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Im Test: Skoda Octavia mit Facelift und 1,8-Liter-TFSI Nur Kosmetik oder echter Mehrwert?

Porto (Portugal), 9. Februar 2017
Skoda verpasst seinem Dauerbrenner Octavia ein aufwendiges Facelift – und der Name ist Programm. Besonders auffällig ist die Veränderung an der Front des Fahrzeugs. Was sich im Cockpit und unter dem Blechkleid sonst noch so alles getan hat, klären wir in einem ersten Test.

Die neue Optik polarisiert
Werfen wir zu erst einen Blick auf die neue Optik des Octavia. An der Front gibt es nun einen deutlich breiteren Kühlergrill und zweigeteilte Scheinwerfer, die das Facelift von den Marken-Brüdern Superb und Rapid abheben. Gleichzeitig mit dem neuen Design der Leuchten kommt auch erstmals LED-Technik am Octavia zum Einsatz. Serienmäßig gibt es LED-Tagfahrlicht, ab der Ausstattungslinie "Ambition" sind Voll-LED-Scheinwerfer erhältlich. LED-Lampen gibt es auch am Heck des Octavia, das mit einem neuen Stoßfänger kraftvoller wirkt als bisher. Die Außenmaße haben sich im Zuge des Facelifts nur marginal verändert: Die Limousine wuchs um 1,1 Zentimeter in die Länge, der Kombi um 0,8 Zentimeter. Der Radstand liegt unverändert bei knapp 2,69 Meter.

Neues im Innenraum
Interessanter als das Facelift der Front sind die Neuerungen im Innenraum. Das Infotainment entspricht nun der aktuellen Generation aus dem VAG-Baukasten. Im Basismodell ist ein Radio mit 6,5-Zoll-Display und den wichtigsten Input-Anschlüssen wie USB, Aux oder Bluetooth verbaut. Optional gibt es Navigation mit 8- und 9,2-Zoll-Displays. Apple CarPlay ist dann genauso an Bord wie Android Auto. Das größte Display glänzt mit einer hochwertigen Glas-Oberfläche und fühlt sich an wie ein teures Smartphone – richtig gut! Bei der Bedienung gibt es allerdings noch ein paar Kinderkrankheiten, so verliert das Navi beim Zoomen mit zwei Fingern beispielsweise den Fokus auf das Auto – nervig. Neben dem neuen Navi gibt es nun schon im Basis-Octavia DAB-Empfang. Außerdem überarbeiteten die Tschechen die Kombiinstrumente, die Klima-Bedieneinheit und die Dekor-Leisten in den Türen.

Skoda: Simply Clever
Ebenfalls im Innenraum sind zahlreiche "Simply Clever"-Ideen untergebracht. Dazu zählen unter anderem die Gepäckraumleuchte, die sich herausnehmen und als Taschenlampe verwenden lässt oder der praktische Handy-, Schlüssel- und Münzenhalter in der Mittelkonsole. Außerdem ist in der Mittelkonsole ein Cupholder verbaut, der das einhändige Öffnen von PET-Flaschen erlaubt. Die beiden USB-Anschlüsse und die Flach-Steckdose im Fond dürften besonders bei der nach Entertainment lechzenden Generation auf den Rücksitzen gut ankommen.

Fährt wie immer
Auf den Fahreindruck haben die vielen optischen Neuerungen keinen Einfluss. Der Octavia fährt wie gehabt. Unser 180-PS-Benziner mit 1,8 Liter Hubraum stemmt 250 Newtonmeter Drehmoment über ein DSG-Getriebe mit sieben Gängen auf die Vorderräder. Die Leistung ist mehr als ausreichend um auf der Autobahn vernünftig mitzuschwimmen, dürfte vor allem im Komfort- und Normal-Modus allerdings etwas spontaner zur Verfügung stehen. In 7,3 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 231 km/h. Die adaptiven Dämpfer mit drei Fahrmodi verändern das Fahrverhalten des Octavia spürbar. Im Sport-Modus strafft sich der Tscheche merklich und rumpelt deutlich härter über Bodenwellen und Querfugen. Das Getriebe ist wie gewohnt äußerst souverän und liefert eine angenehme und schnelle Arbeit ab. Lobend zu erwähnen ist das für so ein geräumiges Auto niedrige Leergewicht von nur 1.320 Kilogramm. In den Kofferraum passen mindestens 590 und maximal 1.580 Liter Gepäck.

Preise und Marktstart
Der neue Octavia kommt Anfang März 2017 zu den Händlern. Die Preise beginnen bei 17.450 Euro, der von uns getestete 1,8-Liter-TFSI mit DSG startet bei knapp 27.000 Euro. Der teuerste Octavia ist der Zweiliter-TDI mit Allradantrieb und DSG für satte 35.560 Euro in der Top-Ausstattung. Löst der Octavia einen echten Habenwollen-Reflex bei uns aus? Nein. Das liegt aber nicht daran, dass er ein schlechtes Auto wäre. Sehr solide, etwas bieder und damit auch etwas langweilig – wir freuen uns schon auf den neuen Octavia RS.
(mf)

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