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Das neue Hyundai i30 Coupé im Test Zwei Türen weniger, dafür ein Hauch mehr Sportlichkeit

Lissabon (Portugal), 28. Februar 2013
In Kürze startet der Genfer Autosalon 2013. Beste Gelegenheit für die Großen der Autoindustrie, die Neuheiten der Konkurrenz unter die Lupe zu nehmen. Ob VW-Boss Martin Winterkorn wieder am Hyundai-Stand vorbei kommt und schaut, ob nix scheppert? Bei der Präsentation des Golf-Gegners i30 auf der IAA 2011 war der Wolfsburger Konzernchef sichtlich beeindruckt von der Qualität des Autos. In Genf könnte Winterkorn die neue Dreitürer-Variante des i30 begutachten. Wir sind das i30 Coupé bereits gefahren.

Nicht nur zwei Türen weniger
Die Bezeichnung "Coupé" mag in diesem Fall etwas übertrieben erscheinen – sie klingt immerhin eleganter, sportlicher und eigenständiger als "Dreitürer". Und ein bisschen Eigenständigkeit bringt die dritte Karosserievariante nach Fünftürer und Kombi ja auch mit. Das im europäischen Design- und Entwicklungszentrum entworfene i30 Coupé besitzt 17 Zentimeter längere Türen und eine stärker ansteigende Fensterlinie, die mit einem steilen Knick nach oben endet. Die dadurch voluminöser ausfallende C-Säule erschwert allerdings den Rundumblick nach hinten. Weitere Merkmale des Dreitürers sind die schwarze statt in Wagenfarbe lackierte Querleiste im großen Kühlergrill, eine dunkle Spoilerlippe vorn, runde Nebelscheinwerfer, eigenständige Tagfahr-LEDs, ein schwarzer Heckeinsatz und waagrechte statt senkrechte Nebelschlussleuchten.

Keine Einschränkungen beim Platzangebot
Die Außenabmessungen und der Radstand sind identisch mit dem Fünftürer. Deshalb gibt es auch keinerlei Einbußen beim Platzangebot. Der Kofferraum fasst unverändert 378 bis 1.316 Liter und liegt damit auf Golf-Niveau. Hat man sich in den Fond gezwängt, wie das bei einem Dreitürer eben nur mit Verrenkungen gelingt, kann man dort bequem und mit angemessenem Raum für Beine, Oberkörper und Kopf sitzen. Auch der hintere Mittelplatz ist gut nutzbar – er ist so weich wie der Rest der Rückbank gepolstert, im Fußraum stört kein hoher Mitteltunnel.

Hochwertige "Design"-Ausstattung
Exklusiv für das i30 Coupé wird die hochwertige Ausstattungslinie "Design" angeboten. Das ansonsten eher düstere Interieur wird in diesem Fall durch hellbraune Sitzbezüge sowie orangefarbene Ziernähte an Lenkrad, Schaltknauf und Türarmlehnen aufgepeppt. Die Cockpitgestaltung im i30 weiß ohnehin zu gefallen: Die Kommandozentrale präsentiert sich übersichtlich und hochwertig gestaltet – kein Vergleich mit dem biederen Ambiente früherer Hyundai-Modelle. Verarbeitung und Materialanmutung stimmen ebenfalls und übertreffen die Fahrzeuge der Schwestermarke Kia deutlich. Für annehmbare 1.120 Euro gibt es ein überzeugendes Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Touchscreen und Rückfahrkamera.

Schwachpunkt Motoren
Mit der der präzisen Sechsgang-Schaltung, der ausreichend direkten Lenkung sowie dem alltagstauglichen, komfortablen Fahrwerk sammelt das i30 Coupé weitere Pluspunkte. Doch es gibt einen gravierenden Schwachpunkt bei der Kompakt-Baureihe: die Motoren. Der Kunde hat die Wahl aus vier verschiedenen Triebwerken. Die Benziner leisten 99 beziehungsweise 135 PS, die beiden Turbodiesel gehen mit 90 und 128 PS an den Start. Die Einstiegsaggregate lassen schon auf dem Papier erahnen, dass hier nicht allzu viel Fahrspaß zu erwarten ist. Von den stärkeren Motorisierungen würde man sich ein bisschen davon aber schon wünschen. Der Topdiesel 1.6 CRDi mit 128 PS kommt relativ schleppend aus dem Drehzahlkeller und legt auch danach eher mäßig zu. Vom Turbolader ist nur wenig zu spüren. Wohlwollend kann man von gleichmäßiger Beschleunigung sprechen. 10,9 Sekunden vergehen für den Spurt von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 197 km/h. Immerhin läuft der Vierzylinder ruhig und leise, bietet damit eine angenehme Geräuschkulisse. Die vom Hersteller angegebenen 4,1 Liter Durchschnittsverbrauch können sich durchaus sehen lassen. Da der 1,6-Liter-Diesel aber zu hochtouriger Fahrt verleitet, fließen schnell mal sieben Liter durch die Kraftstoffleitungen.

Etwas günstiger als der Fünftürer
Das Hyundai i30 Coupé startet als 1,4-Liter-Benziner bei 15.590 Euro, das sind 510 Euro weniger als für den entsprechenden Fünftürer. Der von uns gefahrene 1.6 CRDi ist ab 21.760 Euro und ausschließlich in der Design-Ausstattung erhältlich. Sie umfasst unter anderem Parksensoren hinten, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Teilledersitze, eine Klimaanlage sowie ein Audiosystem mit CD-Player, AUX/USB-Anschluss und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Viele gängige Extras lassen sich über insgesamt drei Pakete hinzubuchen. Fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung sind inklusive. Zum Vergleich: Der dreitürige VW Golf 1.6 TDI mit nur 105 PS kostet in der mittleren Ausstattungsvariante Comfortline bereits mindestens 22.675 Euro.
(mn)

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