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Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2017: Tesla legt heftig zu, Erdgas bleibt eine Nische Diesel im Abwärtstrend

Flensburg, 4. Juli 2017
Immer weniger Diesel, dafür mehr Benziner und alternative Antriebe: Das ist einer der wichtigsten Trends, die sich im ersten Halbjahr 2017 bei der Neuzulassungsbilanz abzeichnet. Das hierfür zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat jetzt Zahlen veröffentlicht.

Benziner im Aufwind, Erdgas floppt
Demnach verringerten sich die Neuzulassungen von Diesel-Pkw im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,1 Prozent, während Benziner um 11,7 Prozent zulegen konnten. Ottomotoren erreichen einen Anteil von 55,8 Prozent bei den Neuzulassungen von Januar bis Juni 2017, Selbstzünder kommen auf nur noch 41,3 Prozent. Deutlich zulegen konnten alternative Antriebe, indes bleibt das Niveau überschaubar. 37.520 Hybrid-Pkw (plus 81,8 Prozent), darunter 12.264 Plug-in-Hybride (plus 100,3 Prozent) sowie 10.189 Elektrofahrzeuge (plus 133,9 Prozent) wurden neu zugelassen. Interessant auch: Fahrzeuge mit Flüssiggas konnten um 38 Prozent zulegen (2.154 Neuzulassungen), während Erdgas einen Rückgang von 41 Prozent auf nur 1.025 Fahrzeuge vermeldet. Erdgas bleibt also noch ein absolutes Nischenprodukt. Abzuwarten bleibt aber, ob die CNG-Offensive des VW-Konzerns Früchte tragen wird.

Nur ein Drittel kauft privat
Blicken wir auf die Gesamtzahlen: Im ersten Halbjahr 2017 wurden 1.787.026 Pkw neu zugelassen, ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gut ein Drittel, nämlich 34,6 Prozent, entfiel auf private Zulassungen, hier beträgt der Zuwachs 2,5 Prozent. Trotz eines Minus von 6,7 Prozent ist die Kompaktklasse (23,4 Prozent) erneut das zulassungsstärkste Segment. Der Höhenflug der SUVs ist ungebremst, dank einer Steigerung von 20,6 Prozent beträgt ihr Anteil inzwischen 14,3 Prozent. Allerdings schlägt das KBA manches SUV auch anderen Kategorien zu, weshalb der Anteil realistisch sogar noch höher sein dürfte.

Alfa legt zu, Jaguar punktet
Welche Marken sind Gewinner, welche Verlierer des ersten Halbjahrs 2017? Ganz weit oben rangiert Tesla mit einem Plus von 143,6 Prozent, allerdings sind 1.895 Neuzulassungen in sechs Monaten noch immer keine gigantische Zahl. Ähnlich sieht es bei Alfa Romeo (plus 65,9 Prozent auf 3.125 Fahrzeuge, hier wirken Stelvio und Giulia) und Lexus (plus 64,2 Prozent auf 1.627 Fahrzeuge) aus. Besonders bei Absatzzahlen im fünfstelligen Bereich sind Händlerzulassungen zum "Frisieren" der Bilanz nie auszuschließen, können aber in der Höhe variieren. Wie dem auch sei: Nach oben ging es für Toyota (plus 27,4 Prozent), Dacia (plus 27,1 Prozent), Fiat (plus 24,9 Prozent), Suzuki (plus 23,8 Prozent) und Jaguar (plus 23,6 Prozent). Bei der britischen Marke dürfte aber tatsächlich das neue SUV F-Pace die Verkäufe auf 5.458 Neuzulassungen getrieben haben.

DS schmiert ab, VW verliert leicht
Massiv verloren haben die Marken DS (minus 31,3 Prozent auf 1.716 Neuzulassungen) und Honda (minus 24,9 Prozent auf 11.132 Neuzulassungen). Um 7,6 Prozent rutscht Smart ab, 17.444 Fahrzeuge respektive ein Prozent Marktanteil dürften Diskussionen um die Zukunft der Marke wieder befeuern. Auch VW musste einen Rückgang von 3,8 Prozent verbuchen, bleibt aber mit einem Marktanteil von 18,6 Prozent (332.876 Fahrzeuge) die unangefochtene Nummer 1. Auf Platz zwei liegt übrigens Mercedes mit 9,4 Prozent. Beliebteste Importmarke ist Skoda mit 5,5 Prozent Marktanteil (98.837 Neuzulassungen). Zum Abschluss noch eine Zahl, die der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, kurz ZDK, liefert: Demnach fanden im ersten Halbjahr 2017 über 3,7 Millionen Gebrauchtwagen einen neuen Besitzer, ein leichtes Minus von 0,8 Prozent.
(rh)

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