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140-PS-Diesel, Allrad, Schaltgetriebe, Schnee und Eis Jeep Compass im Wintertest

Innsbruck (Österreich), 14. Dezember 2017
Dass Jeep mit dem neuen Compass ein konkurrenzfähiges Kompakt-SUV auf die Beine gestellt hat, konnte ich bereits im Sommer 2017 erfahren. Damals war ich in der Nähe von Lissabon mit dem geländefähigsten Modell unterwegs. Da es den sogenannten Trailhawk allerdings nur mit dem starken 170-PS-Diesel und der Neungang-Automatik gibt, war es nun Zeit für eine Testfahrt mit einem anderen Derivat. So habe ich jetzt die verschneiten Straßen Österreichs unter die Compass-Räder genommen. Der Antrieb meiner Wahl: der 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 140 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe und Allradantrieb.

Leises Aggregat und Allrad-Anfahrer
Auf den ersten Kilometern fällt schnell auf, dass das Aggregat recht gut gedämmt ist. Ein gewisses Brummen ist zwar zu vernehmen, so unangenehm wie beispielsweise im Renegade klingt der Selbstzünder aber nicht. Die 350 Newtonmeter Drehmoment liegen bereits bei sehr frühen 1.500 Umdrehungen an und so wirkt der Motor auch im unteren Tourenbereich schön kraftvoll. Dazu kommt, dass der Compass bis Tempo 30 stets mit Allrad anfährt. Gesetz den Fall, Sie haben sich jetzt an das nicht ganz so definierte Schaltgetriebe gewöhnt (sollte machbar sein) und Sie schaffen es, die Gänge flüssiger als ich durchzuschalten, dann beschleunigt der Compass in 10,1 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 190 km/h an, den Durchschnittsverbrauch mit 5,2 Liter.

Amerikanische-Gene? Nur noch teilweise ...
Die Fahrleistungen können sich eigentlich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass der Compass mit eben diesem Antriebsstrang je nach Ausstattungsfeatures zwischen 1,6 und 1,8 Tonnen auf die Waage bringt. Auf der Geraden können die Pfunde also gut kaschiert werden, in Kurven sieht das Ganze ein wenig anders aus. Der Compass ist kein Kurvendynamiker. Doch daran ist nicht nur das Gewicht Schuld. Bei der Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung konnte Jeep diesem SUV den amerikanischen Touch nicht ganz austreiben. Wie schon beim Trailhawk angemerkt: Die deutsche Konkurrenz geht bei diesen Eigenschaften etwas bestimmter ans Werk, Segment-Gegner aus Frankreich liegen in Sachen Präzision aber auf Augenhöhe. Übrigens: Die Sitze sind gut, der Platz auf der Rückbank ist okay und bei der Verarbeitung sowie der Materialwahl lässt der Compass nicht allzusehr den Amerikaner raushängen.

Ab ins rutschige Winterparadies
Ich verlasse die befestigten Wege und wechsle auf Schnee und Eis. Über eine vier Kilometer lange Schlittenabfahrt soll es auf eine Berghütte gehen. Ich aktiviere "4WD Lock" per Knopfdruck, damit mir für die rutschige Passage ein permanenter Allradantrieb zur Verfügung steht. Normalerweise werden die Antriebsmomente nach Bedarf verteilt und so kann es auch einmal vorkommen, dass der Allrad-Compass seine Hinterachse samt Kardanwelle komplett stilllegt und man nur mit Frontantrieb unterwegs ist. Jetzt nicht. Dazu wähle ich den "Snow"-Modus. In "Auto" war ich jetzt schon die ganze Zeit unterwegs, "Sand" oder "Mud" scheinen mir irgendwie unangebracht und der "Rock"-Modus sowie die elektronische Untersetzung sind nicht an Bord. Die beiden letzten Features sind nämlich dem Trailhawk vorbehalten. Die Hütte erreiche ich trotzdem ohne Probleme. Wenn Sie Ihren Compass also nicht nur für die Fahrt zum Supermarkt oder zum Fußballtraining der Kinder benötigen, sondern sich Ihr Wochenenddomizil oder Ihr Büro inmitten eines Skigebiets befindet, sollten Sie selbst ohne Trailrated-Logos auf der Karosse nie in Schwierigkeiten geraten.

Die Preisgestaltung und die Ausstattungen im Detail
Der Einstiegspreis der Compass-Welt liegt bei 24.900 Euro. Dafür bekommen Sie den Wagen mit 140-PS-Turbobenziner, Sechsgang-Schaltung und Frontantrieb in der Ausstattungslinie "Sport". Serienmäßig an Bord sind dann bereits ein Tempomat, ein Spurhalteassistent, ein 5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole sowie eine Klimaanlage. Das Modell, welches ich nun die ganze Zeit unter dem Hintern hatte, steht ab 31.300 Euro in der Jeep-Preisliste. Es ist erst ab der mittleren Linie "Longitude" erhältlich und fährt auf 17-Zoll-Felgen, mit Nebelscheinwerfern und mit hinteren Parksensoren vor. Für 2.600 Euro mehr stellt der Hersteller Ihnen dieses Derivat dann in der höchsten und ziemlich vollen Ausstattungslinie "Limited" vor die Tür. Apple CarPlay oder Android Auto, 18-Zöller, 7-Zoll-Bildschirme in der Mittelkonsole und hinter dem Lenkrad, eine Heizung für Sitze und Volant, eine Klimaautomatik und ein Keyless-Go-System sind beispielsweise serienmäßig.
(ml)

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