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China legt Verschnaufpause ein

Duisburg, 23. April 2012
Nach extremen Steigerungen der Verkäufe in den letzten Jahren legt der chinesische Automarkt eine Verschnaufpause ein. Das zeigen Prognosen der Universität Duisburg-Essen, die nun Ferdinand Dudenhöffer, Professor am dortigen CAR-Center Automotive Research, vorlegt. Danach wuchs der chinesische Automarkt von 3,1 Millionen verkauften Stück im Jahr 2005 auf 12,2 Millionen im Jahr 2011. Für das Jahr 2012 wird nun aber nur noch ein Wachstum um fünf Prozent prognostiziert, während den USA zehn Prozent Wachstum bevorstehen. Damit werden die Chinesen, die im Jahr 2011 fast so viele Verkäufe zu verzeichnen hatten wie die USA, gegenüber den Amerikanern zurückfallen, für die 14,1 Millionen Stück vorausgesehen werden. Laut Dudenhöffer dämpft die Schuldenkrise in Europa die Exporte der chinesischen Wirtschaft und damit auch das Wachstum in China.

In Deutschland stagnieren die Verkäufe weiterhin: Im Jahr 2005 lagen die Verkäufe bei 3,3 Millionen, für 2012 werden 3,2 Millionen vorhergesagt. Ähnlich sieht es in den anderen europäischen Märkten aus. Die Musik spielt in USA, China, Japan, Russland und Indien. So mau die Lage für Deutschland als Markt aussieht, so rosig sind die Aussichten für die deutschen Autobauer: Hier stehen neue Verkaufsrekorde an, da die deutschen Marken in USA, China und Russland gut vertreten sind. Zusätzlich wächst das Premiumsegment in wichtigen Märkten wie USA und China stärker als der Gesamtmarkt. Damit werden die deutschen Autobauer fast doppelt so stark wachsen wie der Weltmarkt, der im Jahr 2012 um etwa vier Prozent auf 64,3 Millionen Stück zulegen soll.

Der BMW-Konzern hat im ersten Quartal 2012 elf Prozent mehr Autos verkauft, Mercedes liegt bei zwölf Prozent und der VW-Konzern bei zehn Prozent. In China legte Audi um 40 Prozent zu, Mercedes um 25 Prozent und BMW um 37 Prozent. Alle drei Marken werden im Jahr 2012 voraussichtlich 250.000 bis 400.000 Stück verkaufen, wobei Audi vor BMW und Mercedes liegt. Indessen weiten sich in China die Überkapazitäten aus, da der Markt langsamer wächst. Bisher waren überwiegend chinesische Autobauer vom Überkapazitätsproblem betroffen, doch 2012 soll das Problem auf die anderen Autobauer übergreifen, glaubt Dudenhöffer. Massenautos gehen in China nicht mehr weg wie warme Semmeln, die Rabatte steigen. Damit sinken die Gewinne bei den Volumenherstellern.

Die Bedeutung Chinas zeigt Dudenhöffer mit weiteren Zahlen: Schon 2012 wird jeder fünfte Pkw in China verkauft – der Weltmarktanteil liegt also bei 20 Prozent. Für 2020 soll die Zahl laut Dudenhöffer-Prognose auf 25 Prozent steigen, im Jahr 2025 sogar auf 30 Prozent, und das soll bei weitem noch nicht das Ende sein. Der China-Hype geht also trotz der Überkapazitäten weiter.
(sl)

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