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Der überarbeitete Nissan X-Trail mit 177-PS-Diesel im Test Kodiaq im Visier

Eichenried, 23. Oktober 2017
Rund 4,70 Meter lang, Platz für bis zu sieben Personen und ein fetter Kofferraum: Alle Welt spricht derzeit über den Skoda Kodiaq und den VW Tiguan Allspace. Dabei gibt es schon seit 2014 ein vergleichbares Fahrzeug: den Nissan X-Trail. Er bekommt jetzt parallel zu seinem kleineren Bruder, dem Qashqai, ein Facelift. Ob sich der Aufwand gelohnt hat, klärt unser Test.

Globaler Bestseller
Zunächst eine beruhigende Nachricht für aktuelle X-Trail-Besitzer: Ihr Auto wirkt jetzt nicht veraltet. Retuschiert wurde der Grill, der jetzt an den Micra erinnert. Hinzu kommen neue LED-Innereien für die Leuchten und geänderte Stoßfänger. Das bewährte Rezept (weltweit hat Nissan im Jahr 2016 750.000 Einheiten des X-Trail verkauft, in den USA heißt er Rogue) wurde also nur etwas nachgewürzt, allerdings an den richtigen Stellen.

Tief, aber logisch
Das merke ich besonders im aufgepeppten Innenraum. Das recht altbackene Lenkrad weicht einem modernen, unten abgeflachten Volant im Stil der ehemaligen Mercedes E-Klasse, der Automatik-Wählhebel bekommt einen Schaltsack aus Leder. Mir fällt auf, wie tief das Armaturenbrett als solches montiert ist. Das ist zwar gut, um einwandfrei über die konturierte Motorhaube blicken zu können, für Fahrer mit langen Beinen wird es aber etwas eng. Nichts zu kritisieren gibt es an der Funktionalität: Alle Elemente sind leicht verständlich, die Instrumente bestens ablesbar.

Platz (fast) ohne Ende
Weiter geht es mit dem Umsehen: Mit 4,69 Meter Länge ist der Nissan X-Trail praktisch genauso groß wie der Skoda Kodiaq und der VW Tiguan Allspace. Das zeigt sich im Fond und im Kofferraum. Viel Platz für die Beine plus 550 bis 1.982 Liter beim fünfsitzigen X-Trail. Wer mag, kann zusätzlich noch eine Sitzreihe ordern, die aber bestenfalls für Kinder taugt. Fazit: Der X-Trail ist geräumig, wenngleich so extrem hallenartig wie etwa der Skoda Kodiaq.

Ziehen mit zwei Liter
Als Motorisierung habe ich mir den Zweiliter-Diesel mit 177 PS Leistung, Allradantrieb und Automatikgetriebe gegriffen. Genau diese Kombination macht laut Nissan 60 Prozent der X-Trail-Verkäufe aus. Nachvollziehbar, schließlich werden SUVs dieser Größenordnung oft als Zugfahrzeuge eingesetzt. Bis zu zwei Tonnen kann der Nissan an den Haken nehmen. Falls Sie keine derartigen Ambitionen haben: Im Angebot sind auch ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 163 PS und ein 130 PS starker Diesel mit gleichem Hubraum.

Ein CVT vom Feinsten
Im Fall des 177-PS-Motors bedeutet Automatik ein CVT-Getriebe. Sofort schießen mir fiese Gummiband-Gedanken durch den Kopf, in denen das Auto beim Beschleunigen wüst aufheult. Doch die Überraschung: Nichts dergleichen beim X-Trail. Der laufruhige Diesel und das Getriebe harmonieren bestens miteinander, obwohl ich gelegentlich mit einem Tritt aufs Gaspedal dazwischenfunke. Aber der Kaugummi-Effekt bleibt aus, der Wagen reagiert spontan auf den Kickdown und dreht ähnlich flott hoch wie eine Wandlerautomatik. Das CVT-Getriebe im X-Trail profitiert von zwei Aspekten: Erstens scheint Nissan hier wirklich viel Gehirnschmalz investiert zu haben, zum anderen unterstützt ein saftiges Drehmoment von 380 Newtonmeter das cremige Dahingleiten. Eine Zahl mag es veranschaulichen: Bei Tempo 140 liegen nervenschonende 2.400 Touren an. Falls Ihnen doch eher der Sinn nach einer manuellen Schaltung steht: Für 1.900 Euro weniger montiert Nissan klassische sechs Gänge.

Laissez-Faire bei der Lenkung
Zum komfortablen Eindruck passt das angenehme Fahrwerk: Selbst auf den 19-Zoll-Felgen der Topausstattung rollt der X-Trail rückenschonend ab. Einziger Negativpunkt ist die zu leichtgängige Lenkung, etwas mehr Rückmeldung wäre wünschenswert.

Darf es etwas mehr sein?
Wo steht der "neue" Nissan X-Trail preislich? Los geht es bei 25.440 Euro, der große Diesel mit Allrad und Automatik kostet mindestens 36.950 Euro. Inklusive sind hier schon eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Parkpiepser vorne wie hinten und eine Verkehrszeichenerkennung. Meine Empfehlung ist die 3.700 Euro teurere N-Connecta-Ausstattung, die neben einer elektrischen Heckklappe und LED-Scheinwerfern auch die zum Rangieren hervorragende 360-Grad-Kamera an Bord hat.

Teures aus dem VW-Konzern
Wo steht die Konkurrenz? Sowohl im Skoda Kodiaq als auch im VW Tiguan Allspace gibt es einen 190-PS-Diesel, der aber ausschließlich mit Allrad und Automatik erhältlich. Ein Pluspunkt für den Nissan, den es auch mit Frontantrieb und Automatik gibt. Zurück zum Kodiaq: Er kostet mindestens 37.790 Euro, für den technisch gleichen Tiguan Allspace werden 40.900 Euro fällig.
(rh)

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