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Mit mehr Traktion und mehr Leistung gegen RS 6 und E 63 Neuer BMW M5: Endlich Allrad

München, 17. Mai 2017
Es ist wie früher beim Autoquartett auf dem Schulhof: Wer bietet mehr? Momentan punktet Mercedes im Segment der extrastarken Business-Limousinen. Mit bis zu 612 PS protzt der AMG E 63. Kein Wunder also, dass BMW bereits eifrig seine Limousinen-Rakete scharfmacht. Noch 2017 kommt der nächste M5. Jetzt gibt es erste offizielle Informationen zum Antriebsstrang. Fest steht: Der neue M5 bekommt Allradantrieb.

Schneller dank 4x4
M5-Puristen mögen den Allradantrieb als Verrat an der Sache ansehen, doch diese Lösung ist fast unumgänglich. BMW verrät nämlich, dass der optimierte 4,4-Liter-Biturbo-V8 das Aggregat im Vorgänger-M5 in Sachen Leistung und Drehmoment übertrifft. Im Klartext: Die 600 PS des Sondermodells "30 Jahre M5" sind hinter sich zu lassen. Und ebenso dessen Sprintwert von 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Möglich machen es neue Turbolader, ein höherer Einspritzdruck und eine modifizierte, leichtere Abgasanlage. Zusätzlich wird der ganze Wagen auf Diät gesetzt. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Möchte man in unter 3,5 Sekunden auf Tempo 100 kommen, wie gemunkelt wird, geht es einfach nicht ohne den zusätzlichen Grip des Allradantriebs. Zudem wollen über 700 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße gebracht werden.

Eine Frage der Verteilung
Und so heißt das Zauberwort "M xDrive". Dahinter verbirgt sich eine Mischung aus dem xDrive-Allradantrieb und einem "aktiven M-Differenzial", so BMW. Per Verteilergetriebe wird ein Teil des Antriebsmoments bei Bedarf stufenlos und vollvariabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Möglich macht es eine elektromechanisch aktivierte Lamellenkupplung. Im M-Differenzial befinden sich neue Carbonlamellen und eine komplett neu entwickelte Ansteuerungslogik. Die Sperrwirkung kann je nach Situation zwischen null und 100 Prozent liegen. Als Resultat muss das ESP (bei BMW nennt man es DSC) seltener eingreifen, die Leistung wird nahezu verlustfrei in Traktion umgesetzt.



Drift mit doppeltem Boden
Im Normalzustand sind im neuen BMW M5 der Allradantrieb und das DSC aktiviert. Diese Basiskonfiguration lässt zuerst Schlupf an den Hinterrädern zu. Wer die Zügel etwas mehr lockern möchte, wählt den sogenannten "M Dynamic Mode" in der "4WD Sport"-Einstellung. Hier gibt es noch mehr Antriebsmoment auf die Hinterachse, es wird mehr Radschlupf zugelassen. Übersteuern soll sich rechtzeitig ankündigen, um einen kontrollierten Drift hinlegen zu können. Dieser Modus ist gewissermaßen der Sprung mit Fallschirm zum Herantasten an den Grenzbereich.

Hinterradantrieb ist möglich
Wer sich seines fahrerischen Könnens sehr sicher ist, kann das DSC deaktivieren. Hier gibt es dann drei Modi: 4WD, 4WD Sport und 2WD. Der 4WD-Sport-Modus ist für den Einsatz auf Rennstrecken bei trockenen Bedingungen optimiert, während 2WD einen reinen Hinterradantrieb für Puristen und Fans des bisherigen M5 ermöglicht. Was ist beim neuen M5 noch erwähnenswert? Das Achtgang-M-Steptronic-Getriebe (eine Art Sport-Automatik) soll extrem kurze Schaltzeiten draufhaben. Am Lenkrad gibt es wie gehabt Wippen, die auch Mehrfach-Rückschaltungen ermöglichen.

Wie es euch gefällt
Das Cockpit beherbergt neben zwei klassischen Rundinstrumenten in der linken Hälfte einen zusätzlichen Digitaltacho. Der rechts befindliche Drehzahlmesser verfügt über ein variables Vorwarnfeld. Hier wird bei kaltem Motor gewarnt, welche Drehzahlen nicht überschritten werden sollten. Bei ausgeschaltetem Head-up-Display informieren "Shift Lights" den Fahrer darüber, wann ein Gangwechsel ansteht. Zu guter Letzt gibt es im Sportlenkrad zwei frei konfigurierbare Tasten, um sein persönliches Setup zu speichern. Neben Schaltprogrammen und dem Allradantrieb können Motor, Dämpfer und Lenkung beeinflusst werden.
(rh)

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