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Premiere: So kommt der neue Rolls-Royce Phantom Das beste Automobil der Welt?

Goodwood (Großbritannien), 27. Juli 2017
"Seit seinem Debüt im Jahr 1925 ist der Rolls-Royce Phantom das Automobil der erfolgreichsten und bedeutendsten Frauen und Männer und hat damit einen festen Platz in den ganz besonderen historischen Augenblicken", weiß Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös. Seit 92 Jahren gibt es die Baureihe also bereits und jetzt geht das Symbol für Erfolg und Wohlstand in die nächste und nunmehr achte Generation über. Kann der neue Rolls-Royce Phantom auch in Zukunft Maßstäbe setzen und die Wünsche der anspruchsvollsten Kunden erfüllen? Auf. Jeden. Fall.

"Architecture of Luxury": Die Plattform
Die Plattform nennt Rolls-Royce die "Architecture of Luxury". Hinter dem herrschaftlichen Namen versteckt sich ein leichter Aluminium-Spaceframe, der gleichzeitig 30 Prozent fester als der des Vorgängers ist und der mit 5-Lenker-Hinterachse, Vierradlenkung sowie vorausschauender Luftfederungsanpassung künftig auch bei den Modellen Ghost, Wraith und Dawn zum Einsatz kommt. Und auch das geplante SUV mit dem Projektnamen Cullinan baut auf dieser Basis auf. Ob wie bisher und wie viele 7er-Bauteile zum Einsatz kommen, verschweigt der zur BMW AG gehörende Hersteller. Wichtig sind hier nur Dinge wie Fahr- oder Sitzkomfort, Akustik sowie die visuelle Präsenz des Fahrzeugs und die Größe des Innenraumes. Apropos Größe: Es wird wieder den normalen Phantom und die EWB-Version mit verlängertem Radstand geben.

Der Innenraum … im Fond
Zum Innenraum: Die Coach Doors stehen offen. Einsteigen. Und zwar hinten. Die Türen schließen dann von alleine. Willkommen in "The Embrace". So nennt Rolls-Royce den Innenraum des Phantom, in dem man sich "wie in einer Kunstgalerie" fühlen soll. Im Fond gibt es entweder Lounge-Sitze, Sitze mit Armlehnen, Schlafsitze oder Sitze mit fester Mittelkonsole. In Letzterer ist entweder Platz für ein Getränkefach mit Whisky-Gläsern und Dekanter, Champagner-Gläser oder ein Kühlfach. Jetzt nur noch die Picknick-Tische herunterklappen, die an den Holzrückseiten der Vordersitze im Eames-Lounge-Chair-Stil angebracht sind, die eingebetteten Bildschirme per Knopfdruck ausfahren lassen und die Sitze und Armlehnen heizen lassen. Schon kann die Reise beginnen. Und falls Sie müde werden, können Sie den Sternen-Dachhimmel anschalten – den größten, der je in einen Rolls-Royce integriert wurde.

"The Gallery": Klassik trifft Moderne
Sie würden Ihren Rolls auch einmal selbst bewegen? Dann nehmen Sie vor einer Armaturentafel Platz, die der Hersteller nicht nur "The Gallery" getauft hat, sondern die auch hinter einer einzelnen Scheibe aus gehärtetem Glas untergebracht ist. Auf klassische Instrumente verzichtet Rolls-Royce. So kommt hinter dem Lenkrad ein 12,3-Zoll-TFT-Farbdisplay zum Einsatz, auf dem alle wichtigen Fahrerinformationen dargestellt werden. Wie Ihr Armaturenbrett am Ende aber aussehen wird, können Sie selbst entscheiden … und der Künstler, den Sie engagieren. Tatsächlich. Denn neben Materialien wie Holz, Seide, Metall und Leder kann auch beispielsweise der Lieblingsmaler ausgesucht werden, der seine individuellen Werke hinters Glas bringt. Und für alle Traditionalisten befindet sich in der Mittelkonsole eine analoge Uhr, die mit dem Hinweis versehen wurde, dass ihr Ticken "das lauteste Geräusch ist, das man in einem Rolls-Royce hören kann".

Schalldichter Raum
Zum Thema Lautstärke: Sechs Millimeter dicke Scheiben und mehr als 130 Kilogramm Dämmmaterialien stecken in jedem Phantom. Dazu kommen speziell entwickelte "Silent-Seal"-Reifen, die eine Schaumstoffschicht enthalten und deren Abrollgeräusche deutlich leiser sein sollen als die konventieller Pneus. Laut Hersteller ist es im Phantom jetzt so leise, dass die Ingenieure beim Überprüfen der Ergebnisse an der Kalibrierung ihrer Messgeräte zweifelten.

Das Herz eines Rolls-Royce hat zwölf Kammern
Neue Plattform heißt neuer Motor: Deshalb kommt der neue Phantom in den Genuss eines neuen Aggregats. Angst vor Downsizing müssen Sie in diesem Segment allerdings noch nicht haben und so bleibt es bei einem V12 unter der Haube. Der hat auch weiterhin 6,75 Liter Hubraum. Allerdings macht Rolls Schluss mit Saugmotor und verpasst dem Triebwerk zwei Turbolader. Die neuen Leistungsdaten? 571 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment. Verbunden wird der Zwölfender mit einer Achtgang-Automatik.

Infotainment und Assistenten am Zahn der Zeit
Ein laut Rolls-Royce "weiterer Meilenstein" ist die elektronische Architektur des neuen Phantom. Denn durch ein neues zentrales Nervensystem können auch moderne Assistenten und Konnektivitätsfeatures in den altehrwürdigen Wagen integriert werden. Es gibt einen Aufmerksamkeits-Assistenten, ein Vier-Kamera-System mit Panoramaperspektive, einen Nachtsicht-Assistenten, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, eine Auffahr- und Querverkehrswarnung, eine Spurverlassens- und Spurwechselwarnung, ein Head-up-Display, einen Wlan-Hotspot und die neuesten Navigations- und Entertainmentsysteme.

Design, Design, Design
"Der Phantom steht für einen entspannten Stil, der Name ist Inbegriff für das Besondere und Außergewöhnliche selbst in der Welt des Luxus, er besitzt seine ganz eigene Magie. Der neue Phantom verneigt sich vor seinem Design-Erbe, während er zugleich mit einem modernen und anregenden Auftritt die nächste Ära des Royce-Royce Designs einläutet", meint Chef-Designer Giles Taylor. Wir meinen, wir ersparen Ihnen die umfangreiche Erläuterung jedes Kantenverlaufs und jeder Sicke. Ja, der neue Phantom erinnert schon ein wenig an die Modelle der 1950er- und 1960er-Jahre, aber er sieht seinem Vorgänger auch verdammt ähnlich. Wichtige Zahlen? Die Scheinwerfer arbeiten mit Laserlicht und strahlen bis zu 600 Meter weit, die Felgen sind gewaltige 22 Zoll groß. Abmessungen liefert der Hersteller noch keine, aber diese dürften der Klientel dieses Fahrzeugs ziemlich egal sein. Nur "zu klein" wäre nicht gut. Der Preis für diese ganze Opulenz? Auch den verrät Rolls-Royce noch nicht. Bisher ging es bei moderaten 411.205 Euro für die Limousine los.
(ml)

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