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Koreas BMW-3er-Konkurrent setzt auf Sportlichkeit So kommt der Genesis G70

Namyang (Südkorea), 18. September 2017
"Ich prophezeie es Ihnen, die heckgetriebene Sportlimousine erlebt ein großes Revival. Denken Sie an meine Worte." Vor nicht allzu langer Zeit wäre man für diesen gewagten Ausspruch vermutlich für komplett verrückt erklärt worden. Tja, jetzt ist es doch so gekommen. Immer mehr Hersteller besinnen sich auf das für Enthusiasten einzig wahre Antriebskonzept. Neuestes Beispiel: Der Genesis G70. Gene... was? Ach stimmt, wir Europäer tappen hier ja noch völlig im Dunkeln, während die Amerikaner unter Ihnen wie selbstverständlich sagen werden: "Klar, der letzte Schrei von Hyundais Nobeltochter!"

Koreanischer 3er
Jawohl, auch Hyundai hat jetzt eine Luxusmarke, spielt damit ein ganz ähnliches Spiel wie Lexus oder Infiniti. Innerhalb des Genesis-Portfolios bildet der G70 den neuen Einstieg, sitzt unter den Limousinen G80 und G90, womit sich ein ganz ähnliches Bild ergibt wie bei BMW mit dem 3er, 5er und 7er. Optisch weiß der neue Genesis G70 durchaus zu gefallen. Mit einer Länge von 4,69 Meter ist er etwas größer als der aktuelle 3er oder die Alfa Giulia. Highlights sind der monströse Frontgrill (generell wirkt die Front recht gefällig), die kurzen Überhänge und die schicken Räder. Am Heck scheint die Hyundai- … äh … die Genesis-Designer der Ideenreichtum dann plötzlich verlassen zu haben. Schlecht ist trotzdem anders und das scheint glücklicherweise auch für alles zu gelten, was der neue G70 unter dem Blech mit sich rumträgt.

Drei Motoren, bis zu 370 PS
Die Plattform leiht sich der kleine Genesis vom Kia Stinger. Gleiches gilt für die Motoren. Es gibt einen 2,0-Liter-Turbo mit 252 PS und 460 Newtonmeter, einen 2,2-Liter-Turbodiesel mit 202 PS und 450 Newtonmeter sowie einen 3,3-Liter-Turbo-V6 mit 370 PS und 520 Newtonmeter. Letzterer richtet sich an alle, die mit Audi S4, Mercedes-AMG C 43 oder BMW M340i liebäugeln. Von 0-100 km/h geht es in 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h. Alle Motorvarianten sind sowohl mit Hinterradantrieb als auch mit einem heckbetonten Allradantrieb zu haben.

Performance und Luxus
Genesis nennt den neuen G70 eine "Performance-orientierte Limousine", spendiert ihm unter anderem eine Launch Control, Torque Vectoring, eine Brembo-Bremse, dicke ovale Endrohre und ein mechanisches Sperrdifferenzial. Dennoch soll er im Vergleich mit dem Kia Stinger wohl eher den luxuriösen Part einnehmen. Sich gegenseitig komplett zu kannibaliseren, kann schließlich auch nicht im Interesse des Konzerns sein. Deshalb kommt der G70 mit mehr Geräuschdämmung und Luxus-Optionen wie diamantgesteppten Ledersitzen. Das Interieur selbst wirkt sehr europäisch und sehr hochwertig. Mit freistehendem Acht-Zoll-Infotainmentscreen und fast schon Bentley-esk eingefassten Knöpfchen und Schalterchen.

Euro-Premiere wohl nicht vor Ende 2019
Einen Kombi oder ein Coupé soll es vom Genesis G70 übrigens nicht geben. Die dritte Limo ist für die Koreaner auch die letzte im Lineup. Die Konzentration gilt jetzt hauptsächlich neuen SUVs sowie der Einführung von rein elektrischen und Plug-in-Hybrid-Modellen, um den europäischen Premiummarken weltweit mehr Verkaufsanteile abzujagen. Das bringt uns zur Markteinführung des neuen Genesis G70. Los geht es vorerst (und in Kürze) in Korea, den USA und Russland. Europäische Autohäuser wird der G70, genau wie der Rest des Genesis-Modellprogramms, nicht vor Ende 2019 sehen.
(sw)

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