zwei Enthusiasten namens Daniele Maritan und Emanuele Bomboi sorgen für das Comeback in Gestalt eines neuen ATS GT.

Fensterloser Flachmann
Bomboi, der als Designer bereits für Fiat, Bertone, Maggiora und Viotti gearbeitet hat, ist für die Optik des neuen ATS GT zuständig. Dem neutralen Beobachter fallen gewisse Parallelen zum Ford GT auf, etwa die Lichtringe am Heck, durch die heiße Luft nach draußen geführt wird. Ein Blick auf die Abmessungen: 4,70 Meter Länge, 1,96 Meter Breite und 1,21 Meter Höhe. Sichtbare Türgriffe hat der ATS GT nicht, geöffnet wird über berührungslose Sensoren. Der Frontspoiler zitiert den klassischen 2500 GTS, ebenso das blaue Drachenlogo auf der vorderen Haube. Am anderen Ende des Wagens gibt es kein Heckfenster.

Kraftpaket in Kohlefaser
In diesem Teil der weitestgehend aus Kohlefaser gefertigten Karosserie (Leergewicht: 1,3 Tonnen) verbirgt sich der Biturbo-V8 mit 3,8 Liter Hubraum. Er bietet je nach Kundenwunsch zwischen 659 und 710 PS respektive 678 bis 750 Newtonmeter Drehmoment. Die Schaltung übernimmt eine sequenzielle Siebengang-Automatik mit sichtbarer Technik, zur Verfügung stehen zudem drei Fahrmodi. "Viaggio" ist für den normalen Alltagsbetrieb gedacht, während sich "Sport" von selbst erklärt. Im Race-Modus wechseln die Instrumente auf dem TFT-Display in eine Formel-1-Ansicht.

Extreme Preisgestaltung
Gebremst wird mit Karbon-Keramik-Scheiben. Bemerkenswert sind die Reifengrößen: Vorne zivile 255/30 R20, hinten jedoch fette 355/25 R21. Von null auf 100 km/h soll der neue ATS GT in gut drei Sekunden spurten, die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Hersteller über 330 km/h. Wie vor über 50 Jahren soll bei zwölf Exemplaren Schluss sein, dieses Mal jedoch mit Absicht. Auch der sagenhafte Preis ist geblieben: 1.150.000 Euro müssen für einen ATS GT hingeblättert werden, dieses Mal sogar ausreichend für 100 Fiat 500.
(rh)

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