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Lohnt sich der neue Plug-in-Hybrid im 5er? E-Klasse von BMW: Der 530e iPerformance im Test

Berchtesgaden, 27. April 2017
Von 2 bis 7: Nein, das sind nicht die Arbeitszeiten des Autors dieser Zeilen, sondern die Bandbreite der Modellreihen, in denen BMW einen Plug-in-Hybrid anbietet. Angefangen beim 2er Active Tourer über den 3er bis hin zum 7er kann teilweise bis zu 50 Kilometer weit gestromert werden. Jetzt schließt der neue 530e iPerformance die Lücke im Programm. Wir haben die Stecker-Limousine getestet.

Eine Frage der Technik
Natürlich könnte ich es mir nun einfach machen und schreiben: Verbrennungsmotor plus E-Motor plus Batterie plus Stecker. Aber das Gesamtpaket samt technischer Daten ist komplexer. Beim 530e kombiniert BMW mehrere Zutaten aus der Konzernküche: Zum einen den Zweiliter-Benziner mit 184 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment aus dem 330e. Zum anderen den Elektromotor mit 83 Kilowatt entsprechend 113 PS und 250 Newtonmeter aus dem 740e. Insgesamt beträgt die Systemleistung 252 PS, bis zu 420 Newtonmeter werden an die Hinterräder weitergeleitet.

Dreimal 530
Behalten Sie das im Hinterkopf, denn wir werfen einen Blick auf die "normalen" 530er-Modelle von BMW. Fangen wir mit dem 530i, also dem Benziner an: Auch er hat 252 PS, nutzt einen Vierzylinder und liefert 350 Newtonmeter Drehmoment. Das Diesel-Pendant, der 530d, schreibt 265 PS, einen Dreiliter-Sechszylinder und 620 Newtonmeter auf seine Quartettkarte. Mit 5,7 Sekunden auf Tempo 100 kann er sich leicht von den 6,2 Sekunden der Otto-Kollegen absetzen. Man sieht: Der Plug-in-Hybrid ist in etwa zwischen 530i und 530d angesiedelt.

Bald ohne Strippe
Was ist bei der E-Klasse des 5ers noch festzuhalten? Maximal 140 km/h werden elektrisch erreicht, bei 235 km/h ist insgesamt Schluss. Bis zu 50 Kilometer weit geht es ausschließlich mit Strom. An einer Wallbox dauert die Aufladung des 9,2 Kilowattstunden fassenden Akkus knapp drei Stunden, mit Haushaltsstecker sind es gut fünf Stunden. Für 2018 arbeitet BMW auch am induktiven Laden ganz ohne Kabel (Dauer 3,5 Stunden). Die Batterie ist unterhalb der Rücksitzbank untergebracht. So bleiben 410 Liter Kofferraum übrig, die Lehnen können umgeklappt werden.

Schöner gleiten
Soweit also zunächst die technischen Eckdaten. Aber wie fährt sich der 530e? Sehr entspannt! Vor allem das rein elektrische Gleiten der 1.770 Kilogramm schweren Limousine begeistert. Im besonders wirtschaftlichen Eco-Pro-Fahrmodus wird großformatig angezeigt, wie viel Energie gerade abgerufen wird. Klar: Spätestens beim Beschleunigen auf der Autobahn springt der Verbrennungsmotor an. Per Tastendruck könnte ich auch die Elektrospitze von 140 km/h erzwingen, doch ich belasse es beim sogenannten "Auto-eDrive"-Modus. Hier sind maximal 90 Sachen unter Strom drin, generell versuchen sich beide Antriebsquellen zu ergänzen. Dritte Möglichkeit ist eine Art Energiereserve: Liegt mein Ziel zum Beispiel in einer Großstadt, kann ich manuell bestimmen, dass mir bis dahin zwischen 30 und 100 Prozent Akku-Füllung gesichert werden. Sie bleibt unangetastet, bis ich in einen anderen Modus umschalte.

Hörbar am Berg
Beim vorausschauenden Fahren unterstützt das Navi und zeigt unter anderem demnächst kommende Tempolimits an. Doch auf der Autobahn kommt der Benziner im BMW 530e an seine Grenzen. Besonders an Steigungen hört man, wie er sich anstrengt und all seine 184 PS in die Waagschale wirft. Seltsam: Während Gefälle auf Landstraßen dabei hilft, den Akku ein wenig aufzuladen, geschieht das in ähnlichen Situationen auf der Autobahn nicht.

Erstaunliche Bescheidenheit
Schnell wird klar: Wer kilometerfressend auf der Autobahn sein Geld verdient, sollte besser den 530d nehmen. Das Metier des 530e sind Stadt und Landstraße. Offiziell gibt BMW den kombinierten Verbrauch mit 1,9 Liter an. Aber genauso gut kann man auch den Osterhasen als Bundespräsident fordern. Überland erreichte ich mit normaler Fahrweise einen Bestwert von 4,2 Liter. Sehr respektabel, aber was ist, wenn irgendwann die Batterie ausgelutscht ist? Nach 137 Kilometer Gesamtstrecke inklusive Autobahn stieg der Verbrauch überraschend moderat auf 5,1 Liter.

E = extrateuer?
Und wie steht es mit dem Anschaffungspreis? Vor allem US-Kunden sollen sich für den 530e erwärmen, da dort Diesel-Pkw kaum eine Rolle spielen. In Deutschland liegt der 530e bei 52.600 Euro. Gegenüber dem 530i beträgt der Aufschlag noch akzeptable 2.800 Euro, der (stärkere) 530d steht mit 54.300 Euro in der Liste. Mercedes bietet den 350 e mit 286 PS Systemleistung für 59.441 Euro an. So bleibt festzuhalten: Wessen Fahrprofil weitestgehend außerhalb der Autobahn liegt und mit 15.000 Kilometer im Jahr auskommt, für den kann der 530e eine interessante Alternative zum Benziner sein.
(rh)

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