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So sportlich ist der neue Kia Stinger Ja, das ist ein Performance-Kia

Detroit (USA), 9. Januar 2017
Etwas mehr als fünf Jahre hat man entwickelt, designt, getüftelt und abgestimmt, nun ist Kias erste Performance-Limousine endlich fertig. Sie lesen richtig: ein Sportwagen. Von Kia. Er steht auf der Detroit Auto Show (8. bis 22. Januar 2017), heißt Stinger, ist sowas wie die Serienversion der 2011er-IAA-Studie Kia GT und überrascht mit sportlichen Eckdaten, die man den Koreanern nicht wirklich zugetraut hätte.

Bis zu 365 PS
Der Kia Stinger wird wahlweise mit Heckantrieb oder einem hecklastigen Allradantrieb verfügbar sein. Für adäquaten Kurvenspaß erhalten die Allradler ein Torque-Vectoring-System, die Versionen mit Hinterradantrieb sind serienmäßig mit einem mechanischen Sperrdifferenzial ausgestattet. Den Antrieb übernimmt in der Basis ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo, dem Kia nach vorläufigen Messungen 255 PS und 353 Newtonmeter zutraut. Topmodell ist ein neuer 3,3-Liter-Biturbo-V6 mit voraussichtlich 365 PS und 510 Newtonmeter. Damit wird der Stinger laut Kia zum "leistungsstärksten Fahrzeug der Firmengeschichte". Als V6 – komplett mit Vier-Kolben-Brembo-Bremse und 720-Watt-Harman-Kardon-Hifi-Anlage – soll der Stinger in 5,1 Sekunden von 0-100 km/h spurten und eine Höchstgeschwindigkeit von 269 km/h erreichen. Unabhängig von Motoren und angetriebenen Achsen wird die Kraft von einer Achtgang-Automatik verteilt, die auch über Schaltpaddles am Lenrkad bedienbar ist. Wer sich eine sportliche Kia-Limo mit Handschalter gewünscht hat, schaut offenbar in die Röhre. Es dürfte für die meisten Menschen verschmerzbar sein.

Mega-Radstand, adaptive Dämpfer
Kia sieht den Stinger irgendwo im Spannungsfeld von Audi A5, BMW 4er Gran Coupé und Infiniti Q50, sattelt größenmäßig aber deutlich mehr auf, als die genannten Konkurrenten. Die Fließheck-Limousine ist 4,87 Meter lang und hat einen Mega-Radstand von 2,91 Meter. Letzterer übertrumpft sogar die Maße eines Mercedes CLS. Erwarten Sie also recht großzügige Platzverhältnisse und einen sehr passablen Kofferraum. Kia verspricht ein Chassis mit 55 Prozent ultrahochfesten Stählen für mehr Steifigkeit, weniger Gewicht und reduzierte Geräusche und Vibrationen. Man kennt das ja. Viel wichtiger für Kias ersten richtigen Sportler erscheint jedoch, dass Albert Biermann, der ehemalige Entwicklungschef der M GmbH, über die Fahrdynamik wacht. Der Stinger dürfte mit seinem elektronisch einstellbaren Fahrwerk also sehr annehmbar ums Eck gehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die elektronische Servolenkung nicht zu viel vom Gefühl klaut.

Eher ein GT
Eine reinrassige, eher kompromisslose Kurvenfräse, die sich einen BMW M3, Mercedes-AMG C 63 oder Audi RS vornimmt, sollten wir allerdings nicht erwarten. Gregory Guillaume, Designchef Kia Europa, betont nämlich: ""Im Stinger geht es nicht darum, als Erster am Ziel zu sein, sondern das Fahren zu genießen. Hier geht es um Leidenschaft." Und er ergänzt: "Bei einem echten Gran Turismo, einem Auto für temperamentvolles Fahren auf langen Strecken, dürfen Leistung, Dynamik und Styling nicht so kompromisslos realisiert werden, dass Luxus, Komfort und Grazie dabei zu kurz kommen."

Ab Ende 2017
Das ist durchaus auch beim Design zu erkennen. Der Kia Stinger verliert gegenüber der 2011er-GT-Studie doch einiges an Radikalität. Die riesigen Räder und die gegenläufig öffnenden Türen haben es erwartungsgemäß nicht in die Serie geschafft. Dennoch sieht Kias erste Sportlimousine unserer Meinung nach ziemlich großartig aus. Vor allem das coupéhafte Heck ist ein wahrer Augenschmaus. Innen geht es ebenfalls recht dynamisch zu. Mit haufenweise Nappaleder und einem reduzierten, edel geformten Armaturenbrett, das ein wenig an Mercedes erinnert. Das passt auch zu den Sitzen, die wie die höherklassigen Daimler-Erzeugnisse über aufblasbare Luftpolster verfügen. Ein Sieben-Zoll-Touchscreen, der auch G-Kräfte oder Rundenzeiten anzeigt, ist Serie. Dazu gibt es allerhand Assistenzsysteme und Goodies wie ein höhenverstellbares Head-up-Display. Der Marktstart des Kia Stinger erfolgt Ende 2017. Preise stehen noch nicht fest. Es wird spannend sein, zu beobachten, ob Kia sich in diesem prestigeträchtigen Segment behaupten kann. Der allererste Eindruck ist durchaus vielversprechend.
(sw)

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