zaehlpixel

343 PS im neuen Offen-M: Wir sind das rasante Sportmobil bereits gefahren BMW Z4 M Roadster: Geballte Kraft, elegant verpackt

Jerez, 24. Februar 2006 – Wieder hat BMW einen neuen Traum-Boliden: Z4 M Roadster heißt das jüngste Münchner Kindl. Um diesen Racker zu zähmen, braucht man zwar keine Super-Nanny-Qualitäten. Aber ein gerüttelt Maß an Vernunft bedarf es schon, um den Heißsporn zu zügeln. Denn: Was da auf uns zugeprescht kommt, hinterlässt einen Luftzug, den man lange spürt. Immerhin wird der bayerische Open-Air von jenem 3,2-Liter-Motor befeuert, der schon den M3 als Coupé und Cabrio mehr als rasant über die Piste treibt. Wir haben den 343 PS starken Z4 M Roadster für Sie getestet.

Leicht trotziger Blick
Die M-Variante des Z4 steht selbstbewusster als die Serienbrüder auf dem Asphalt. Vor allem die markante Schürze gibt der Front ein eigenständiges, breiteres Aussehen. Der Betrachter schaut ein X an, dass von den Streben der Lufteinlässe in der Schürze und von zwei zusätzlichen Linien auf der Motorhaube gebildet wird. Die Niere ist tiefer in den Bug eingebettet, dadurch wirkt der Vorbau länger.

Typisch M: Vier Endrohre
Doch mit einem aufreizenden Blick allein ist es nicht getan, das wissen wir noch aus Disco-Zeiten. Schauen wir uns also zunächst das Hinterteil des Kraftsportlers an: Hier verabschiedet sich der Roadster, wie von einem M nicht anders zu erwarten, links und rechts je zwei chromblitzende Endrohre. Zwischen ihnen macht sich ein Diffusor breit. Die Rückleuchten wurden – wie auch aktuell bei der Normalausführung des BMW-Roadsters – neu gestaltet. Die Lampen verleihen dem Heck einen Blick wie aus halb geschlossenen Lidern. Sie verfügen zudem über das neue zweistufige Bremslicht: Bei einer Vollbremsung warnen zwei zusätzliche Leuchten den Hintermann.

18-Zöller im Doppelspeichen-Design
Der Seitenansicht verleihen vor allem die modischen Leichtmetallfelgen eine knackige Note: Es sind 18-Zöller im typischen M-Doppelspeichen-Design. Die Besohlung ist vorn 225 und hinten 255 Millimeter breit.

Zupackende Sportsitze
Steigen wir ein: Der erste Eindruck von den Sitzen des Münchner Power-Roadsters ist ein sehr umfassender: Wie eingegossen ruht man auf weichem Leder in straffen Polstern. Die Sitze sind nicht nur bequem, sondern bieten mehr als ausreichenden Seitenhalt. Dass ein Tier im edel eingerichteten M Roadster steckt, merkt man nicht nur an der unbändigen Motorkraft: Türen, Armaturentafel und Mitteltunnel sind bei der optionalen Vollausstattung mit Leder bezogen. Griffiges Leder an Schalthebel und Handbremsgriff perfektioniert die Haptik. Den dicken Kranz des relativ kleinen Lenkrades kann man zupackend umfassen und den heißen BMW so mit fester Hand dirigieren.

Kernig-satte M-Klänge
Beim Starten des Sechszylinders kommen die M-Klänge zum Vorschein und lassen die Armhärchen aufstellen. Der röhrend-kernige Sound der Maschine macht Vorfreude auf mehr. Und schon im Leerlauf bekommt man unbändige Lust, mit dem Gas zu spielen, nur um das prickelnde "Wroooomm... wrooomm..." zu hören. Die Geräuschentwicklung reicht von kernig-satt bis heiser-brüllend und passt ausgezeichnet zu diesem Auto. Dass man bei schnellen Lastwechseln ein Hicksen aus den Endrohren erzeugen kann, ist ein zusätzlicher Akustik-Genuss.

LED als variabler gelber Bereich
Hat der Antrieb seine Betriebstemperatur noch nicht erreicht, sollte man sich zügeln. Wie lange, verraten LED-Lichter im Drehzahlmesser, die wie ein flexibler gelber Bereich nach und nach verlöschen und höhere Touren zulassen. Sobald die Maschine wohl temperiert und die Strecke frei ist, kann man dem nur mühsam unterdrückten Drängen der starken Hengste nachgeben. Schier endlos dreht die Maschine nach oben und zieht den Roadster dabei wie ein Rennpferd den Streitwagen.

Enormer Schub
Bei 7.900 Touren sind 343 Pferdestärken auf der Strecke, bis zur 8.000er-Marke lässt sich die Drehzahlmessernadel drücken. Bis dieser Wert erreicht ist, kann man den enormen Schub genießen. Kraft ist fast zu jeder Zeit in großer Menge vorhanden, schon ab 2.000 U/min prasseln 80 Prozent des maximalen Drehmoments von satten 365 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Das verleiht dem M-Roadster insgesamt eine Sportlichkeit, die noch nicht einmal im Rennwagenbereich selbstverständlich ist: Nach nur fünf Sekunden (!) streift die Tachonadel die 100 km/h. Im vierten Gang vergehen ebenfalls nur fünf Sekunden, um von Tempo 80 auf 120 zu kommen. Das wirkt nicht zuletzt auch als Antitranspirant, denn Überholvorgängen ist entscheidend die Angst genommen. Das Gefühl vom gewaltigen Vorwärtsdrang lässt sich noch steigern: Wer den Sport-Knopf in der Mittelkonsole drückt, erlebt ein spürbar spontaneres Ansprechen des Motors auf Gaspedalbefehle.

Souveränes Kurvenverhalten
Für den Alltagseinsatz ist das Fahrwerk zwar nicht super-komfortabel ausgelegt, aber auch nicht bretthart oder gar unbequem. Die wahren Qualitäten des M Roadsters lassen sich allerdings auf der Serpentine, oder noch besser, auf abgesperrten Rennstrecken erleben. Wer hier Wind sät, wird Sturm ernten: Der rasante Bayer lässt sich überaus souverän und nahezu neutral um Kurven bringen. Dazu steuert auch die exakte hydraulische Zahnstangenlenkung ihren Part bei: Dank ihrer Hilfe lässt sich der Roadster präzise und mit leichter Hand zirkeln. Dazu passen das super-exakte Sechsgang-Schaltgetriebe und die überraschend leichtgängige Kupplung.

DSC und Differenzialsperre als Helfer
Eine Seitenneigung ist kaum spürbar, zudem fällt das Heck nicht durch Ausbruchsversuche auf. Hier hilft die elektronische Stabilitätskontrolle DSC, die für den M speziell angepasst wurde. Anstelle einer dynamischen Traktionskontrolle (DTC) verfügt der rasante Z4 zudem über die Differenzialsperre aus dem M3: Sie bietet einen Traktionsvorteil. Ein weiteres Gemeinschaftsprodukt aus der M3-Familie ist die Hochleistungs-Bremsanlage aus dem M3 CSL, die den Z4 nach nur 34 Metern aus Tempo 100 zum Stehen zu bringt.

Dach öffnet in zehn Sekunden
Dass dieser Z4 auch den offenen Roadster-Spaß mitbringt, ist natürlich ein zusätzlicher Traumwagen-Faktor des Neulings. Es dauert nur einen Knopfdruck und zehn Sekunden, um das Verdeck in einen speziellen Kasten zu falten und den blauen Himmel zu genießen. Optional wird ein Windschott-System angeboten.

Ab 57.900 Euro
Dass bei so viel Fahrspaß auch der Verbrauch im höheren Bereich liegt, ist ein verständlicher Umstand: Der Hersteller beziffert den Durst mit durchschnittlich 12,1 Liter. Aber wer 57.900 Euro ausgibt, um einen Zweisitzer mit eher bescheidenen Stauqualitäten anzuschaffen, achtet weniger auf die praktischen Werte eines solchen Autos. Für den genannten Anschaffungspreis bekommt man übrigens nicht das geballte Kraftpaket, sondern auch die Klimaautomatik, Leder-Sitzbezüge, Aluräder, Xenonlicht und das komplette M-Paket inklusive massiv viel Freude am Fahren.

Zur Bildergalerie (31 Bilder)

Gut informiert mit AutoNEWS: Hier geht es mit einem Klick zum kostenlosen Newsletter

blog comments powered by Disqus