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Im Test: Neuer Kia Rio mit Einliter-Turbo Was kann der neue Rio?

Lissabon (Portugal), 2. Februar 2017
Kia hat einen Plan: Der südkoreanische Hersteller will vom unschuldigen Kätzchen zum gefährlichen Branchen-Tiger werden. Dabei könnte unter anderem der neue Rio helfen, der im B-Segment eine echte Alternative zu VW Polo, Ford Fiesta und Co. darstellen soll. Ob der Kleinwagen hält, was Kia verspricht – wir finden es bei einem Test heraus.

Die neue Optik kommt gut an
Schon bei der ersten Betrachtung wird klar: Viel ist vom alten Rio, der 2011 auf den Markt kam, nicht übrig geblieben. Die Haube ist deutlich länger und das Auto ist nicht mehr so kugelig wie zuvor. Länge, Breite und Radstand sind gewachsen, gleichzeitig wurde die Höhe abgesenkt. Das Ergebnis ist ein dynamischerer Auftritt, ein erwachseneres Auto als der süße Rio, den wir bisher kannten. Der breitere Kühlergrill wird von neuen Scheinwerfern flankiert, die mit einem LED-Tagfahrlicht ausgerüstet sind. C-Säule und Heckscheibe sind steiler und der hintere Überhang ist kürzer als bei der dritten Generation. Am Heck runden optionale LED-Rückleuchten das Bild ab. Das neue Design wirkt sich nicht nur optisch sondern auch aerodynamisch aus. Der Rio ist mit einem vollverkleideten Unterboden noch effektiver als sein Vorgänger. Neu sind außerdem die vier Farbtöne "Seidensilber", "Mintgrün", "Siennabraun" und "Denimblau". Bei den Felgen hat der Kunde die Wahl zwischen 15-, 16- oder 17-Zöllern.

Neuer Einliter-Motor
Ebenfalls neu im Rio ist ein Einliter-Turbo-Benziner mit wahlweise 100 oder 120 PS. Standardmäßig ist das schwächere Aggregat an eine Fünfgang-Schaltung gebunden, das stärkere Triebwerk bekommt sechs Gänge. Optional ist eine recht altbackene Viergang-Automatik erhältlich. Aber: Ein Doppelkupplungs-Getriebe mit sieben Gängen ist auf dem Weg. Der kleine Dreizylinder leistet in unserem Test 100 PS und tut sich nicht besonders leicht mit den rund 1.200 Kilogramm des Rio. Dazu kommt ein recht lautes Motorengeräusch, das auf längeren Etappen schon mal nerven kann. Ist man mit dem präzisen und leicht zu schaltenden Getriebe etwas fleißiger, lassen sich die 172 Newtonmeter Drehmoment des Rio allerdings recht zielführend einsetzen und man kommt ordentlich vorwärts. Für Ampelduelle taugen die 10,7 Sekunden, die der Rio für den 0-100-Sprint braucht, aber nichts. Verbrauchstechnisch soll sich der 100-PS-Motor laut Herstellerangabe mit 4,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer begnügen.

Unter der Haut ist alles neu
Auch unter dem neuen Blechkleid hat sich einiges getan. Grundsätzlich sollen 90 Prozent des Fahrzeugs neu sein. So ist der neue Rio dank des verstärkten Einsatzes von hochfestem Stahl rund 20 Prozent steifer als sein Vorgänger. Außerdem konnte das Gewicht trotz der gewachsenen Abmessungen um 17 Kilogramm gesenkt werden. Zusammen mit der neuen Vorder- und Hinterachse schafft Kia ein sehr modernes Setup, das sich im Fahrbetrieb als gleichermaßen komfortabel und sportlich erweist. Der Rio neigt sich kaum und lässt sich präzise steuern, schluckt härtere Stöße aber gleichzeitig ohne zu murren herunter. Vorne ist eine McPherson-Aufhängung verbaut, hinten gibt es eine Verbundlenkerachse. Außerdem wurde die Lenkung gegenüber dem Rio der dritten Generation direkter übersetzt.

Interieur und Assistenz
Besonderes Lob muss dem Interieur des neuen Rio zugesprochen werden. Zugegeben: Die höchste Ausstattungs-Variante "Platinum" schlägt mit rund 20.000 Euro ein ordentliches Loch in den Geldbeutel, es lohnt sich aber. Schicke Kunstleder-Bezüge für die bequemen beheizbaren Sitze und das Lenkrad, ein 7-Zoll-Navi mit Apple-CarPlay-Anbindung, USB-Ladebuchsen vorne und hinten sowie eine Klimaautomatik sind nur die Spitze des Eisbergs. Zusammen mit der sehr hochwertigen Verarbeitung und dem gelungenen Innenraum-Design fühlt man sich im neuen Rio schnell – und sicher auch lange – sehr wohl. Besonders die vielen horizontalen Linien und das stylische Klima-Bedienelement im Stil des Audi TT sorgen für eine Atmosphäre, die man eigentlich in einem deutlich größeren und teureren Fahrzeug erwarten würde. Zu den Assistenz-Systemen gehören neben einer Rückfahrkamera mit extrem guter Bildqualität ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und ein Spurhaltesystem. Für Bremsungen auf rutschigen Untergründen gibt es das Straight-Line-Stability-Programm. Das erkennt, ob beim Bremsen auf gerader Strecke die Bremswirkung von rechten und linken Rädern unterschiedlich ist und passt die Bremskraft dementsprechend an.

Preise und Marktstart
Sprechen wir noch über den Preis für den neuen Rio. Los geht es mit dem Rio "Attract" samt 84-PS-Benziner für 11.690 Euro. Neben dem "Attract" und der bereits erwähnten "Platinum Edition" gibt es außerdem die Versionen "Edition 7" und "Spirit". Diese starten bei 13.490 respektive 16.690 Euro. Für alle, denen der Sprung zwischen "Edition 7" und "Spirit" zu groß ist, bietet Kia den Rio als "Dream-Team Edition" an. Das Sondermodell ist besser ausgestattet als der "Edition 7" und kostet 14.990 Euro. Laut den Südkoreanern entsteht so ein Preisvorteil von rund 4.000 Euro gegenüber gleichwertigen Versionen. Marktstart für den neuen Rio ist der 11. Februar 2017.
(mf)

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