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Kia Niro Hybrid tritt gegen Toyota RAV4 Hybrid und Prius an Neues Kompakt-SUV mit Öko-Antrieb

Frankfurt/Main, 12. Februar 2016
Kürzlich stellte Hyundai den Ioniq vor, eine Schrägheck-Limousine mit Hybridantrieb ohne Auflademöglichkeit. Nun folgt Schwestermarke Kia mit einem Hybrid-SUV – oder "Hybrid Utility Vehicle" (HUV), wie Kia lieber sagt. Vorgestellt wird der Wagen auf der Chicago Motor Show (13. bis 21. Februar 2016). Mit den beiden Fahrzeugen wollen die Koreaner dem in Japan und den USA erfolgreichen Toyota Prius und dem RAV4 Hybrid Kunden abjagen.

Extra eine neue Plattform
Der Niro passt zu anderen elektrifizierten Kias wie dem Optima Hybrid und dem Soul EV. Anders als diese wurde für den Niro jedoch eigens eine neue Plattform entwickelt. Der Name weckt Assoziationen an Nirosta, den nichtrostenden Stahl, und das soll er auch, wie wir kürzlich von einem deutschen Kia-Verantwortlichen erfuhren. Orth Hedrick, bei Kia Motors America für die Produktplanung zuständig, beschreibt die Besonderheiten des neuen Modells so: "Der Niro trifft genau den Punkt, indem er die optimale Kombination bietet aus einem niedrigen Verbrauch, einem aufregenden Fahrerlebnis, hohem Nutzwert und vor allem einem verblüffenden Design, das nicht ‚Hybrid' schreit."

Zwischen Sportage und Sorento
Gehört der Niro nun zu den Mini-SUVs à la Opel Mokka oder schon zu den kompakten Softroadern? Bisher ist nur der Radstand bekannt, und der liegt mit 2,70 Meter eher im Kompaktbereich. Der BMW X1 und der Hyundai Tucson haben 2,67 Meter Radstand, der Range Rover Evoque und der neue Toyota RAV4 liegen bei 2,66 Meter, während Opel Mokka oder Renault Capture deutlich kleiner sind. In der Kia-Palette liegt der Niro sogar über dem neuen Sportage mit seinen 2,64 Meter Radstand.

cW-Wert: 0,29
Die nun veröffentlichten Bilder zeigen zwar die amerikanische Version, doch die deutsche soll bis auf Details ebenso aussehen, wie von Kia Deutschland zu erfahren ist. Das Design erinnert ein klein wenig an den Sportage, wirkt aber eleganter und limousinenhafter – unter anderem durch einen kleineren Grill und eine niedrige, gestreckte Karosserie. Bei der Gestaltung wurde laut Kia die Aerodynamik berücksichtigt, und das sieht man. Der cW-Wert liegt allerdings bei 0,29, was keine besonders gute Zahl ist – der BMW X1 beispielsweise liegt bei 0,28. Gewichtsreduktion war eine weitere Priorität. Deswegen wurden hochfeste Stähle eingesetzt, Haube und Heckklappe bestehen aus Aluminium und die traditionelle 12-Volt-Batterie entfiel – ihre Aufgabe übernimmt die Hybridbatterie.

148 PS Gesamtleistung und Doppelkupplungsgetriebe
Das Parallelhybrid-System entspricht im Wesentlichen dem Antriebsstrang des Ioniq. Ein 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer (GDI) mit 104 PS und Atkinson-Betriebszyklus wird mit einem 44-PS-Elektromotor kombiniert. So ergibt sich eine Systemleistung von 148 PS und ein Gesamt-Drehmoment von 265 Newtonmeter. Die Kraft wird über eine Sechsgang-Doppelkupplung auf die Vorderräder übertragen – ein Allradantrieb ist offenbar nicht geplant. Das Getriebe soll mit seinen schnellen Gangwechseln zum dynamischen Fahrerlebnis beitragen und den Niro von typischen Hybriden wie dem Toyota Prius mit ihren CVT- oder Planeten-Getrieben abheben. Die Lithium-Polymer-Akkus unter den Fondsitzen speichern 1,56 Kilowattstunden Energie, was nur für ein oder zwei elektrisch gefahrene Kilometer reichen dürfte. Die CO2-Emissionen sollen bei etwa 89 Gramm pro Kilometer liegen, was etwa 3,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer entspricht. Nach Gerüchten ist auch eine Plug-in-Hybrid-Version des Niro geplant.

Viele elektronische Assistenten
Zu den angebotenen Assistenten sollen ein Totwinkel-Warner, ein Querverkehrswarner fürs Rückwärts-Ausparken, ein Spurverlassenswarner und ein Notbremssystem gehören. Ob sich hinter der angekündigten "Advanced Smart Cruise Control" ein Abstandstempomat verbirgt, bleibt noch unklar. Wie beim Ioniq kommt außerdem ein Eco-DAS (Driver Assistance System) zum Einsatz. Es hilft dem Fahrer beim Energiesparen, indem es Navidaten zur Berechnung der optimalen Hybridstrategie nutzt.

Bis 2020 will Kia eine Ökomarke werden
Der Niro erhält auch die neueste Version des Sieben-Zoll-Infotainmentsystems, die aus dem neuen Sportage bekannt ist – mit Anbindungsmöglichkeiten für Smartphones über Android Auto und Apple CarPlay, diversen Telematik-Services, bis zu acht Gigabyte Musikspeicher und mehr. Der Niro dürfte erst 2017 bei uns auf den Markt kommen. Er ist ein weiterer Schritt auf Kias Weg in eine elektrifizierte Zukunft. Bis 2020 will die Marke zu den führenden Anbietern in diesem Bereich gehören.
(sl)

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