zaehlpixel

Dieselskandal: Einigung bei US-amerikanischen V6-Modellen VW zahlt in den USA eine weitere Milliarde für die Schummelei

Wolfsburg/San Francisco, 21. Dezember 2016
Auf dem steinigen Weg zur Bereinigung der Dieselskandals hat VW wieder einen Brocken beiseite geräumt: Es gelang dem Konzern, sich mit dem US-Justizministerium auf das Vorgehen bei vielen US-amerikanischen V6-Dieselmodellen zu einigen.

83.000 Fahrzeuge mit V6 TDI betroffen
Bei dem Kompromiss geht es um rund 83.000 Fahrzeuge mit 3.0 TDI – das sind laut VW rund 75 Prozent der betroffenen Autos der Marken Volkswagen, Audi und Porsche. Etwa 63.000 davon sollen technisch nachgerüstet werden, sodass sie die Abgasgrenzwerte unterschreiten, die sie angeblich von vornherein einhielten. Die Eigentümer der restlichen rund 20.000 Autos älterer Modelljahre (2009 bis 2012) können wählen zwischen Rückgabe an VW und einer Umrüstung. Die Einigung muss noch vom zuständigen Richter Charles R. Breyer bestätigt werden. Eine weitere Voraussetzung ist, dass sich VW und die beiden Umweltbehörden EPA und CARB auf eine akzeptable Umrüstungsmethode einigen.

Wiedergutmachung für Umweltschäden
Außerdem zahlt VW 225 Millionen Dollar an einen Fonds zur Wiedergutmachung der Umweltschäden sowie 25 Millionen Dollar an die kalifornische Umweltbehörde CARB zur Förderung von Null-Emissions-Fahrzeugen. Nach der Einschätzung von Analysten belaufen sich die Kosten für VW für die Wiedergutmachung, die Umrüstmaßnahmen und den Rückkauf der Autos auf insgesamt etwa eine Milliarde Dollar.

Kosten in den USA werden klarer
Ende Oktober 2016 hatte sich VW mit den Behörden auf ein Vorgehen bei den Vierzylinder-Dieseln geeinigt. Dabei ging es um 475.000 Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Audi. Inklusive der Wiedergutmachung für Umweltschäden zahlt VW dafür rund 14 Milliarden Euro. Zusammen mit der Einigung bei den V6-TDI-Modellen werden nun die Kosten für VW klarer. Weiter ungeklärt bleibt aber eine Entschädigung von Aktionären für die eventuell verspätete Veröffentlichung der Täuschungsmaßnahmen durch VW.

Strafen auch in Europa?
In Europa muss der Konzern außerdem ebenfalls mit Strafzahlungen rechnen. Die EU-Kommission hat dazu kürzlich ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, das bis zu einem Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof führen könnte. Der Vorwurf: VW sei entgegen deutschem Recht nicht für die Manipulationen bestraft worden und die Bundesregierung habe den Brüsseler Behörden nicht alle Informationen dazu zur Verfügung gestellt. Während VW für die USA illegale Abschaltmaßnahmen zugegeben hat, bestreitet der Konzern, dass der Einsatz derselben Maßnahmen in Europa illegal war. Die betreffende EU-Verordnung erlaubt das Abschalten der Abgasreinigung, um Motorschäden oder Beeinträchtigungen der Sicherheit zu verhindern.
(sl)

Zur Bildergalerie (3 Bilder)

Gut informiert mit AutoNEWS: Hier geht es mit einem Klick zum kostenlosen Newsletter

blog comments powered by Disqus