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Das Kompakt-SUV Nissan Qashqai+2 im Test Für kurze Strecken sieben Sitze

Haar, 3. April 2013
Der Nissan Qashqai+2. Kompakt-SUV mit sperrigem Namen und trotz Golfklasse Platzbieter für bis zu sieben Passagiere. Geht das überhaupt? Zwei Wochen hat er uns im Alltag begleitet.

Wer er ist
Großer Bruder des 2007 auf den Markt gekommenen Qashqai, einer Kreuzung zwischen Geländemobil und Kompaktwägelchen. Auf den ersten Blick ähneln sich die Geschwister wie ein Ei dem anderen, im direkten Vergleich fällt dann aber doch auf, dass der Große tatsächlich größer ist: Drei Zentimeter überragt er den kleinen Bruder in der Höhe, 21 Zentimeter sind es in der Länge, der Radstand ist um 13,5 Zentimeter angewachsen.

Wer er sein will
Eine Alternative zum C-Segment- Einheitsbrei und Option für Kunden, die zwar sieben Sitze aber keinen Van wollen, oder denen der normale Qashqai einfach zu kurz ist. Ein Auto für alle Fälle, das sich mithilfe seines Allrad-Antriebs auch mal abseits asphaltierter Straßen durchschlagen kann; dessen 130 PS starker 1,6-Liter-Selbstzünder langstreckentauglich und dabei auch noch sparsam im Verbrauch ist.

Wer hineinpasst
Eines vorweg: Eine Alternative zum echten Siebensitzer ist der Qashqai+2 nicht. Das Gestühl im Kofferraum ist dank einer verschiebbaren Rückbank in der zweiten Reihe zwar gut zu erreichen, bequem sitzen können dort aber noch nicht einmal kleine Kinder. Die Sitzfläche befindet sich quasi auf dem Boden, die Knie des Sitzenden somit auf Kinnhöhe. Trotz einer Sitzposition, wie sie niedriger nicht sein kann, müssen Erwachsene den Kopf einziehen, um nicht ans Dach zu stoßen. Wirklich eignen tun sich die zusätzlichen Sitze allenfalls als Notbestuhlung für kurze Strecken.

Was er kann
Unnötig ist der Längenzuwachs dennoch nicht. Bleibt die dritte Reihe zusammengefaltet im Boden verstaut, fasst der Gepäckraum 550 Liter, 140 Liter mehr als im kurzen Qashqai. Faltet man auch noch die Lehnen in Reihe zwei zusammen, passen dachhoch beladen 1.520 Liter Gepäck in den Kompaktwagen. Das kann sich sehen lassen. Weitere Pluspunkte sammelt der Qashqai+2 mit dem großen Sonnendach – es ist in der Langversion serienmäßig mit an Bord.

Wie es vorne zugeht
Das Cockpit ist übersichtlich und recht glanzlos, die Mittelkonsole versprüht 90er-Jahre-Charme, Materialien und Verarbeitung sind solide. Der Bildschirm des Infotainmentsystems ist winzig und reagiert so manches Mal recht widerwillig auf Berührungen, das Bild der Rückfahrkamera ist nur undeutlich zu erkennen. Dabei ist Hilfe beim Einparken dringend von Nöten, da die Sicht nach hinten aufgrund der kleinen Heckscheibe deutlich eingeschränkt ist. Der Schaltknüppel wandert hakelig durch die Gänge, überzeugend präsentiert sich dafür der Tempomat. Er beinhaltet einen Geschwindigkeitsbegrenzer und wird am Multifunktionslenkrad bedient – das gefällt.

Wie er sich fährt
Der längere Radstand tut dem Qashqai gut. Er liegt ruhig auf dem Asphalt und zirkelt präzise um die Kurven. Nur das Fahrwerk ist einen Tick zu hart abgestimmt und gibt Schlaglöcher und Querfugen spürbar in den Innenraum weiter. Der 1,6-Liter-Diesel brummelt dieselig,aber nicht störend vor sich hin, bei Geschwindigkeiten über 120 km/h meldet er sich lauter zu Wort. Im unteren Drehzahlbereich zeigt er sich kräftig und spritzig, bei hohen Drehzahlen scheint ihm manchmal ein wenig der Atem auszugehen. Trotz Allradantrieb liegt der Normverbrauch bei 5,3 Liter Diesel, im Test schluckte er durchschnittlich 8,26. Liter.

Kosten
Das von uns gefahrene Modell ist derzeit ab 31.650 Euro als Sondermodell 360 erhältlich. Neben dem System Nissan Connect mit Around-View-Monitor, der beim Einparken mit einem Blick aus der Vogelperspektive hilft, beinhaltet das 360-Paket auch eine Rückfahrkamera in Farbe.
(tj)

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