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Seriennahe Version des Stadt-Elektroautos vorgestellt Microlino: So kommt die Neo-Isetta

Zürich (Schweiz), 25. Januar 2018
Prämien hin oder her: Elektroautos müssen für sich selbst werben. Schließlich geht es darum, dass man einen Stromer kaufen will und nicht soll. Also liegt die Herausforderung für die Produzenten darin, Hirn und Herz gleichermaßen anzusprechen. Einen interessanten Weg verfolgt dabei die Marke Microlino. Ihr Elektro-Kleinstfahrzeug im Stil der BMW Isetta hat bereits für Aufsehen gesorgt. Jetzt zeigt man die so gut wie endgültige Version.

Inspiration von der Isetta
Hinter Microlino steht der Schweizer Wim Ouboter mit seinen Söhnen Oliver und Merlin. 1999 gründete Ouboter die Firma "Micro Mobility Systems" und verkaufte Millionen Tretroller sowie Kickboards. Nachdem die drei Männer eine alte Iso Isetta (die BMW seinerzeit in Lizenz baute) sahen, kam ihnen die Idee für den Microlino. In der Tat bietet das Isetta-Konzept aus den 1950er-Jahren einige Pluspunkte: Die Abmessungen sind für die Stadt ideal, die Retro-Optik sorgt für positive Assoziationen und zu guter Letzt sind die Rechte an dem markanten Design schon lange abgelaufen.

Sag ja nicht Auto!
Also machte sich das Ouboter-Trio ans Werk und startete 2015 das Microlino-Projekt. Nachdem eine erste Präsentation Anfang 2016 bereits viele Interessenten anlockte, holte man sich Tazzari aus Italien ins Boot. Tazzari ist bekannt für den Bau von Leichtelektromobilen der Zulassungsklasse L7E, bekanntestes L7E-Fahrzeug ist der Renault Twizy. Kleinen Herstellern bietet L7E einige Vorteile, darunter weniger Auflagen bezüglich Crashtestnormen. Maximal 550 Kilogramm dürfen diese Vehikel wiegen, inklusive Batterie bringt der Microlino 510 Kilogramm auf die Waage. Seine Schöpfer sprechen übrigens ausdrücklich nicht von einem Auto, sondern von einem Mix aus Auto und Motorrad.

König der Innenstadt
Blicken wir auf die harten Fakten zum Microlino: Mit 2,43 Meter ist er länger als einst die BMW Isetta, die Höhe beträgt 1,46 Meter, die Spurweite 1,50 Meter. Dadurch kann der Microlino wie einst der erste Smart quer zur Fahrbahn parken, die beiden Insassen steigen durch die kühlschrankartige Fronttür auf den Bürgersteig aus. Überhaupt ist der Microlino konsequent als Stadtauto geplant, man geht von 35 Kilometer als durchschnittliche Tagesdistanz aus. Mit serienmäßiger 8-Kilowattstunden-Batterie beträgt die Gesamtreichweite 120 Kilometer, optional ist ein 14,4-kWh-Akku für 215 Kilometer möglich. Stets gleich ist die Leistung von 15 Kilowatt gleich 20 PS, was für bis zu 90 km/h reichen soll. Ladezeit? Eine Stunde an einer speziellen Säule, vier Stunden mit Haushaltsstecker.

Marktstart bis Sommer 2018
Auf dem Genfer Autosalon 2017 konnten wir bereits einen früheren Microlino-Prototypen begutachten. Im Vergleich zu diesen macht der seriennahe Microlino einen stimmigeren Eindruck: Die seitlich angebrachten Scheinwerfer wurden deutlich kleiner, neu ist auch ein funktional-elegantes Cockpit ohne Schnickschnack. Geblieben sind die durchgehende Sitzbank sowie das große Faltdach als Klimaanlagen-Ersatz und Notausstieg. Durch den Verzicht auf eine Rückbank ergibt sich ein Kofferraum von 300 Liter Volumen, der per Heckklappe beladen wird. Platz soll er für vier Kisten Bier haben, integriert ist zudem ein Micro-Tretroller, um die letzte Meile in Innenstädten zurückzulegen. Zur Wahl stehen sieben Farbkombinationen: Einfarbig schwarz oder weiß beziehungsweise für Nostalgiker zweifarbige Mischungen von blau, rot, orange, mint oder grau mit weiß. Den Preis für einen Microlino beziffern die Macher mit zirka 12.000 Euro für die Basisversion. Bis jetzt sollen bereits gut 4.600 Reservierungen vorliegen, die ersten Auslieferungen plant man zwischen Frühjahr und Sommer 2018. Verkauft werden soll der Microlino über eigene "Flagship-Stores", von denen der erste in Zürich ansässig ist.
(rh)

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