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Keyless-Systeme: Kein Sicherheitsfortschritt Über 100 Modelle können elektronisch geknackt werden

München, 20. März 2017
Autos werden immer mehr zu rollenden Computern, aber die Sicherheitsstandards hinken denen der IT-Branche hinterher. Das stellt der Automobilclub ADAC nun fest, nachdem er zahlreiche Autos mit Keyless-Systemen getestet hat.

Hersteller schließen Sicherheitslücke nicht
Die Diebstahlsgefahr durch schlüssellose Zugangs- und Startsysteme wurde bereits im Jahr 2016 publik. Seither haben die Autobauer bei der Sicherheit nicht nachgebessert, so der Automobilclub. Inzwischen wurden mehr als 100 Modelle auf diese Sicherheitslücke hin untersucht: Ausnahmslos alle ließen sich mit einfachen Mitteln sekundenschnell öffnen und wegfahren. Zur Erinnerung: Bei einem Fahrzeug mit Keyless-System bleibt der Schlüssel in der Tasche. Kommt er in die unmittelbare Nähe des Autos, öffnet die Zentralverriegelung automatisch den Wagen. Außerdem lässt sich der Motor starten, ohne den Schlüssel ins Zündschloss zu stecken.

Der Trick mit der Funkstreckenverlängerung
Der Trick der Diebe ist einfach: Die elektronischen "Schlüssel" senden ihre Signale auch aus, wenn sie sich zum Beispiel zu Hause auf der Kommode im Flur befinden und der Fahrzeugeigner schläft. Das Signal kann dann von den Dieben an der Haustür abgegriffen und per Funkstreckenverlängerung bis zum Auto weitergeleitet werden. Teuer sind die für die Funkverlängerung erforderlichen Geräte nicht, sie lassen sich laut ADAC-Experten für rund 100 Euro aus handelsüblichen Elektronikbauteilen selbst von Laien zusammenbasteln.



Zusatzkosten durch Versicherungs-Hochstufung
Der Diebstahl mit elektronischen Mitteln hinterlässt meist keine Spuren. Und selbst wenn das Auto nicht geklaut wird, verursacht der Sicherheitsmangel Kosten für den Autofahrer, da die Wagen durch vermehrte Diebstähle in der Typklasseneinteilung schlechter eingestuft werden, so der ADAC.
(sl)

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