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Dritte Generation: leichter, dynamischer, erstmal ohne Diesel Das ist der neue Porsche Cayenne

Zuffenhausen, 29. August 2017
Der Porsche Cayenne war zuletzt vor allem deswegen in den Schlagzeilen, weil man ihn nicht mehr zulassen konnte. Zumindest, wenn ein V6-Diesel an Bord war. Das ist beim eigenen Bestseller natürlich nicht ganz so optimal. Dass man nun einmal auf den ganz großen Reset-Knopf drücken kann, wird den Verantwortlichen in Zuffenhausen deshalb ziemlich gelegen kommen. Und damit Bühne frei für die neue, dritte Generation des großen Porsche-SUV. Zum Start übrigens ganz ohne Diesel. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Etwas größer, etwas leichter
Aber widmen wir uns lieber den Fakten. Die bescheren uns – auch wenn man es gerade beim Blick auf die Front kaum glauben mag – eine komplette Neuentwicklung. Der Cayenne 2018 wächst bei unverändertem Radstand von 2,90 Meter um knapp sechs Zentimeter in die Länge (auf 4,92 Meter), wird minimal flacher und ein kleines bisschen schmaler (1,98 Meter) als bisher. LED-Scheinwerfer sind immer dabei, optional kriegen Sie Porsches Dynamic Light System oder vollvariable LED-Matrix-Scheinwerfer. Hinter der neuen Heckklappe mit dem schneidigen, mittlerweile Porsche-typischen LED-Leuchtenband tut sich nun ein 770 Liter großer Laderaum auf. Das sind erfreuliche 100 Liter mehr als zuletzt. Etwas weniger beeindruckend: Das Gewicht sinkt trotz hohem Aluminium-Anteil bei Karosserie und neuentwickeltem Fahrwerk um lediglich 65 Kilo. Der Basis-Cayenne bringt es also auf nach wie vor stattliche 1.980 Kilo.

Zwei Motoren zum Start
Das Motorenangebot zum Start ist relativ überschaubar. Es gibt zwei V6-Benziner, die bereits aus dem Panamera bekannt sind. Punkt. Der Cayenne kriegt den 3,0-Liter-Turbo mit 340 PS und 450 Newtonmeter, beschleunigt in 6,2 Sekunden von 0-100 km/h (5,9 Sekunden mit Sport-Chrono-Paket) und schafft 245 km/h Spitze. Im Cayenne S werkelt der 2,9-Liter-Biturbo mit 440 PS und 550 Newtonmeter. Er schiebt das Sport-SUV in 5,2 Sekunden von 0-100 km/h (4,9 mit Sport-Chrono-Paket) und erreicht 265 km/h Höchstgeschwindigkeit. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der 550-PS-V8-Biturbo sowie der V6-Plug-in-Hybrid mit 462 PS zügig nachgeschoben werden dürften. Wie es mit dem mächtigen 680-PS-Turbo-S-E-Hybrid und den Selbstzündern aussieht, muss man abwarten.

Neue Achtgang-Automatik
Ganz gewiss hingegen: Porsches PTM-Allrad mit Lamellenkupplung und vollvariabler Kraftverteilung ist immer Serie. Geschaltet wird mit einer neuentwickelten Achtgang-Wandlerautomatik. Dass die superfixe Achtgang-Doppelkupplung aus dem Panamera aussen vor bleibt, liegt hauptsächlich daran, dass der neue Cayenne bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen muss und der Panamera eben nicht. Trotz aller SUV- und Gelände-Fertigkeiten (der neue Cayenne verfügt über vier Offroad-Modi) geht es beim neuen Fahrwerk noch mehr in Richtung Fahrdynamik. Serie beim Cayenne ist ein festes Stahlfahrwerk, der Cayenne S kriegt ein adaptives Setup und gegen Aufpreis wandert eine Dreikammer-Luftfederung unter das Sport-SUV. 19-Zöller – erstmals wie beim 911er mit Mischbereifung – sind der neue Standard, maximal schraubt Porsche 21-Zoll-Räder an sein Erfolgs-SUV. Selbiges darf nun wie der Limousinen-Bruder Panamera fahrwerkselektronisch aus dem Vollen schöpfen. Neu sind eine Hinterachslenkung sowie eine elektronische Wankstabilisierung (48-Volt-Bordnetz sei Dank).

Glänzend bremsen
Gleich drei Wahlmöglichkeiten bietet Ihnen der 2018er Cayenne beim Thema Bremse. Topmodell bleibt Porsches monumentaler Keramik-Anker, darunter bieten die Schwaben nun jedoch als weitere Option eine Weltneuheit namens Porsche Surface Coated Brake (PSCB). Dahinter verbirgt sich eine Graugussscheibe mit Wolframcarbid-Beschichtung. Vorteile: Spiegelnde Bremsscheiben. Weniger eitle Vorteile: Erhöhte Reibwerte, weniger Verschleiß und Bremsstaub. Offenbar so wenig Bremsstaub, dass Porsche die Zehn-Kolben-Sättel weiß lackiert.

Ab 74.828 Euro
Vermutlich wichtiger: Das großartige Panamera-Cockpit mitsamt seinem 12,3-Zoll-Touchscreen und den beiden digitalen Sieben-Zoll-Instrumentendisplays wandert nahezu unverändert in den neuen Cayenne. Die Online-Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen ist auch hier serienmäßig. Assistenzsysteme? Liefert der Cayenne in Form eines Nachtsichtassistenten mit Wärmebildkamera, eines Spurhalteassistenten inklusive Verkehrszeichenerkennung, eines Stauassistenten, eines Parkassistenten sowie eines Abstandsregeltempomaten. Bestellbar ist die dritte Cayenne-Generation ab sofort. Die Preise starten bei 74.828 Euro für den Basis-Cayenne, der Cayenne S kostet mindestens 91.964 Euro. Live sehen können Sie das Auto erstmals auf der IAA 2017, die von 14. bis 24. September in Frankfurt stattfindet.
(sw)

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