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Serienversion des Strom-Citaro debütiert 2018 Mercedes erprobt elektrischen Stadtbus

Stuttgart, 15. November 2017
Radfahrer und Fußgänger würden es sicher begrüßen: keine stinkenden Diesel-Linienbusse mehr, die ihnen ihre Abgase entgegenblasen. Zwar gibt es zunehmend Versionen, die auch auf Erdgas setzen, doch der nächste zwangsläufige Schritt sind rein elektrische Stadtbusse. Anders formuliert: Straßenbahnen ohne Schienen. Für diese Fahrzeuge wurde erst kürzlich ein ermäßigter Stromsteuersatz verabschiedet, wie er schon länger für elektrische Schienenbahnen gilt. Ein weiterer Pluspunkt: Die Distanzen der einzelnen Buslinien stehen im Vorfeld fest, so bleibt die Reichweite planbar. Nun konkretisieren sich die Planungen der Hersteller und Kommunen.

Straßenbahn auf Reifen
Berlin und Hamburg wollen zum Beispiel gemeinsam E-Busse beschaffen: In der Hauptstadt gab es 2015 einen Feldversuch mit vier Fahrzeugen des polnischen Herstellers Solaris. Im Kreis Pinneberg und in Hamburg betreiben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) aktuell bereits vier Busse des Typs Exqui.City des niederländischen Herstellers Van Hool. Die 18,6 Meter langen Gelenkbusse haben Platz für 120 Fahrgäste und können etwa 120 Kilometer pro Ladung zurücklegen. Zwei Elektromotoren mit jeweils 160 Kilowatt Leistung treiben das an eine Straßenbahn auf Reifen erinnernde Fahrzeug voran, die Batterie hat eine Kapazität von 215 Kilowattstunden und ist auf dem Dach montiert. Bei der zehn Minuten dauernden Schnellladung wird das umgekehrte Straßenbahn-Prinzip angewandt: Ein externer Pantograf senkt sich auf das Dach herab. Auch per Rekuperation wird Energie gespeichert, schließlich bremsen Busse in der Stadt sehr häufig.

Mercedes Citaro: Elektrisch ab 2018
Sehr häufig trifft man bei Linienbussen den Citaro von Mercedes an. Eine Elektroversion dieser Baureihe wird bereits Kälte- und Hitzetests unterzogen. Ende 2018 soll die Serienfertigung starten. Allzu sehr in die Details geht Mercedes noch nicht: Man spricht von einem modularen Batteriepaket für unterschiedliche Ansprüche, auf Wunsch wird es unterschiedliche Systeme für Zwischenladungen geben. Angesichts des noch getarnten Dachs scheint eine Pantografen-Lösung denkbar. Der Antrieb erfolgt über eine Hinterachse mit radnabennahen Elektromotoren. Zudem soll es ein Thermomanagement für Antrieb und Klimatisierung geben. In den USA hat ein Tochterunternehmen von Daimler kürzlich einen rein elektrischen Schulbus mit einer Reichweite von gut 160 Kilometer präsentiert.

MAN startet Ende 2019
Konkurrent MAN hatte bereits 2016 auf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover einen Elektro-Prototypen seiner "Lion`s City"-Stadtbusreihe vorgestellt. Dieses Fahrzeug wurde per Pantograf geladen. Ab 2018 soll eine Vorserienversion in mehreren europäischen Städten unter Alltagsbedingungen getestet werden, für 2019 ist auch die MAN-Heimatstadt München im Gespräch. Ende 2019 startet dann die Serienproduktion. MAN schätzt, dass die Marke im Jahr 2030 rund 60 Prozent ihrer Stadtbusse als reine Elektroversionen verkaufen wird.

Wasserstoff-Bus bei Toyota
Toyota geht einen anderen Weg und zeigte auf der diesjährigen Tokyo Motor Show den neuen Brennstoffzellenbus Sora. Das Konzeptfahrzeug mit Wasserstoff-Antrieb kommt bereits 2018 auf den Markt. Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2020 in Tokio sollen dann schon über 100 Brennstoffzellenbusse Gäste befördern.
(rh)

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