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Wir verraten Ihnen, worauf Sie bei der Testfahrt achten sollten Gebrauchtwagen-Probefahrt: Gut geprüft ist halb gewonnen

Besonders wichtig bei der technischen Begutachtung eines Gebrauchtwagens ist die Probefahrt. Deshalb sollten Sie darauf bestehen. Erst hier lassen sich nicht sofort sichtbare Mängel an Motor, Fahrwerk und Getriebe feststellen. Lässt sich der Verkäufer auf keine Probefahrt ein, ist Vorsicht geboten.

Wie Sie die Kupplung überprüfen
Sobald der Motor läuft, sollten Sie bei einem Auto mit Schaltgetriebe als erstes die Kupplung prüfen. Das Kupplungspedal sollte leichtgängig sein und nicht haken. Beim Durchtreten der Kupplung sollte sich die Geräuschkulisse des Motors nicht stark verändern.

Kupplung kommen lassen
Legen Sie den ersten Gang ein, dürfen keine Schaltgeräusche hörbar sein. Jetzt lassen Sie die Kupplung langsam kommen. Sie sollte nach etwa zwei Dritteln des Pedalweges anziehen. Kommt die Kupplung erst am Ende des Pedalweges, könnte sie verschlissen sein. Um den Verschleiß zur prüfen, sollten Sie die Handbremse anziehen, den zweiten Gang einlegen und die Kupplung kommen lassen. Die Motordrehzahl sollte sich dabei verringern. Ist dies nicht der Fall, rutscht die Kupplung und wird in naher Zukunft defekt sein. Hierbei können Sie außerdem die Wirkung der Handbremse testen.

Niedriggeschwindigkeitstest
Jetzt können Sie losfahren. Um Motor- und Getriebegeräusche besser hören zu können, sollten Sie zunächst langsam und mit offenem Fenster fahren. Achten Sie darauf, dass die Gänge sich ohne Hakeln und geräuschlos einlegen lassen. Sie sollten außerdem alle Gänge testen. Dabei sollten Sie in jedem Gang einmal ruckartig Gas geben. Der Gang darf dann nicht rausspringen!

Gasannahme okay?
Wichtig ist auch, dass der Motor beim Gasgeben ohne Ruckeln und Stottern das Gas annimmt. Auch sollte er gleichmäßig hochdrehen. Während der Fahrt sollten Sie auch mal das Gas wegnehmen und sofort wieder Gas geben. Hören Sie ein klackerndes Geräusch, könnte dies ein Hinweis auf eine defekte Kardanwelle sein.

Hochgeschwindigkeitstest
Sie sollten jetzt auf die Autobahn fahren, um den Wagen auf seine Höchstgeschwindigkeit und seine Höchstdrehzahlgrenze (nur erkennbar mit einem Drehzahlmesser) zu bringen. Es ist in jedem Fall negativ zu werten, wenn der Wagen das nicht schafft. Bei schneller Fahrt sollten Sie auf Temperatur und Öldruck achten. Diese sollten sich selbst bei hoher Belastung nicht wesentlich verändern.

Blauer Qualm aus dem Auspuff?
Nach einigen Kilometern auf der Autobahn sollten Sie auf einem Parkplatz den Motor einige Minuten im Stand laufen lassen. Die Temperaturanzeige sollte dann nicht allzu sehr ansteigen. Außerdem sollte nach kurzer Zeit der Kühlungsventilator einsetzen. Wenn Ihr Beifahrer jetzt einmal kräftig Gas gibt, sollten Sie sich die Abgase genauer anschauen. Blauer Qualm aus dem Auspuff ist ein Hinweis auf verbranntes Öl. Hierfür könnten defekte Motordichtungen verantwortlich sein. Schließlich sollten Sie den Motor abstellen und nach einigen Minuten wieder starten. Der Motor sollte dann tadellos anspringen.

Der Lenkungs-Check
Testen Sie bei geringer Geschwindigkeit die Spursicherheit. Bei 20 km/h sollten Sie das Lenkrad loslassen. Der Wagen sollte dann schnurstracks geradeaus fahren. Hingegen sollte sich nach einem Einlenkmanöver das Lenkrad von selbst wieder gerade stellen. Achten Sie hierbei darauf, andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Fahrwerk: Verräterische Geräusche?
Sie sollten jetzt möglichst bei offenem Fenster auf Geräusche achten. Fahrwerksdefekte machen sich besonders durch stärker werdende Geräusche und Vibrationen bei zunehmender Geschwindigkeit in Kurven bemerkbar. Wenn Sie beim Einlenken zum Beispiel ein schleifendes, helles Singen hören, könnten die Radlager defekt sein.

Auf holprigen Wegen darf nichts knacken
Außerdem sollten Sie auf holprigen Wegen fahren, um das Fahrwerk zu testen. Hier darf nichts knacken oder poltern. Solche Geräusche deuten möglicherweise auf eine defekte Radaufhängung hin. Auf schlechten Wegen können Sie außerdem feststellen, ob nichts klappert. Schließlich sollte der Wagen nicht stark nachschwingen. Dies wäre nämlich ein Hinweis auf verbrauchte Stoßdämpfer.

Bremsen-Check bei 40 km/h
Den Bremstest sollten Sie auf einer verkehrsarmen geraden Strecke bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h durchführen: Lenkrad loslassen und Bremse kräftig treten. Sollte der Wagen nach links oder rechts driften, ist dies ein Hinweis auf ungleichmäßig verteilte Bremskraft.
(sl)

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