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Jetzt ist er hübscher. Aber auch besser? SsangYong hat den Korando geliftet

Wirsberg, 28. Juni 2017
Den aktuellen Korando hat SsangYong seit 2010 im Programm. Und während nach sieben Jahren der eine oder andere Hersteller eine völlig neue Generation einführen würde, machen es sich die Koreaner etwas einfacher und bringen … ein Facelift. Wie und ob das VW-Tiguan-Äquivalent von SsangYong von der jüngsten Modellauffrischung profitiert? Test!

Keine Abmessungsveränderungen
An den Abmessungen hat sich nichts getan. Die Länge? 4,41 Meter. Die Breite? 1,83 Meter. Die Höhe? 1,71 Meter. Und der Radstand misst 2,65 Meter. Damit ist der Koreaner ein klein wenig kürzer, schmaler und höher als der VW Tiguan. Der Kofferraum fasst 486 bis 1.312 Liter, der des Wolfsburger-SUVs nimmt 615 bis 1.655 Liter auf. Die Raumausnutzung bei SsangYong ist also nicht ganz so gut. Was uns trotzdem gefällt: Die übersichtliche Sitzposition vorne, das Raumangebot auf der Rückbank und die verstellbaren Lehnen sowie die Sitzheizung im Fond.

Der Außenbereich: Facelift Light
Optisch ist schon eine Verbesserung zu erkennen. Die Front wirkt frischer, der neue Grill mit den angeschlossenen Scheinwerfern samt LED-Tagfahrlicht macht den sonst sehr hochbeinig aussehenden Wagen etwas breiter. 16- und 17-Zoll-Felgen gab es bereits. Neu sind jetzt 18-Zöller, die für die höchste Ausstattungslinie Sapphire (daneben gibt es noch Crystal und Quartz) erhältlich sind.

Aufgehübschtes Cockpit
Und auch das Cockpit hat sich stark verändert. Lenkrad (auf Wunsch mit Heizung), Instrumente und die gesamte Mittelkonsole sind neu. In Letzterer wird nun wahlweise ein Sieben-Zoll-Farbdisplay mit oder ohne TomTom-Navigationssystem eingelassen. Außerdem seit dem Facelift mit an Bord: Front- und Rückfahrkameras, die beim Rangieren helfen und einen Toter-Winkel-Warner ermöglichen. Bei der Materialwahl gibt es nicht viel zu meckern. Sie sollten sich jedoch auf den vermehrten Einsatz von Plastik einstellen und einige Abstriche bei der Verarbeitungsqualität in Kauf nehmen.

Technisch gibt es keine Verbesserungen
Aufgehübscht wurde der Korando also auf alle Fälle, aber fährt er sich auch besser? Kurz und knapp: Nicht wirklich, denn sowohl an Fahrwerk (weich und polternd), Lenkung (in der Mittellage undefiniert, ganz gut ab 30 Grad Einschlag) und Bremsen (angenehm dosierbar) als auch an den Antriebssträngen wurde nichts verändert. So sind als Motorisierungen weiterhin ein 2,2-Liter-Diesel mit 178 PS (nagelig, aber kraftvoll) und ein 2,0-Liter-Saugbenziner mit 149 PS (laufruhig, aber abartig lahm) erhältlich. Die Kraft überträgt eine Sechsgang-Schaltung (akzeptabel) oder eine Sechsgang-Automatik (ebenfalls nicht schlecht) auf zwei oder vier Räder. Ist der Korando mit Frontantrieb unterwegs, beginnt er eigentlich schon zu Untersteuern, bevor die Kurve überhaupt angefangen hat. Mit Allradantrieb wird es besser. Diesen 2.000-Euro-Aufpreis sollten Sie also auf jeden Fall mit einberechnen.

Günstig. Aber kein Schnäppchen
Wer jetzt ein echtes Asia-Schnäppchen erwartet, liegt nur teilweise richtig. Los gehts zwar bei 19.990 Euro für den Korando mit Frontantrieb, Schaltgetriebe und 149-PS-Benziner, wenn Sie allerdings den 178-PS-Diesel wollen (und den wollen Sie), eine Sechsgang-Automatik, Allrad und die höchste Ausstattungslinie ordern, sind Sie schon 34.090 Euro los. Damit ist der Korando zwar immer noch 10.000 Euro günstiger als ein vergleichbarer Tiguan, doch das Produkt aus Wolfsburg wirkt auch um mindestens zehn Jahre an Fahrzeugentwicklung stimmiger.
(ml)

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