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Was kann der rustikale Kombi mit 90-PS-Benziner? Test: Dacia Logan MCV Stepway

Haar, 29. Januar 2018
Eigentlich steht Dacia fernab jeden Verdachts, jede Modewelle mitzumachen. Und doch weht jetzt ein Hauch von Lifestyle durchs Programm. Genauer gesagt, beim Logan MCV. Der Kombi erhält wie Dokker, Lodgy und Sandero eine Stepway-Version zur Seite gestellt. Vereinfacht gesagt: Eine Offroad-Optik, ohne Allrad zu haben. Also alles nur ein Gag? Wir haben den Logan MCV Stepway getestet.

Mehr Pep mit Plastik
Lassen Sie uns den Dacia Logan MCV Stepway genauer unter die Lupe nehmen. Die Länge wächst aufgrund der Anbauteile leicht auf jetzt 4,53 Meter, hinzu kommt eine Höherlegung um fünf auf jetzt 17,4 Zentimeter. Nicht die Welt, aber doch beruhigend beim Parken vor und an Bordsteinen. Optische Highlights sind eine zweifarbige Frontschürze, Seitenschweller und Radhausverbreiterungen in Schwarz plus silberfarbene Akzente an den Außenspiegeln und der Dachreling.

Schwächen im Detail
Innen sorgen hellgraue Zierelemente mit orangefarbenen Rahmen für etwas Pfiff, ansonsten ist der Innenraum zweckmäßig mit einem hohen Anteil an harten Kunststoffen. Klar, Premium ist anders, aber Dacia-Käufer bezahlen auch keine Premium-Preise. "Arm, aber anständig" trifft Materialien und Verarbeitung sicher ganz gut. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Und das im wahrsten Wortsinn: Im Dunkeln ärgert man sich über manch unbeleuchteten Schalter. Bestenfalls mäßig sind auch die zu weichen Vordersitze, für die es beim Logan MCV aber selbst für Geld und gute Worte keine Heizung gibt. Ein Highlight ist jedoch das beim "Stepway Celebration" (quasi der Nobelausstattung) serienmäßige, sehr leicht zu bedienende Multimediasystem mit Navi.

Die reinste Raumfähre
Ich begebe mich in den Fond und schließe die Tür mit dünnem "Plonk". Auf der Rückbank besteht kein Grund zur Klage, Platzmangel ist hier ein Fremdwort. Noch geräumiger geht es im Kofferraum zu: Satte 573 bis 1.680 Liter kann ich einladen. Hobbymusiker können also nicht nur ihr Instrument einpacken, sondern auch die ihrer Band. Als Wert für die Zuladung gibt Dacia übrigens 474 Kilogramm an. Ein echter Pluspunkt ist der beim Logan MCV Stepway unterhalb der Heckklappe unlackierte Stoßfänger. Das hilft beim Einladen, sperrige Sachen können dabei ohne Sorgen um den Lack kurz abgestellt werden.

Solider Durchschnitt
Wenden wir uns dem Antrieb und dem Fahrwerk zu. Unser Testwagen hatte den 90-PS-Turbobenziner unter der Haube. Er bringt die Fuhre ausreichend in Schwung, dabei bleibt sein Dreizylinder-Klang präsent. Ausreichend ist das richtige Wort für manchen Teilaspekt des Dacia Logan MCV Stepway. Das Fahrwerk ist zwar schluckfreudig, aber nicht sänftengleich, die Lenkung etwas indirekt, aber auch nicht extrem schwammig. Einziger richtiger Minuspunkt: Bei kälterem Klima erweist sich der Rückwärtsgang als ziemlich störrisch.

Ein heißer Preis
Naturgemäß macht bei Dacia das Kostenkapitel richtig Freude, auch beim Logan MCV Stepway ist das nicht anders. Blicken wir zunächst auf den Verbrauch: 7,6 Liter stehen bei uns im Winterbetrieb mit wechselnden Fahrern zu Buche, 5,1 Liter gibt Dacia kombiniert an. In der Mitte getroffen, erscheint eine Sechs vor den Komma machbar. Absoluter Megahammer ist aber der Preis: So mancher schätzte den von uns getesteten Logan MCV Stepway in Richtung 18.000 Euro. Weit gefehlt! Exakt 12.200 Euro ruft Dacia auf. Und nein, das ist kein Tippfehler. Viel teurer wird es kaum, weil die Preise für Extras mit spitzem Stift kalkuliert sind. Einparkhilfe mit Kamera? 150 Euro, ebenso elektrische Fensterheber hinten. Dazu Metalliclack (470 Euro), Teilleder (500 Euro), Kartenmaterial fürs Navi (50 Euro) und das Notrad (100 Euro). Macht unter dem Strich 13.620 Euro. Nur mal zum Vergleich: Ein Smart Fortwo mit dem gleichen 90-PS-Turbobenziner fängt als ziemlich nackte Hütte bei 12.000 Euro an.
(rh)

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