zaehlpixel

Der neue Hyundai i30 Kombi im Test Premium statt preiswert?

Meerbusch, 14. Juli 2017
Hyundai will hoch hinaus: Bis zum Jahr 2021 möchten die Koreaner zur stärksten asiatischen Marke werden. In Deutschland ist es ihnen bereits gelungen. Bei drei Prozent lag hierzulande der Marktanteil im ersten Halbjahr 2017 und damit klar vor Nissan und Toyota. Ein Wunder? Mitnichten: Die Mischung aus günstigem Preis, guter Ausstattung, ansprechendem Design und langer Garantie lockt die Kunden zu Hyundai. Beim Volumenmodell, dem i30, legt man jetzt in Gestalt des Fastback und des N noch eine Schippe drauf. Motto: Einen Hyundai nicht kaufen müssen, sondern wollen. Das Auge isst mit, ebenso beim neuen i30 Kombi. Wir haben ihn getestet.

Lademeister mit Mercedes-Optik
Bereits auf den ersten Blick fällt auf: Ganz schön schick für einen Kombi. Im Profil mit der nach hinten abfallenden Dachlinie erinnert der Familien-i30 an den Mercedes CLA Shooting Brake. Kein schlechtes Vorbild, allerdings wird das Einparken ähnlich wie im Benz durch fette D-Säulen erschwert. Parkpiepser sollten also mindestens Pflicht sein, zumal der i30 Kombi mit 4,58 Meter Länge daherkommt. Die Zielrichtung ist klar, es geht gegen den nur ein Zentimeter kürzeren VW Golf Variant. Überraschenderweise hat der Hyundai beim Gepäckvolumen die Nase vorn, nämlich 602 bis 1.650 Liter gegenüber 605 bis 1.620 Liter beim VW. Praktisch sind die auf Schienen geführten Raumteiler im Heck. Als einzelnes Extra (300 Euro) gibt sie aber nur für die Topausstattung.

Praktisch und funktional
In einem Punkt reicht der Hyundai i30 Kombi nicht an den VW Golf Variant heran: Die Kniefreiheit im Fond ist bestenfalls ordentlich, aber beileibe nicht üppig. Wer eine Reihe nach vorne wechselt, wird positiv überrascht. Das Cockpit im i30 ist ansprechend gestaltet. Alles ist schnell verständlich, die Anzeigen mit großen Zahlen bestens ablesbar. Eine Empfehlung ist das einfach zu bedienende Navi, das es aber erst ab der mittleren Trend-Ausstattung optional gibt. Immer inklusive ist das praktische Ablagefach vor dem Schalthebel mit einer Klappe zum Schließen. So können kleinere Dinge vor verbotenen Blicken geschützt werden. Apropos Blick: Das genarbte Hartplastik in den Türen und im Armaturenbrett zeigt, wo zugunsten des Preises gespart wird. Doch Vielfahrer werden sich sagen: Wo kein Softlack drauf ist, kann er auch nicht abblättern.

Automatik nicht für alle
Bezüglich der Motorenauswahl geht es mit 100 PS aus einem 1,4-Liter-Saugbenziner los. Da die meisten i30-Aggregate von uns bereits im Fünftürer getestet wurden, liegt unser Augenmerk beim Kombi auf den Motoren mit Automatikgetriebe. Hyundai setzt im i30 auf eine Doppelkupplung (DCT genannt) mit sieben Gängen, die 1.900 Euro extra kostet. Es gibt sie sowohl für die beiden Diesel mit 110 und 136 PS als auch im Turbo-Benziner mit 140 PS.

Diesel und DCT? Das passt!
Eine erste Testrunde im erwähnten Benziner zeigt drei Dinge: Untertouriges Fahren mag er nicht, er wirkt lahmer als auf dem Papier (9,5 Sekunden auf Tempo 100 mit DCT) und die manuelle Schaltung ist kein großer Wurf. Viel runder fühlt sich die Mischung aus 110-PS-Diesel und DCT an. Der gut gedämmte Selbstzünder verrichtet leise seine Arbeit, dazu wechselt das Getriebe flink die Gänge. 11,5 Sekunden gibt Hyundai für den 100er-Sprint an, aber 280 Newtonmeter Drehmoment ab 1.500 Touren reißen es wortwörtlich heraus. In Sachen Abgasreinigung setzen die Diesel im i30 übrigens auf einen NOx-Speicherkat mit Abgasrückführung. Falls in der aktuellen Lage Diesel-Skepsis besteht: Eine schlechte Wahl ist auch der DCT-Benziner nicht, zumal er 1.400 Euro spart. Gemeinsam haben die i30-Kombimodelle, dass etwas Feinschliff an Lenkung und Federung fehlt. Allerdings ist das schon Jammern auf hohem Niveau.

Ein Faible für Pakete
Und auf welchem Niveau befinden sich die Preise des Hyundai i30 Kombi? Den 140-PS-Benziner mit DCT gibt es erst ab der mittleren Ausstattung "Trend" für 25.250 Euro. Als Vorteil können hier viele Extras wie etwa ein adaptiver Tempomat oder Voll-LED-Scheinwerfer geordert werden, diese aber oft nur in Paketen. Unterhalb von "Trend" liegt die "Select"-Variante. Sie gibt es beim 110-PS-Diesel, wodurch dieser schon bei 24.900 Euro beginnt. Im direkten Vergleich zum 1.750 Euro teureren "Trend" fehlt an Ausstattung nicht viel. Tipp: 15-Zoll-Alus (400 Euro) und das Funktions-Paket aus Einparkhilfe hinten, Lederlenkrad und Mittelarmlehne vorne (450 Euro). Fertig ist die Laube. Ein Tempomat, eine Klimaanlage, ein Lichtsensor und eine Audioanlage sind übrigens bei jedem i30 Kombi ab Werk dabei. Abschließend der Blick zum VW Golf Variant. Er startet bei 21.575 Euro für den 115 PS starken 1.0 TSI. Damit vergleichbar ist der i30 Kombi 1.0 T-GDI mit 120 PS, der bei 20.700 Euro beginnt.
(rh)

Zur Bildergalerie (17 Bilder)

Gut informiert mit AutoNEWS: Hier geht es mit einem Klick zum kostenlosen Newsletter

blog comments powered by Disqus