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Geruchs-Killer Amberg entwickelt neue Methode zur Desinfektion Tatortreiniger macht Autos wie neu

Alzenau, 20. Januar 2016
Armin Amberg ist Tatortreiniger. Er macht dort sauber, wo niemand anderes zum Putzen hin möchte. Und er muss mit Überresten, Flecken und Gerüchen kämpfen, gegen die Rotweintropfen und Zigarettenqualm nach einer Party geradezu lächerliche Probleme sind. Dieser Mann fürs Grobe hat jetzt – eher zufällig – die Idee einer neuartigen Desinfektionsmethode und Geruchsvernichtung für Autoinnenräume gehabt.

Ozon-Methode gesundheitlich bedenklich
Zum Hintergrund: Die meisten Autoaufbereiter, die Flottenfahrzeuge, Taxis, Mietwagen oder Leasing-Rückläufer für den Weiterverkauf reinigen und desinfizieren, verwenden Ozon gegen Bakterien, Tabakgestank und Tiergeruch. Die Nachteile: Das Auto muss danach etwa einen Tag lang stehen bleiben und der Ozongeruch kann noch wochenlang in der Luft liegen. Zudem sehen Experten den Einsatz von Ozon eher bedenklich für die Gesundheit, Lungenärzte weisen darauf hin, dass sich bei der Verwendung der Ozon-Methode Feinstaub bilden kann, der noch tiefer als Zigarettenrauch in die Lunge eindringt.

Kaltvernebler vom Tatort
Nun kommt Ambergs Methode ins Spiel: Ein Bekannter beklagte sich über den schlechten Geruch in seinem Wagen. Also schlug der Alzenauer vor, einfach einen Kaltvernebler mit jenem Material zu füllen, was der Tatort-Spezialist als Geruchsvernichter auch bei seiner eigentlichen Arbeit einsetzt. Das Ergebnis überraschte ihn: Nach seinen Angaben war der Innenraum des Kfz völlig geruchsfrei.

Air-Clean-System wird ins Fenster gehängt
Mit Hilfe von Firmenpartnern hat der Tüftler nun seine Technologie weiterentwickelt und bietet sie unter dem Namen "Air Clean" an. Das System besteht aus einem mobilen Vernebler, der mit einem speziellen, mineralischen Substrat gefüllt und von außen nach innen an die Autoscheibe gehängt wird. Der entstehende Dampf vernichtet Keime, Schimmel und Schimmelpilzsporen, darüber hinaus beseitigt er üble Gerüche. Nach fünf bis sieben Minuten ist der Vorgang beendet, schon kurz danach soll das Auto wieder bewegt werden können. Es riecht laut Amberg lediglich noch etwas nach Schwimmbad, obwohl kein Chlor verwendet wird.

Theoretisch trinkbar
Während des Desinfektionsvorgangs soll für Menschen und Tiere keine Gesundheitsgefahr bestehen, selbst dann nicht, wenn sich jemand ins Fahrzeug beugt und tief einatmet. Theoretisch wäre die Substratlösung sogar schadlos trinkbar, da die entsprechende Zulassung laut der DIN-Norm für die Trinkwasserverordnung vorliegt. Der Erfinder sucht nun Autohändler und Werkstätten, die sein System anwenden wollen.
(hd)

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