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Zum 60. Geburtstag zeigt Seat einen ganz besonderen 600 Der spanische Volkswagen

Martorell (Spanien), 16. Mai 2017
Jedes Land hat seine Art von "Volkswagen": Die USA wurden durch das Ford T-Modell mobil, die Bundesrepublik fuhr massenhaft VW Käfer und die DDR-Bürger pflegten ihren Trabant. Nicht zu vergessen der Morris Minor und der Mini in England sowie das Doppel Citroën 2CV und Renault 4 in Frankreich. Und auf dem italienischen Stiefel? Klar, man denkt sofort an den Fiat 500. Etwas in Vergessenheit gerät darüber der größere 600, der schon 1955 debütierte. Er war nicht nur das wahre Familienauto in jener sparsamen Zeit, sondern auch einer der ersten großen Auslandserfolge von Fiat. Etwa in Spanien, wo er in Lizenz als Seat 600 gebaut und angeboten wurde. Diesem Modell hat Seat jetzt ein fahrendes Denkmal gesetzt.

60 Jahre Seat 600
Genauer gesagt: Ein mit unglaublichem Aufwand restaurierten 600. Der Anlass ist simpel: Vor 60 Jahren, also 1957, begann die Produktion bei Seat. Dort wurde der 600 zum Kassenschlager und erst 1973 nach rund 815.000 Exemplaren in Rente geschickt. Nicht nur in Spanien war das dort im Volksmund "Bällchen" genannte Auto der erste fahrbare Untersatz vieler Menschen. Im ehemaligen Jugoslawien kannte man den rundlichen, nur 3,30 Meter langen Wagen als Zastava und "Bügeleisen", auf dem deutschen Markt wurde der 600er als "Jagst" (benannt nach einem Fluss) über 171.000-mal bei NSU-Fiat in Neckarsulm produziert.

Viele Helfer für ein kleines Auto
Bei dem Seat-600-Jubiläumsmodell handelt es sich um ein 1965er-Baujahr mit Faltdach und hinten angeschlagenen Vordertüren. 30 Beschäftigte und 1.500 Stunden waren nötig, um den seit 25 Jahren stillgelegten Wagen wieder zum Leben zu erwecken. Über 1.000 Teile wurden erneuert und mussten überhaupt erst einmal gefunden werden. Hinzu kamen 15 Liter blaugrauer Lack und 50 Meter Stoff für den Innenraum. Einzige Originalteile sind das Lenkrad und der Hupknopf. Im Heck arbeitet ein Vierzylinder mit 633 Kubikzentimeter Hubraum und 21,5 PS.



30 Zentimeter mehr
1970 beerbte der 600 E mit 25 PS und 767 Kubik den 600, eine Leistung, die immerhin 110 km/h ermöglichte. Auch waren die Türen nun "richtigherum" angeschlagen. Eine Besonderheit für Spanien blieb der 18.000-mal gebaute und 3,60 Meter lange Seat 800 mit vier Türen. Ihn gab es ab 1963 mit einem Kuriosum: Die hinteren Türen öffneten, wie man es heute noch kennt. Vorne gingen die Türen dagegen andersherum im "Selbstmörder-Stil" auf.
(rh)

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