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Kein gutes Ende für den italienischen Sportwagenbauer Update: De-Tomaso-Chef unter Hausarrest

Turin (Italien), 13. Juli 2012
Gerade hat der legendäre italienische Sportwagenbauer De Tomaso seinen Konkurs bekannt gegeben, schon steht der De-Tomaso-Chef Gian Mario Rossignolo unter Hausarrest. Nach Medienberichten wirft die italienische Polizei dem Manager vor, 7,5 Millionen Euro an für den Hersteller gedachten Subventionen zweckentfremdet zu haben. Zusammen mit dem ehemaligen Fiat-Vorstand Rossignolo sollen zwei weitere Verdächtige festgenommen worden sein. Durch die Pleite von De Tomaso verlieren 1.000 Mitarbeiter ihren Job.

Magere Zeiten
Die Zeiten für kleine europäische Autohersteller sind hart: Nachdem der westfälische Sportwagenbauer Artega Ende Juni 2012 Insolvenz beantragt hat und der russische Eigentümer des britischen Automobilherstellers TVR gerade einer Wiederaufnahme der Produktion eine Absage erteilte, ist nun auch die italienische Sportwagenschmiede De Tomaso pleite. Dies berichtet die Turiner Tageszeitung La Stampa, die übrigens zur Fiat-Gruppe gehört.

Keine Pflege
Der Argentinier Alejandro de Tomaso gründete 1959 "De Tomaso" als Tuningunternehmen im italienischen Modena. 1963 wurde mit dem Vallelunga das erste Straßenfahrzeug der Firma vorgestellt – insgesamt wurden nur 48 Exemplare dieses Modells gebaut. Der Mangusta von 1966 sorgte dann für Aufsehen, da er mit einer Karosserie von Giorgetto Giugiaro und einem 305-PS-Ford-V8 daherkam. Vom Mangusta wurden zirka 400 Exemplare gebaut. Das erfolgreichste Modell der Marke war aber der Pantera. Im Zeitraum von 1971 bis 1993 wurde der Sportwagen über 7.000 Mal hergestellt. Außerdem baute man das viersitzige Coupé Longchamp, von dem es auch eine Cabrio-Variante gab, und die luxuriöse Limousine Deauville. Eines der Probleme von De Tomaso war, dass man keine Modellpflege betrieb, sondern die Baureihen einfach veralten ließ.

Der erste Konkurs
De Tomaso stellte nicht nur selbst Fahrzeuge her, zum Unternehmen gehörten einst auch bekannte Marken wie Innocenti, Moto Guzzi und Maserati. Wegen finanzieller Probleme wurden sämtliche Beteiligungen wieder verkauft. Von 1993 an versuchte De Tomaso nochmal mit dem Guarà durchzustarten. Der Guarà wurde anfänglich mit BMW-Triebwerken, von 1998 an mit Ford-Motoren ausgestattet. Da die finanziellen Schwierigkeiten der Italiener immer stärker wurden, konnten nur 34 Guarà in unregelmäßigen Abständen gebaut werden. 2004, ein Jahr nach dem Tod Alejandro de Tomasos, endete die Produktion. 2006 folgte dann der erste Konkurs.

Die zweite Pleite
2009 kaufte das italienische Unternehmen IAI (Innovation in Auto Industry) De Tomaso. Zwei Jahre später zeigten die Sportwagenbauer auf dem Genfer Autosalon die Studie eines neuen Deauville. Das Modell war als allradgetriebenes Luxus-SUV ausgelegt. Geld für eine Serienproduktion scheint wiederum gefehlt zu haben. Jetzt hat De Tomaso am Firmensitz in Turin erneut Insolvenz anmelden müssen. Damit dürften sich auch die Träume von einer Neuauflage des legendären Pantera erledigt haben.
(gh)

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