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Sehr schnell, sehr laut und ziemlich old school Supersportwagen Apollo Intensa Emozione

Denkendorf, 30. Oktober 2017
Wenn Sie Apollo hören, denken Sie an einen Augenoptiker oder an einen griechischen Gott? Dann lesen Sie dies hier wahrscheinlich gar nicht. Sportwagen-Fans denken jedenfalls an den gleichnamigen Supersportler von Gumpert, einer kleinen Sportwagenmanufaktur, die 2013 pleite ging. Die 2016 gegründete Nachfolgerfirma Apollo Automobil stellt nun einen völlig neuen Boliden vor, den Intensa Emozione oder kurz IE. Mit Italien hat das Auto allerdings wenig zu tun, denn Apollo sitzt im bayerischen Denkendorf.

Macht Technik alles kaputt?
Um die "intensiven Emotionen" zu erzeugen, die der Name verspricht, hat Apollo-Chef Norman Choi ein spezielles Rezept. Er glaubt, dass moderne Technik den Fahrspaß eher mindert als steigert: "Wir hatten das Gefühl, dass der technologische Fortschritt und die Automatisierung bei heutigen Supersportwagen die reine, rohe emotionale Beziehung zwischen Fahrer und Auto weggenommen hat", sagt er. Daher gibt es beim Apollo IE keinen Hybridantrieb wie etwa beim LaFerrari oder beim McLaren P1, ja noch nicht einmal eine Turboaufladung.

Hoch drehender V12-Sauger
Der IE wird von einem V12-Saugmotor mit 6,3 Liter Hubraum angetrieben. Der Adrenalinpegel des Fahrers dürfte spätestens beim Anlassen steigen, wenn der Sound des hoch drehenden Saugers zu hören ist. Als Getriebe wird eine sequenzielle Sechsgang-Box eingesetzt, die Paddles drehen sich mit dem Lenkrad, so dass man in der Kurve nicht umgreifen muss. Die Leistung von 780 PS kann natürlich mit dem 963 PS starken Hybridsystem eines LaFerrari nicht mithalten. Beim Sprint ist die Lage aber nicht so klar, denn Ferrari gibt nur "weniger als drei Sekunden" an, während Apollo 2,7 Sekunden ins Datenblatt schreibt. Aber um die üblichen Quartett-Zahlen geht es Choi ja gar nicht, sondern eben um "intensive Emotionen" oder gar um ein Auto mit "Seele".



Der Abtrieb ist größer als das Gewicht
Das expressive Design des IE hat sicher optische Vorteile, gleichzeitig muss es aber aerodynamische Anforderungen erfüllen. Denn wenn ein Auto mit "nur" 780 PS richtig schnell fahren soll, muss es leicht sein. Und damit das automobile Fliegengewicht auch bei über 300 km/h nicht abhebt, muss der Anpressdruck genügend hoch sein. Unter anderem durch ein Carbon-Monocoque wurde das Gewicht des IE auf 1.250 Kilo reduziert – damit ist das Auto leichter als ein Pagani Huayra. Der Anpressdruck bei 300 km/h wird mit über 1.350 Kilo angegeben. Theoretisch müsste das genügen, um mit dem Auto kopfüber an der Tunneldecke zu fahren – damit wurde schon beim Gumpert Apollo geworben.

Nur zehn Exemplare
Nur zehn Exemplare sollen vom Apollo IE gebaut werden. Der Wagen ist also nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr exklusiv. Und individuell, denn Apollo erfüllt auch sehr weitgehende Sonderwünsche. Wer bestellt, bekommt zudem eine Einladung zu Apollos "Time Attack"-Programm, eine Rennserie, die auf den wichtigsten europäischen Rennkursen stattfindet. Außerdem erhält man Vorrang bei der Bestellung des nächsten Autos von Apollo. Denn der 2019 erscheinende Arrow wird wohl ebenso exklusiv werden wie der IE. All das hat natürlich einen heftigen Preis. 2,3 Millionen Euro werden für den Apollo als Minimum angegeben.
(sl)

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