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Diese Veröffentlichung ist mit Vorsicht zu genießen Der Blitzatlas 2017 ist da

München, 8. November 2017
Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. stellt seit vielen Jahren Art, Umfang und Örtlichkeit von mobilen Radarkontrollen infrage. Die Ergebnisse werden im sogenannten Blitzatlas veröffentlicht, der nun als 2017er-Ausgabe für München, Berlin, Hamburg und Köln erschien. Doch was bringt dieser Report überhaupt, der Kommunen, Städten und Ländern unterstellt, dass die Verkehrssicherheit nicht immer das entscheidende Kriterium für das Aufstellen von Radarfallen sei?

Wie entstand der Blitzatlas?
Blicken wir zuerst auf den Atlas selbst: Vom 1. Januar bis 17. Oktober 2017 wurden laut des Vereins mithilfe der Online-Community "Blitzer.de" Radarfallen-Meldungen in Berlin, München, Hamburg und Köln erfasst und ausgewertet. So wurden 56.326 Blitzer registriert. Mobil in Deutschland ist der – aus unserer Sicht irrigen – Meinung, dass nur dort geblitzt werden dürfe, wo Unfallschwerpunkte sind (vielleicht gibt es ja an manchen Stellen gerade deshalb wenig Unfälle, weil dort häufig geblitzt wird). Daher hat man verglichen, ob die häufigsten Blitzer-Standorte mit den Unfallschwerpunkten der Städte übereinstimmen, und daraus ein "Abzocke"-Ranking erstellt. Die detaillierten Ergebnisse hierzu finden Sie in unserer Bildergalerie.

Das sagt der Auto Club ACE?
Der Auto Club ACE stellt in einer kurz nach dem Blitzatlas veröffentlichen Stellungnahme fest, dass die Schlussfolgerungen Unfug seien und sie zu schnelles Fahren verharmlosen würden. Aktuelle Untersuchungen der Unfallforschung würden deutlich zeigen, dass innerorts sehr oft – vor allem bei niedrigen Tempolimits – zu schnell gefahren wird. Deshalb seien regelmäßige und unangekündigte Kontrollen wichtig. Außerdem habe Geschwindigkeit innerorts nicht zwangsläufig etwas mit Unfallschwerpunkten zu tun. Daraus zu schließen, dass genau an diesen Punkten Radarkontrollen notwendig seien und woanders nicht, sei schlichtweg falsch.

Kritik auch vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) bemängelt, dass die Auswertung des Vereins auf Meldungen einer Community basieren, die nicht repräsentativ seien. Dem DVR ist es wichtig, bei Verkehrsteilnehmern und Medien Akzeptanz für Überwachungsmaßnahmen, insbesondere auch Radarkontrollen, zu schaffen. Schließlich werde niemand, der sich an die Verkehrsregeln hält, zur Kasse gebeten. Geblitzt wird nur, wer zu schnell fährt und sich selbst und andere gefährdet. Der DVR weist zudem darauf hin, dass "unangepasste Geschwindigkeit" die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge sei. Die konsequente Beachtung von Tempolimits sei daher maßgeblich für die Vermeidung schwerer Verkehrsunfälle. Die Missachtung sei kein Kavaliersdelikt.
(ml)

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