zaehlpixel

Honda Civic Type R wird stärker und steifer Understatement? Nein, danke!

Genf, 7. März 2017
Was für ein wilder Hund. Ja, der neue Honda Civic Type R sieht genauso aus, wie die Studie, die ihn im Herbst 2016 auf dem Pariser Autosalon vorwegnahm. Für die meisten Fans ist das ein sehr gutes Zeichen. Alle anderen müssen ja nicht so genau hinschauen. Oder können sich wie bisher in allen möglichen Internetforen über das "offensive" Design auslassen. Wir vergessen jetzt einfach mal kurz die Optik und kommen zur Technik des neuen Type R. Die hat es nämlich durchaus in sich.

Jetzt mit 320 PS
Wie vermutet, ist der aufgeladene 2,0-Liter-VTEC-Vierzylinder ziemlich genau der gleiche wie im Vorgänger. Etwas Gefummel an der Motorsteuerung und ein neuer Auspuff bedeuten immerhin zehn PS mehr, womit wir nun insgesamt bei 320 PS und 400 Newtonmeter angelangt sind. Der Type R hat also zehn PS mehr als ein VW Golf R, fällt hinter den anderen Allrad-Hot-Hatches wie Ford Focus RS, Audi RS 3 oder Mercedes-AMG A 45 aber weiterhin recht deutlich zurück. Allerdings war es auch nicht Hondas Ziel, in den fast schon absurden Kraft-Wettkampf einzusteigen. Der Civic Type R bleibt schließlich ein Auto mit Vorderradantrieb. Und mit einem großartigen (wenn nicht gar dem derzeit besten) Sechsgang-Schaltgetriebe. Es ist das gleiche wie im Vorgänger, nun allerdings ergänzt um eine Zwischengasfunktion wie beim Porsche 911 R (oder einem Mini Cooper). Menschen mit sehr begabten Füßen können die Funktion aber auch deaktivieren. Eine Automatik ist weiterhin nicht vorgesehen und das, obwohl der Type R zum ersten Mal auch in den USA angeboten wird.

Steifer mit besserer Hinterachse
Natürlich basiert dieser Type R auf dem brandneuen Honda Civic, was diverse Vorteile bei Chassis und Fahrwerk mit sich bringt. Gegenüber dem Vorgänger steigt die Torsionssteifigkeit um 38 Prozent. Außerdem wandert die starre Hinterachse des alten Type R endlich aufs Altenteil und macht Platz für eine unabhängige Mehrlenker-Hinterachse, die im Topmodell mit speziell entwickelten und extrem steifen Querlenkern verstärkt wird. Auch die Vorderachse wurde überarbeitet, um die Fronttriebler-tyipschen Antriebseinflüsse in der Lenkung weiter zu reduzieren. Honda spricht von verbesserter Stabilität und Fahrbarkeit. Dazu sollten auch ein vergrößerter Radstand und eine breitere Spur beitragen.

Schönerer Klang
Ein weiterer Vorteil der neuen Plattform wird sich wohl – etwas überraschend, wie wir finden – beim Sound zeigen. Das neue Auto ist wohl besser isoliert, was die Ingenieure offenbar dazu nutzten, den Auspuffsound des Type R zu verbessern. Das Thema Klang war beim alten Auto ja ein Fall für sich, vornehmlich deshalb, weil es so gut wie keinen hatte. Der neue Type R soll beim Bummeln leiser und komfortabler klingen, aber gleichzeitig mehr Halligalli machen, wenn man ihn sportlicher fährt. Das Ganze glücklicherweise ohne Fake-Sound aus dem Lautsprecher.

Mehr Fahrmodi
Wo wir gerade beim Komfort sind: Ein Manko beim Vorgänger waren ganz klar die Fahrmodi. Naja, eigentlich gab es nur einen. Er hieß R+, schärfte das Ansprechverhalten des Motors, macht die adaptiven Dämpfer aber so knallhart, dass der Type R auf öffentlichen Straßen nahezu unfahrbar wurde. Beim neuen Type R gibt es auch wieder einen R+-Modus. Allerdings hat man ihm diesmal einen Comfort- und einen Sport-Modus zur Seite gestellt. Das Spektrum des neuen Über-Civic wird also breiter als bisher.

Noch streitbarere Optik
Ein breiteres Spektrum ist gut, um mehr Menschen von diesem Sportwagen zu überzeugen. Die Frage ist, ob das beim doch recht speziellen Design des neuen Civic Type R gelingen wird. Der Vorgänger war ja schon sehr eigen, das neue Modell schafft es – zumindest unserer Meinung nach – aber tatsächlich, diesen Effekt noch zu verstärken. Immerhin sorgen ein glatterer Unterboden, die großen Lufteinlässe in den vorderen Kotflügeln, ein leichterer (und nach wie vor riesiger) Heckflügel sowie die neuen Wirbelgeneratoren am Ende des Dachs für eine verbesserte aerodynamische Balance. Wofür die drei (!) Auspuffendrohre sorgen, ist noch unklar. Zumindest fallen sie auf.

Ab Sommer 2017
Und das in Europa ab Sommer 2017. Wenn Sie jetzt einen Civic Type R bestellen, erhalten Sie ihn vermutlich im Juli oder August. Die Preise stehen noch nicht fest. Der Vorgänger startete bei 34.500 Euro.
(sw)

Zur Bildergalerie (11 Bilder)

Gut informiert mit AutoNEWS: Hier geht es mit einem Klick zum kostenlosen Newsletter

blog comments powered by Disqus