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Exklusiv-Interview mit Citroën-Marketingdirektor Arnaud Belloni Nachfolger für C4 Aircross, den C5 und den Berlingo: Die Pläne von Citroën

Paris, 14. Juni 2017
Zuerst der C5 Aircross, nun der C3 Aircross: Citroën setzt derzeit voll auf SUVs. Doch was ist mit den anderen Modellen? Wir haben uns nach der Präsentation des C3 Aircross (wir nennen ihn im Folgenden kurz C3A) in Paris exklusiv mit Arnoud Belloni unterhalten, dem Direktor Marketing und Kommunikation von Citroën.

Wer spät kommt, den belohnt der Markt
Zuerst wollten wir wissen, was die Hauptkonkurrenten des neuen kleinen SUVs sind. Belloni fallen ein: "Renault Captur, Peugeot 2008, Jeep Renegade und andere". Recht hat er, es gibt noch genug andere kleine SUVs. Citroën ist mit seinen neuen SUVs nicht gerade früh dran. Doch wenn man spät in den Markt eintritt, hat das ja auch Vorteile, so Belloni. Man könne von der Konkurrenz lernen, wie man es macht – und was man vermeiden sollte.

C3A als Nachfolger des C3P?
Vier Punkte waren für den C3A besonders wichtig: Modularität und Raumangebot, Individualisierbarkeit, die vielen Assistenzsysteme und das Design. Und das große Glasdach kann man öffnen, betont Belloni: "Wenn man so ein großes Dach hat, und es geht nicht auf – das ist doch frustrierend, oder?" Ob der C3A den C3 Picasso ersetzen soll, fragen wir. "Nicht direkt, so Belloni", aber wegen der hohen Modularität würden wir ihn ehemaligen C3-Picasso-Kunden empfehlen."

Und zwischen dem C3A und dem C5A?
Das zweite neue SUV, der C5A, kommt erst Ende 2018 zu uns. Warum, das erklärte Citroën-Chefin Linda Jackson bei der Pressekonferenz: Man sollte nicht alle Neuheiten auf einmal bringen, deshalb bekommt China den C5A dieses Jahr und den C3A nächstes Jahr, während es in Europa umgekehrt ist. Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass es auch daran liegt, dass das Werk, wo der europäische C5A produziert werden soll, noch von einem anderen Modell belegt ist. Aber was ist mit dem C4A, will ich von Belloni wissen, das alte Modell ist schließlich kürzlich ausgelaufen? "Wir haben jetzt zwei SUVs, den C3 Aircross und den C5 Aircross, über weitere Pläne sprechen wir noch nicht". Auch als ich sage, dass zwischen den 4,15 des C3A und den 4,50 des C5A noch Platz wäre und Opel zum Beispiel zwei kleine SUVs hat (den Mokka und den Crossland X), will er zu einem C4A noch nichts sagen.

C5-Nachfolger kommt, hat aber keine Priorität
Und die anderen Modelle? Schließlich ist auch der C5 gerade ausgelaufen, gibt es dafür einen Nachfolger? Ja, sagt Belloni, aber das hat derzeit keine hohe Priorität. "Die besten Limousinen bauen die Deutschen", gibt er freimütig zu. "Deswegen setzen wir auf die neuen SUVs. Einen Ausblick auf das, was Sie meinen, haben wir mit der Studie Cxperience gegeben." Interessant, das wäre eine Limousine ganz anderer Art. Aber zum Abschluss frage ich noch nach dem Berlingo, der schließlich zu den Topsellern der Marke gehört. Ob er vielleicht auch eine SUV-Optik erhält? Auch der wird kommen, verspricht Belloni. Natürlich erhält er die Scheinwerfer in zwei Ebenen, aber wie ein SUV wird er nicht aussehen. Eine reine SUV-Marke wollen die Franzosen also offenbar doch nicht werden. Wird sind gespannt, wie es weitergeht. Unser Tipp: Noch dieses Jahr könnte die Marke eine Studie zu einem weiteren SUV zeigen: Der C4 Aircross dürfte sich dann ab 2018 mit etwa 4,30 Meter Länge zwischen C3A und C5A schieben.
(sl)

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