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Skoda enthüllt gelifteten Octavia und Octavia RS Eine Klasse für sich

Wien, 11. Januar 2017
Never change a winning team: Nach diesem Motto erhielten VW Golf und Seat Leon beim jüngsten Facelift eine kaum veränderte Optik. Umso erstaunlicher ist, dass es dem ebenfalls erfolgreichen Skoda Octavia nun ganz anders ergeht: Er bekommt eine deutlich andere Front. Wir waren bei der Enthüllung des gelifteten Modells in Wien dabei und haben uns erklären lassen, wie Skoda die Änderungen sieht.

Größere optische Eigenständigkeit
Den Grund für den erstaunlichen Designbruch erläutert Skoda-Chefdesigner Jozef Kaban so: "Wenn man jung ist, ist man zufrieden, wenn man als Mitglied der Familie angesehen wird. Aber wenn man dann größer ist, will man als Individuum wahrgenommen werden." Was Kaban sagen will, ist: Der Octavia sollte eine ausgeprägtere Eigenständigkeit gegenüber dem kleineren Rapid und dem größeren Superb erhalten. Das ist gelungen. Der Octavia sieht nach der Gesichts-OP ernster drein als bisher. Ja, das Vier-Augen-Gesicht erinnert in der Tat an die alte Mercedes E-Klasse (W212). Aber in natura sieht der Wagen besser aus als auf den ersten offiziellen Bildern, von denen Kaban selbst nicht begeistert war, wie er sagt.

USB-Anschlüsse, Stauinfos und mehr
Auch technisch hat Skoda beim Octavia nachgebessert. Entwicklungsvorstand Christian Strube hebt besonders das Infotainment hervor: "Meine Kinder werden von den USB-Anschlüssen im Fond begeistert sein", meint er. Über diese lassen sich Smartphones und Tablets aufladen. Daneben findet sich (wie bisher schon) eine Dose für Flachstecker, zum Beispiel für ein Notebook. Vorne gibt es nun in der Maximal-Ausbaustufe des Systems einen 9,2-Zoll-Touchscreen mit Touch-Buttons. Eine SIM-Karte für den automatischen Notruf (eCall) ist bei allen Octavia an Bord, bei den besser ausgestatteten Autos gibt es daneben auch noch einen SIM-Kartenslot für Infotainmentfunktionen. So kann man sich nun die Satellitenbilder von Google Maps auf den Bildschirm holen oder Echtzeit-Stauinformationen. Auch gibt es jetzt eine verbesserte Handy-Anbindung sowie einen Fernzugriff auf das Auto per App.

Der Parkassistent bremst jetzt auch
Zu den weiteren technischen Neuheiten gehören adaptive Stoßdämpfer (DCC) und LED-Scheinwerfer. Bei den Assistenzsystemen kommen ein Anhängerrangierhelfer, eine Fußgängererkennung für das Antikollisionssystem und ein Totwinkelwarner mit Querverkehrsassistent hinzu. Der Einparkhelfer lenkt nun nicht mehr nur, er bremst auch – und verhindert so Dellen am Wagen des Hintermanns.

Die Qual der Wahl: Combi oder Limousine?
Nach wie vor wird der Octavia als Combi und als Limousine angeboten. In Deutschland wird der Combi etwa im Verhältnis 60 zu 40 bevorzugt. Er ist eindeutig die praktischere Version. Auch in den Kofferraum der Limousine passen zwar beeindruckende 590 Liter – das sind nur 20 Liter weniger als beim Combi. Doch nach dem Umlegen der Rücksitze (nun auch vom Heck aus per Klappe möglich) sind es hier 1.740 Liter statt "nur" 1.580 Liter beim normalen Octavia. Ein weiterer Vorteil des Combis ist der plane Kofferraumeingang – bei der Limousine muss man schweres Ladegut zum Be- und Entladen anheben. Das ist die 700 Euro Aufpreis wohl allemal wert. Zumal man beim Parken keinen Nachteil hat, denn der Combi ist keinen Zentimeter länger als die Limousine (4,67 Meter).

Von 86 bis 230 PS
Als Motoren werden vier Turbobenziner und vier Diesel angeboten, dazu noch eine Erdgasversion. Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe gibt es wie bisher optional. Auf die Einstiegsversion 1.2 TSI mit 86 PS folgen der 1.4 TSI und der 1.8 TSI mit bis zu 180 PS. Später soll (ähnlich wie beim VW Golf) auch der neue 1.5 TSI angeboten werden. Auf der Dieselseite stehen der 1.6 TDI und der 2.0 TDI mit bis zu 184 PS. Die sportliche Speerspitze bilden die RS-Modelle mit einem 184 PS starken 2.0 TDI (ab 30.890 Euro) oder einem 2.0 TSI mit 230 PS (ab 33.490 Euro). Diese folgen dem bürgerlichen Octavia aber erst mit ein paar Monaten Verzögerung.

Preise zwischen 17.450 und rund 47.000 Euro
Der neue Octavia kommt Anfang März 2017 zu den Händlern. Eine Preisliste gibt es noch nicht, doch kann man sich schon auf der Skoda-Website seinen Octavia per Konfigurator zusammenstellen. Die Preise beginnen bei 17.450 Euro, die teuerste Motorisierung kostet 36.160 Euro. Mit Vollausstattung durchbricht das Auto dann bereits die 45.000-Euro-Schallgrenze. In Deutschland wurden im Jahr 2016 knapp 60.000 Octavia verkauft, die Zahlen waren im Vergleich zu 2015 etwa konstant. Deutschland ist damit der zweitwichtigste Octavia-Markt, noch vor dem Heimatmarkt Tschechien, aber weit hinter China, wo etwa doppelt so viele Octavia verkauft werden.

Das Active Info Display kommt
Eine Klasse für sich: An dem Modell-Claim für den Octavia ist was dran. Denn nach wie vor bietet der Octavia unglaublich viel Innenraum bei günstigen Preisen. Beim Infotainment hat Skoda nun nachgelegt. Was jetzt noch fehlt, ist das schicke Active Info Display alias Virtual Cockpit. Das soll der Octavia aber nach Auskunft von Skoda noch in der aktuellen Modellgeneration erhalten – bei einer weiteren Produktaufwertung.
(sl)

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