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Mercedes G 350 d Professional und Dueler A/T 001 Zwei Offroader unter sich? Test!

Biberach, 4. Oktober 2017
Der Reifenhersteller Bridgestone hat einen neuen Pneu fürs Gelände im Programm … den Dueler A/T 001. Er soll "robust genug für jeden Stein und jede Hürde" sein. Wenn wir ein Auto mit diesem Prädikat versehen müssten, würden wir wohl entweder den Defender oder die G-Klasse wählen. Da der Land Rover jedoch nicht mehr produziert wird und Mercedes ein Offroad-Fahrtraining in der Nähe von Biberach anbietet, haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Man nehme eine Kiesgrube, den G 350 d Professional und den neuen Bridgestone-Pneu. Fertig ist das Testszenario ...

Die Parameter des Professional
Der Professional ist für alle, die mit dem G nicht nur die Promenaden dieser Welt rauf- und runterfahren. Er ist für den harten Geländeeinsatz konzipiert. Im Gegensatz zum Normalmodell fehlt dem Wagen jegliches Lametta: Statt Chrom gibt es viel mattes Schwarz, die vordere Stoßstange ist aus Stahl und hat eine Vorrüstung für eine Seilwinde, Steinschlaggitter schützen die Xenonscheinwerfer und die Blinker, auf dem Dach gibt es einen Gepäckträger mit Leiter am Heck. Innen fällt das fehlende Display auf. Dazu sind die Sitze mit Stoff bezogen, die Fenster werden per Handkurbel geöffnet, der Fußboden ist statt Teppich mit einem abwaschbaren Antirutschbelag ausgekleidet, es gibt einen Wasserablauf aus der Fahrgastzelle und der Kabelbaum ist geschützt vor eindringendem Wasser verbaut.

Der Reifen im Detail
Der Dueler A/T 001 von Bridgestone ist durch sein spezielles Profildesign, die Gummimischung, die Blockformung und Verstärkungsmaßnahmen an Lauffläche und Reifenflanken ein klassischer All-Terrain-Pneu. Dazu hat der Hersteller gegenüber dem Vorgängermodell die Profilrillen verbessert. Bridgestone attestiert dem Reifen verbesserte Traktion und Bremsleistung, bessere Wasserableitung und einen Einsatzbereich zwischen normaler Straße und schwierigem Gelände. Damit ist lockerer Boden, Schlamm oder Geröll gemeint. Den Dueler gibt es für Felgen von 15 bis 18 Zoll und von der Breite 195 bis 275. Die Kraftstoffeffizienz, die (bis auf wenige Format-Ausnahmen) bei "E" liegt, und eine Geräuschentwicklung von 72 bis 73 Dezibel sind zwar nicht optimal, für einen Offroadreifen aber durchaus gut und abseits der Straße eigentlich auch egal.

Jetzt aber ab ins Gelände ...
Auf der Straße würde das Modell mit 245 PS starken V6-Diesel übrigens in 8,8 Sekunden Tempo 100 und eine maximale Endgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen. Disziplinen, die wir im Gelände nicht ausprobiert haben. Dafür wurden Wagen und Pneu einen ganzen Tag lang extremem Verschränkungstest, Schrägfahrten, rutschigen und mit Geröll gespickten Auf- und Abfahrten bis zu 80 Prozent Gefälle oder 60 Zentimeter tiefe Wasserpassagen ausgesetzt. Das Resultat: Die G-Klasse sorgt mit ihrer Hardware für das passende Drehmoment am jeweiligen Rad und stets genügend Bodenfreiheit, der Reifen kümmert sich darum, dass die Motorkraft auch effektiv auf den wechselnden Untergrund übertragen wird. Probleme bei irgendeiner Disziplin? Nein. Nur der Magen und der Mangel an eigenem Mut könnten Ihnen irgendwann in die Quere kommen.

Die Mischung: Auto plus Pneu
In unsere G-Klasse-Professional-Radkästen haben wir Reifen im Format 275/70 R16 geschraubt. Eine normale G-Klasse kommt serienmäßig auf 18-Zöllern. Aber mehr unempfindlicher Gummi ist im Gelände besser als kratzempfindliche Alufelgen. Und eine 70er-Flanke unterstützt den Federweg für mehr Komfort. Übrigens: Der Professional hat eine minimale Bodenfreiheit von 25 Zentimeter (plus ein Zentimeter gegenüber dem normalen G) und größere Böschungswinkel (36 Grad vorn und 39 Grad hinten statt zweimal 30 Grad). Der Wagen an sich baut auf einer robusten aber nicht gerade leichten Leiterrahmen-Karosserie auf. Dazu gibt es permanenten Allradantrieb mit Geländeuntersetzung und drei elektrisch zuschaltbare, 100-prozentige Differenzialsperren.

Preise im Überblick
Der Reifen ist je nach Format und Angebot ab rund 80 Euro pro Stück erhältlich. Ein Schnäppchen im Vergleich zu unserem Testfahrzeug, das in der Basisversion mit 79.968 Euro zu Buche schlägt. Und wenn Sie weder G-Klasse noch Reifen benötigen, sondern einfach nur einmal Ihre Fähigkeiten im Gelände testen oder verbessern möchten, bleiben Ihnen die Mercedes Driving Events. Die Sommer-Offroad-Fahrtrainings auf dem Offroad-Gelände in Biberach gibt es ab 510 Euro pro Person. Im Winter sind die Ein-Tages-Veranstaltungen ab 385 Euro buchbar.
(ml)

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