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Der überarbeitete Mazda 2 mit 75 PS im Test Ein Fall für 2

Augsburg, 1. Juni 2017
Auch Autoredakteure überlegen sich naturgemäß von Zeit zu Zeit, was für ein Kraftwagen privat in Frage käme. Klar, auf dem imaginären Wunschzettel steht manch Teures und Schnelles. Aber mit Blick auf das eigene Girokonto wird man schnell zum Realisten. Doch selbst für die kleinen Geldbeutel gibt es attraktive Möglichkeiten. Etwa den Mazda 2: 4,06 Meter lang und stets fünf Türen. Ohne Kinder definitiv ausreichend und nett designt. Anlässlich der jetzt vollzogenen Modellpflege nutzte ich die Gelegenheit, dem japanischen 2er auf den Zahn zu fühlen.

Optisch ohne Änderungen
Die gute Nachricht zuerst: An der feschen Hülle hat sich nichts geändert. Nachteilig sind die nicht so tolle Sicht nach hinten und der Griff direkt unter der Heckklappe. Schmutzige Finger sind so vorprogrammiert. Dahinter verbergen sich ordentliche 280 bis 950 Liter. Mangels doppeltem Boden ist die innenliegende Ladekante recht hoch. Wer es am Rücken hat, wird das bedauern. Ich sehe es eher positiv, denn so rutschen Gegenstände nicht so sehr durch den Kofferraum.

Geräumig ist anders
In Reihe zwei äußert sich ein Problem, das viele Mazda-Baureihen teilen: Irrsinnig riesig ist das Platzangebot dort nicht. Allerdings verzeiht man es dem kleinen 2 noch am ehesten, denn mal ehrlich: Zu fünft fährt man in so einem Auto nicht jeden Tag. Meistens sind nur die vorderen Plätze belegt und dort bietet sich eine feine Aussicht: Das aufs Wesentliche reduzierte Cockpit begeistert mit einer eigenen Ästhetik und guten Materialien, ein Malus sind wenige Ablagen. Als einziger seiner Klasse bietet der Mazda 2 optional ein Head-up-Display, dessen Abwesenheit nicht nur preislich verschmerzbar ist. In meinem Testwagen blickte ich auf einen zentralen Tacho. Links daneben befand sich ein kleiner digitaler Drehzahlmesser, rechts davon die Tankanzeige und der Bordcomputer. Sehr schick, sehr ausreichend.

Reichen 75 PS zum kleinen Glück?
Am beliebtesten ist im Mazda 2 der 90-PS-Benziner. Er liefert mit 9,4 Sekunden schon fast sportliche Werte ab. Doch unter 15.590 Euro geht hier nichts, weshalb mein Blick auf die 75-PS-Variante des hoch verdichteten 1,5-Liter-Saugers fällt. Kann das gutgehen? Erwartet mich eine schlimme Luftpumpe? Von wegen! Der erste Eindruck überrascht mich positiv. Im Stadtverkehr erweist sich der kleine Motor als durchaus spritzig, zumal man gerne zum knackig geführten Schalthebel greift. Doch das Getriebe weist auch einen Pferdefuß auf, wie sich spätestens auf der Autobahn zeigt: Bedingt durch den lang übersetzten fünften Gang braucht es oberhalb von 100 km/h Geduld, selbst wenn das Gaspedal durchgetreten wird. Auch an Steigungen verliert der Mazda 2 schnell die Lust am Geschwindigkeitszuwachs.

Geduld ist gefragt
Der Blick auf die technischen Daten bestätigt diesen Eindruck, erst bei 3.800 Umdrehungen stehen die maximalen 135 Newtonmeter bereit. Dann ist man im fünften Gang schon bei gut 160 km/h, die der Mazda-2-Pilot mit Geduld erreicht. Überraschend ist die gute Dämmung, selbst bei Tempo 140 sind Unterhaltungen problemlos möglich. Auch das Fahrwerk gefällt mit einer ausgewogenen Abstimmung. Selbst beim schwächsten Mazda 2 ist übrigens die sogenannte G-Vectoring-Control serienmäßig, die das Motordrehmoment zugunsten der Fahrdynamik leicht anpasst und verteilt. Die Folge ist Agilität bereits an der Basis.

Sondermodell im Blick
"Basis" liefert mir ein gutes Stichwort für die Preisgestaltung beim Mazda 2. Los geht es unverändert bei 12.890 Euro, allerdings ist dann die Serienausstattung sehr überschaubar. Deshalb sollte es mindestens die "Center-Line" für 14.990 Euro sein, die einen Tempomat, eine Freisprecheinrichtung mit Bluetooth, einen höhenverstellbaren Beifahrersitz und eine Klimaanlage mitbringt. Dazu noch das 890 Euro teure Touring-Paket mit hinterer Einparkhilfe, Ausparkhilfe, Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, Licht- und Regensensor sowie einem Totwinkelwarner – fertig ist die Laube. Oftmals bietet Mazda aber auch interessante Sondermodelle an, so wie aktuell den 2 Kizoku. Für 16.490 Euro sind hier neben den erwähnten Inhalten auch 16-Zoll-Alus, ein Digitalradio plus Sieben-Zoll-Touchscreen und ein Spurhalteassistent an Bord.
(rh)

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