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Ist der Kleinwagen langstreckentauglich? Der Suzuki Swift im Dauertest (Teil 2)

Haar, 28. November 2017
Stammleser wissen es: Für drei Monate bereichert ein Suzuki Swift unseren Redaktionsfuhrpark. Die Koffer sind gepackt. Nun soll der Kleinwagen zeigen, ob er auch für die lange Reise taugt. Etwas skeptisch kann man da mit Blick auf den nur 3,84 Meter langen Japaner schon sein. Andererseits haben sich die Menschen früher auch stundenlang in die BMW Isetta oder den Trabi hineingequetscht. Also bitte!

Platz da!
Quetschen muss ich mich in den Swift ganz und gar nicht. Was Suzuki hier auf kleiner Grundfläche gezaubert hat, verdient höchste Anerkennung. Der Fond verkommt nicht zur Strafbank, Erwachsene können dort bequem sitzen. Zugegeben, für die ganz große Fernreise zu Viert gibt es idealere Autos, aber eine mittlere Strecke sollte machbar sein. Apropos Mittelstrecke: Meine Fahrt mit "Suzi" führt mich jeweils rund 500 Kilometer in eine Richtung. Alleine wohlgemerkt, weshalb mich der 265 Liter große Kofferraum durchaus erfreut. Den Reise-Trolleykoffer hinein, ein paar zusätzliche Schuhe, Mitbringsel – alles kein Thema.

Feiner Abstandshelfer
Dann mal los: Schnell habe ich mich durch die fünf Gänge des Schaltgetriebes gearbeitet (auf Wunsch gibt es eine Sechsstufen-Automatik, was in dieser Klasse selten ist) und den Swift auf Tempo gebracht. Kein Hexenwerk, sorgen doch 111 Turbo-PS für einen Spurt von 10,6 Sekunden auf Tempo 100. Dabei begleitet mich ein dumpfer, aber nicht unangenehmer Dreizylinderklang. Auf der Autobahn angekommen, aktiviere ich den Abstandsregel-Tempomat. Eine feine Sache, weil der Swift harmonisch eingebremst wird, sobald sich ein Auto vor mich schiebt.

Flott unterwegs
Auch bei höherem Tempo überrascht das Durchzugsvermögen des Suzuki und die daraus resultierende Elastizität besonders bei kurzen Zwischenspurts. Auch wenn der Swift auf manch anderen Autobahnnutzer so wirkt: Ein Verkehrshindernis ist er wahrlich nicht. Mühelos zieht die Maschine in Richtung 180 km/h, leider dominieren ab 120 km/h aufgrund der steilen Frontscheibe Windgeräusche.

Schwächen im Detail
Schade nur, dass ich mir nach längerer Fahrt den Hintern platt sitze. Den Vordersitzen fehlt es an Beinauflage und sie sind zu weich gepolstert. Kritikwürdig ist auch der Touchscreen in der Mittelkonsole. An sich eine feine Sache, reagiert er auf Eingaben manchmal träge. Schön wäre auch ein klassischer Drehknopf zum Einstellen der Lautstärke, anstatt dafür wie wild herumtippen zu müssen. Meist geschieht die Regelung zwar sowieso am Lenkrad, aber nett wäre solch eine Lösung schon. Zwei weitere Dinge fallen beim Swift auf: Die Tasten im Lenkrad zur Telefonbedienung sind so unpraktisch angebracht, dass man sich die Finger verknotet. Und warum zwar eine Rückfahrkamera Serie ist, Parkpiepser aber nicht, weiß wohl nur Suzuki.

Kleiner Speicher
Insgesamt lässt es sich aber während meiner zusammen über 1.000 Kilometer gut im Swift aushalten. Ein Pluspunkt ist das SVHS genannte Mildhybridsystem: Beim Bremsen oder Dahinrollen wird Energie in eine kleine Batterie gespeist, die bei Bedarf einen leichten Zusatz-Kick gibt. Doch wie sieht es an der Tankstelle aus? Leider fasst das Spritreservoir des Swift nur 37 Liter, weshalb man nach rund 550 Kilometern schon fast mit den letzten Tropfen fährt. Apropos Tropfen: Eine Kunststoffkante unter dem Tankstutzen verhindert fiese Kleckereien.

Fünf vor dem Komma
Der Verbrauch hält sich im Rahmen: Extrem geizig ist der Suzuki Swift zwar nicht, aber angesichts von 111 PS und nicht immer konstanter Fahrweise geht der Verbrauch in Ordnung. 4,6 Liter gibt das Werk an, nach zwei Etappen mit konstant 5,7 Liter sank mein Kraftstoffkonsum auf 5,3 Liter. Zugute kommt dem Swift dabei auch sein geringeres Gewicht: Lediglich 865 Kilogramm sind ein ausgezeichneter Wert. Haben wir also ein leichtes Leben mit "Suzi"? Das klärt unser Abschlussbericht im dritten und letzten Teil.
(rh)

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