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Mit neuem 160-PS-Diesel und Neungang-Automat im Test Honda CR-V: Zugpferd frisch gestriegelt

Barcelona (Spanien), 26. Januar 2015
Der CR-V ist das Zugpferd von Honda, und das nicht nur wegen seiner Allrad-Option. Weltweit ist er einer der meist verkauften Kompakt-SUVs überhaupt. Und in Deutschland bekommt er sogar einen Superlativ: Er ist der bei den Kunden das beliebteste Modell der Marke, jeder dritte verkaufte Honda ist ein CR-V. Gelobt wird vor allem sein hervorragendes Platzangebot, schon allein sein 589-Liter-Kofferraum ist eine Empfehlung wert. Der Klassenprimus VW Tiguan schluckt nur 470 Liter.

2,2-Liter-Diesel wird abgelöst
Da die aktuelle, vierte Generation des CR-V schon seit 2012 auf dem Markt ist, hat Honda seinem Großen ein umfassendes Update spendiert. Die wohl wichtigsten Neuerungen sind ein 1,6-Liter-Biturbo-Diesel mit 160 PS und eine Neungang-Automatik. Der betagte 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS wird ersatzlos gestrichen, der bekannte Fünfgang-Automat steht nur noch für den Benziner (ein Zweiliter-Motor mit 155 PS) zur Verfügung. Weiter im Programm bleibt auch der 120-PS-Diesel, der ausschließlich mit Schaltgetriebe und Frontantrieb offeriert wird. Wie schlägt sich die neue Maschine? Das wollten wir wissen und haben sie in Kombination mit der 2.100 Euro teuren Neungang-Box und dem beim starken Diesel stets serienmäßigem Allradantrieb getestet.

Geschmeidig von unten raus
Der Biturbo-Motor zieht vom Start weg gleichmäßig und mit ordentlich viel Druck an, ein Turboloch ist nicht vorhanden. Ab 2.000 Touren legen sich 350 Newtonmeter kräftig ins Zeug, auch wenn die 1,7 Tonnen Wagengewicht spürbar sind.Zehn Sekunden auf Tempo 100 und fast 200 km/h Spitze finden wir akzeptabel. Das Aggregat arbeitet angenehm leise und bleibt auch bei höheren Touren akustisch dezent im Hintergrund. Wie zu erwarten, ist von den Schaltvorgängen der gut abgestuften Neungang-Automatik kaum etwas zu spüren. Das Getriebe – das übrigens ebenso von ZF stammt wie die vergleichbare Box im Range Rover Evoque – ist eine Empfehlung für alle, die gern geschmeidig reisen. Es gibt zwar einen "S"-Modus, in dem später hoch geschaltet wird, und sogar Lenkrad-Wippen fürs Handschalten. Aber im Alltag braucht man das eigentlich nicht.

Fahrwerk und Lenkung besser abgestimmt
Laut Honda soll dieser CRV mit Automatik und 18-Zoll-Rädern 5,3 Liter Diesel verbrauchen. Wir haben nach unserem ersten Test, der überwiegend über Landstraßen und durch Ortschaften ging, 6,7 Liter vom Bordcomputer abgelesen, einen genaueren Messwert konnten wir noch nicht ermitteln. Was uns beim Facelift-Modell richtig gut gefällt, ist die neue Abstimmung des Fahrwerks: Das Auto liegt deutlich satter auf der Straße und neigt sich in Kurven weniger zur Seite. Dennoch ist der Wagen nach wie vor gut gefedert und schluckt Querrillen gut weg. Im Vergleich zum Vorgänger wurde auch bei der Steuerung nachjustiert. Das ist gut gelungen: Die Lenkung ist direkter geworden und vermittelt ein viel besseres Feedback von der Straße.

Intelligenter Abstandstempomat
Interessant sind neue Assistenz- und Sicherheitssysteme, die nun bestellbar sind. So wie ein neuer Geschwindigkeitsregler, den Honda "i-ACC" (Intelligent Adaptive Cruise Control) nennt. Das System funktioniert mit Hilfe einer Kamera und eines Radarsystems. Es kann vorhersehen, wenn ein Auto auf einer anderen Spur in die eigene Fahrspur einscheren könnte, etwa, um ein Fahrzeug vor ihm zu überholen. Dadurch kann der Abstandstempomat schneller reagieren, wenn das Auto dann wirklich einschert. Ein erster Versuch auf einer spanischen Autobahn hat gezeigt, dass der CR-V wirklich spontaner abbremst, wenn diese Situation vorkommt.

Honda Connect jetzt verfügbar
Neu ins Programm kommt jetzt zudem das Infotainment-System "Honda Connect". Es arbeitet mit einem Android-Betriebssystem und lässt sich wie ein Smartphone mit Touchscreen bedienen. Neben dem Empfang von DAB+ und Internetradio bietet es nicht nur verschiedene Apps für Nachrichten und andere Informationen, sondern gegen Aufpreis auch eine Garmin-Navigation. Zudem kann das eigene Smartphone (egal, ob Android oder iPhone) via MirrorLink verbunden und am Touchscreen bedient werden. Die Apps lassen sich am Bildschirm recht gut nutzen, allerdings sind Funktionen wie der Internetbrowser nicht während der Fahrt nutzbar. Einen Kritikpunkt gibt es: Das Lautstärke-Drehrad des Vorgängersystem ist verschwunden. Nun gibt es eine Wippe, die sich jedoch von den anderen Tasten kaum hervorhebt. Das ist gewöhnungsbedürftig.

Dezente Retuschen
Während die Technik des CR-V umfassend feingeschliffen wurde, sind die optischen Retuschen dezent, aber nach unserer Meinung wirkungsvoll ausgefallen. Vorn strahlen neue Scheinwerfer, die in den ebenfalls überarbeiteten Kühlergrill übergehen, am Heck gibt's neue LED-Leuchten. Und innen glänzt nun an der Armaturentafel eine neue Chromleiste, außerdem wurde die Mittelkonsole im Bereich der Handbremse hübscher gestaltet.

Ab 23.490 Euro
Der neue CR-V steht ab dem 15. März 2015 beim Händler, sein Grundpreis startet bei 23.490 Euro für den Benziner mit Frontantrieb und Handschaltung. Der von uns getestete 160 PS-Diesel in Kombination mit Allradsystem und Neungang-Automatik ist ab 34.690 Euro zu haben. Im Preis inbegriffen sind beispielsweise eine Zweizonen-Klimaautomatik und das Connect-System mit Sieben-Zoll-Touchscreen. Ein Fahrerassistenz-Paket, unter anderem mit Totwinkelwarner, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung kostet 750 Euro Aufpreis, die Navigationsfunktion ist für 600 Euro zu haben.
(hd)

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