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So will VW den Diesel sauber und den Benziner sparsam machen Ausblick auf den nächsten Golf?

Wolfsburg, 3. Juli 2017
In großen Autokonzernen kümmert man sich um alle Zeitformen: Klassik, Gegenwart und Zukunft. Auch bei VW ist es so. Mit Blick auf die Diesel-Problematik kommt dort der Konzernforschung eine wichtige Rolle zu. Sie zeigt nun, wie der Selbstzünder sauberer wird und der Benziner noch sparsamer. Damit nicht genug: Ein Forschungsfahrzeug könnte einen Ausblick auf die Optik des nächsten VW Golf geben.

"Gen.E" und die Laderoboter
"Gen.E" heißt das dreitürige Elektrofahrzeug, welches die VW-Ingenieure fast beiläufig zeigten. Eigentlich geht es darum, das sich Roboter in Tiefgaragen und Parkhäuser um das Anschließen an den Strom kümmern. Im wahrsten Wortsinne spannender ist das Auto samt seiner Leichtbau-Architektur selbst: VW sagt, es liefere "einen Ausblick auf die nächste Generation von Automobilen […] mit einer Reichweite von mehr als 400 Kilometern." Das liegt zwar unter den 600 Kilometern, die VW für sein I.D.-Konzept von 2016 verspricht, klingt aber realistischer. Auch optisch wirkt der "Gen.E" verhältnismäßig seriennah. Nicht ausgeschlossen scheint, dass sich Elemente beim nächsten Golf wiederfinden. Gleichzeitig könnte eine Serienversion des "Gen.E" den für 2020 geplanten Start der Elektro-Offensive von VW einläuten.

Der Diesel wird sauberer
Aber auch klassische Verbrennungsmotoren schreibt VW noch nicht ab, was gerade vor dem Hintergrund des Abgasskandals erstaunen mag. Doch an Bord eines aktuellen Golf zeigt man einen Diesel mit deutlich gesenkten NOx-Emissionen. Überraschend sind die Eckdaten: 1,5 Liter Hubraum aus drei Zylindern. Weiterentwickelter Brennraum und neue Kolben. Vollvariabler Ventiltrieb an Ein- und Auslassseite, Pakete zur Reibungsreduktion sowie ein Wärmespeicher und ein variabler Kühlkreislauf. Der Einspritzdruck liegt bei enormen 3.000 bar. Zum Vergleich: Bei aktuellen Common-Rail-Motoren sind es maximal 2.200 bar. Hinzu kommen beim neuen VW-Motor ein mit 48 Volt betriebener Booster sowie ein 48-Volt-Hybridsystem, wie es Audi bereits in einigen Modellen praktiziert. Und was bringt das Ganze? VW sagt, dass ein aktueller Golf auf der Normrunde die CO2-Emissionen um 25 bis 30 Prozent reduzieren könnte.

Sparsamer Hochdruck-Benziner mit E-Motor
Den Benziner hat VW ebenfalls im Blick, in den letzten vier Jahren wurde an einem "Leuchtturm-Ottomotor" gearbeitet. Zu Hubraum und Zylinder gibt es keine Angaben. Aber das Aggregat ist hoch verdichtet mit variablem Verdichtungsverhältnis. Dazu kommen zentral positionierte Einspritzventile (Straight Injection, kurz SI), eine voll variable Ventilsteuerung an Ein- und Auslassseite, eine gekühlte Abgasrückführung und ein Partikelfilter. Außerdem an Bord: Ein 48-Volt-Hybridsystem mit einem zehn Kilowatt (gleich 15 PS) starkem Elektromotor. So soll der CO2-Ausstoß gegenüber einem vergleichbar motorisiertem Fahrzeug um über 20 Prozent sinken.
(rh)

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