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Jetzt aus europäischer Produktion und auch als ST-Line Der neue Ford EcoSport im Test

Estoril (Portugal) 19. Februar 2018
Ford hat das kleine SUV EcoSport neu aufgelegt. Der knuffige Bursche erblickte Mitte 2014 das Licht der Welt und erwies sich seither als erfolgreicher Wurf. Als Weltauto konzipiert und zunächst in Indien gefertigt, konnten seither alleine in Europa über 166.000 Stück abgesetzt werden. Dabei zeigt der Trend weiter nach oben, was allerdings auch an der allgemeinen Beliebtheit von SUVs bei Autokäufern liegt.

Ford mit drei SUVs im Angebot
In Deutschland bietet Ford aktuell drei SUV-Modelle an: den 2016 eingeführten Edge, den 2017 überarbeiteten Kuga und den EcoSport, dessen Überarbeitung im Februar 2018 auf den Markt kommt. Unterstützung bekommt das Trio im Laufe des Jahres noch vom Fiesta Active – vergleichbar etwa dem VW Cross Polo. Ein weiteres Modell wird das Ford-Quartett später zum Quintett anwachsen lassen. Über Details hüllt sich Ford allerdings noch in Schweigen.

Mehr Komfort und mehr Connectivity
Mit Opel Mokka, Seat Arona und VW T-Roc – um nur einige zu nennen – ist die Konkurrenz im Segment der kleinen SUVs hart. Und so musste Ford nachlegen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. War der EcoSport bisher ein eher rustikales Gefährt – auch nach der ersten Überarbeitung, die bereits zum Modelljahr 2016 erfolgte – so soll er jetzt mit mehr Komfort, mehr Konnektivität und modernen Motoren die Käufer abholen.

Produktion jetzt in Rumänien
2.300 Teile des Autos sind neu, erklärt Dirk Borrmann, Chef-Ingenieur bei Ford für die sogenannte B-Klasse. Das Unternehmen hat 200 Millionen Euro in die Produktionsanlagen seines rumänischen Werks Craiova investiert, denn künftig kommen alle für Europa vorgesehenen Exemplare des EcoSport von dort.

Mehr Auswahl
Damit einher geht eine Ausweitung der bestellbaren Ausstattungslinien: So gibt es das Einstiegs-SUV künftig nicht nur in der bei den Käufern sehr beliebten Ausstattung Titanium, sondern sogar als sportliche ST-Line (später mehr dazu). Im Gegensatz zu anderen kleinen SUVs kann man auch einen Allradantrieb bekommen und dem allgemeinen Trend der Individualisierung folgend auch ein Dach in Kontrastfarbe. Doch klären wir zunächst, was die Überarbeitung gebracht hat und wie sich das Auto fährt.

Optisch nahe bei Kuga und Edge
Von außen sind deutliche Veränderungen ersichtlich, die den EcoSport optisch nun in die Nähe von Kuga und Edge rücken. Erkennungsmerkmal ist jetzt der markentypische Kühlergrill in Trapezform samt LED-Tagfahrleuchten sowie angewinkelten Hauptscheinwerfern – optional auch mit Xenon-Licht. Hinzu kommen angewinkelte Nebelscheinwerfer. Auch die hinteren Stoßfänger und Rückleuchten wurden modernisiert.

Viel Platz für vier Erwachsene
Nach dem Einsteigen überrascht die Luftigkeit des Innenraums: Dies ist mein erster Kontakt mit dem EcoSport und ich dachte immer, er wäre ein von entsprechender Enge geprägter Kleinwagen. Da habe ich mich getäuscht: Der EcoSport ist wesentlich größer als er aussieht und bietet vier Erwachsenen bequem Platz, auch zu fünft kommt man unter.

Übersichtlichere Bedienung
Im Innenraum überzeugen die gute Verarbeitung und die verwendeten Materialien, erst recht angesichts der Listenpreise des Autos um die 20.000 Euro. Wie zuvor schon bei anderen Modellen hat Ford auch im Bereich der Mittelkonsole aufgeräumt. Sie wurde ergonomischer gestaltetet, viele Tasten und Schalter entfielen. Bei den Titanium- und ST-Line-Modellen gibt es sogar eine Ambiente-Beleuchtung mit sieben wählbaren Farben. Die Sitze sind neu konstruiert und nach einigen Stunden Fahrt kann ich ihnen einen hohen Komfort bescheinigen. Speziell mit der optional erhältlichen Teilleder-Ausstattung hinterlassen sie einen guten Eindruck.

Praktische Lösungen
Viele Ablagemöglichkeiten wie zum Beispiel ein Staufach zwischen den Vordersitzen vereinfachen den Alltag. Als Armlehne lässt es sich vor- und zurückschieben, bewahrt zugleich aber auch Utensilien bis zur Größe eines Tablet-Computers auf. Unter dem höhenverstellbaren Kofferraumboden können Gegenstände verborgen werden, wenn nicht das volle Laderaumvolumen von 356 Liter benötigt wird (maximal: 1.238 Liter – bis zum Dach mit nach vorn geklappter Rücksitzbank).

Neuer Dieselmotor
Zwei Motoren hat Ford zum Testen mitgebracht: Einen neuen 1,5-Liter-Turbodiesel, der mit einem ebenfalls neu entwickelten Allradantrieb gekoppelt werden kann (standardmäßig gibt es den klassenüblichen Frontantrieb) sowie den bekannten EcoBoost-Turbo-Benziner mit drei Zylindern und 1,0 Liter Hubraum – hier mit 125 PS. Beide werden serienmäßig über ein manuelles Sechsgang-Getriebe geschaltet. Mein Benziner-Testwagen hatte die optionale Sechsgang-Wandlerautomatik inklusive Lenkrad-Schaltwippen.

Benziner mit Automatik etwas schlaff
Die erste Tour unternahm ich im Benziner. Der Dreizylinder hatte mich schon bei seinem ersten Einsatz im Focus begeistert, nicht umsonst ist er mehrmals zur "Engine of the Year" in seiner Klasse gewählt worden. Das Aggregat läuft schön leise und zieht gleichmäßig. Allerdings scheint die Automatik einiges von der Kraft zu schlucken, denn das Auto fühlt sich nicht nach 125 PS an.

Fahrspaß mit dem Selbstzünder
Ganz anders der neue "EcoBlue"-125-PS-Diesel, wie gesagt immer mit manuellem Sechsgang-Getriebe und in diesem Fall mit dem neuen Allradantrieb. Erstaunlich, wie gut die Geräuschdämmung gelungen ist, denn innen kann man gar nicht ausmachen, dass hier ein Diesel am Werk ist. Mit einem Drehmoment von 300 Newtonmetern zieht er kräftig an. Die Schaltung ist ebenfalls gelungen: Ich als überzeugter Automatikfahrer kann mich mit ihr anfreunden, sie arbeitet geschmeidig und harmoniert mit der Kupplung – was ja nicht bei jedem Auto der Fall ist. Ford gibt den Verbrauch übrigens mit 4,5 Liter auf 100 Kilometer an, entsprechend CO2-Emissionen von 119 g/km. Es ist jedoch noch ein Euro-6-Motor.

Intelligenter Allradantrieb
Die Vorteile des Allradantriebs konnte ich auf der Teststrecke mit einem Mix aus hervorragend ausgebauten portugiesischen Schnellstraßen und mittelprächtigen Landstraßen bei trockener Witterung nicht artgerecht checken. Immerhin handelt es sich laut Klaus Mello, Global Vehicle Engeneering Manager bei Ford, um einen intelligenten Allradantrieb, der ständig die Bodenverhältnisse prüft und innerhalb von 100 Millisekunden von 100-prozentigem Frontantrieb auf eine Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse von 50 zu 50 umschalten kann. Modernste Technik also.

Gutes Fahrwerk
Das Lenkrad ist griffig und arbeitet zielgenau, und so kommt speziell im Diesel-Allradler richtig viel Fahrspaß auf. Das Fahrwerk steckt auch schlechte Wegstrecken gut weg und lässt den Wagen ohne Wanken durch schnell gefahrene Kurven ziehen. Gut gemacht, Herr Mello, hier stimmt einmal, was in der Pressemitteilung steht: "Mit optimierten Feder- und Dämpferraten, einer angepassten Lenkübersetzung und -unterstützung, modifizierter Radführung an der Verbundlenker-Hinterachse und angeglichenem elektronischen Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP) bietet das Kompakt-SUV jetzt eine ausgewogene Balance zwischen Federungskomfort und Handling."

Die weiteren Motorisierungen
Zweiradgetrieben startet das Kompakt-SUV mit einem 100 PS starken und ebenfalls 1,5 Liter großen TDCi-Turbodiesel in den Markt – immer gepaart mit dem neuen Sechsgang-Schaltgetriebe. Der kombinierte Verbrauch soll bei nur 4,1 Liter auf 100 Kilometer liegen. Zwei Versionen des Dreizylinder-Turbobenziners mit einem Liter Hubraum komplettieren das Angebot: Eine Variante mit 125 PS und eine mit 140 PS; über den 125-PS-Benziner habe ich mich ja bereits ausgelassen. Mitte 2018 kommt eine weitere Otto-Version mit 100 PS.

Umkippschutz ist Serie
Ford lobt den Einzug neuer Assistenz-Systeme in den EcoSport. Nun, ganz so viel wie etwa im neuen Fiesta haben es nicht in das SUV geschafft. So vermisse ich zum Beispiel eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Bremsfunktion oder einen Spurhalte-Assistenten. Immerhin sind ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und ein Toter-Winkel-Assistent verfügbar. Darüber hinaus gibt es serienmäßig sieben Airbags und – ebenfalls serienmäßig – einen Umkippschutz namens RSC, der die Räder einzeln abbremsen und per Drosselklappensteuerung die Motorleistung reduzieren kann.

Kommunizieren mit Sync 3
In Sachen Konnektivität hat der EcoSport das Kommunikations- und Entertainmentsystem Sync 3 an Bord. Es ist mit Apple CarPlay und Android Auto kompatibel und basiert auf einem 6,5 oder 8,0 Zoll großen Touchscreen – beide reagieren auf Wisch- und Tippberührungen. Ebenfalls im Programm ist ein 4,2-Zoll-Monitor, der über eine Bluetooth- und zwei USB-Schnittstellen verfügt.

675-Watt-Anlage
Erstmals kann auch werksseitig eine Anhängerkupplung geordert werden. Mit einer Tragkraft von 75 Kilogramm lassen sich darauf zwei Elektro-Fahrräder transportieren. Ein neues Soundsystem des Spezialisten B&O bietet einen für diese Wagenklasse fürstlichen Klang. Zehn Lautsprecher inklusive eines Subwoofers im Kofferraum werden von einem spezifisch auf den EcoSport abgestimmten Neunkanal-Verstärker mit einer Leistung von 675 Watt angesteuert.

Vier Ausstattungslinien
Der neue EcoSport wird in vier Ausstattungslinien angeboten: Nach "Trend" folgen "Cool & Connect" sowie "Titanium" und als sportliche Topvariante "ST-Line". Nach Einschätzung von Fords Marketing- und Verkaufschef Wolfgang Kopplin werden sich voraussichtlich 40 Prozent für "Trend" entscheiden und ein Drittel für die "ST-Line".

Basispreis: 18.590 Euro
Als "Trend" startet der Ford EcoSport mit einem Listenpreis von 18.590 Euro und liegt mit dem Opel Mokka X gleichauf. Mit an Bord sind eine manuelle Klimaanlage und ein Audiosystem samt Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Ferner gibt es das LED-Tagfahrlicht, eine Diebstahl-Alarmanlage und ein Lederlenkrad. Für 19.990 Euro gibt es die Ausstattungsvariante "Cool & Connect". Hier sind das Sync-3-Navi samt Navigationssystem und Achtzoll-Touchscreen, eine Geschwindigkeitsregelanlage und ein Park-Pilot-System hinten erwähnenswert.

Sportliche ST-Line
"Titanium" bietet unter anderem zusätzlich eine Klimaautomatik, eine Leder-/Stoffpolsterung und 16-Zoll-Leichtmetallräder zu Preisen ab 22.240 Euro. Die "ST-Line" für 23.840 Euro zeichnet sich durch eine sportliche Optik, eine Leder-Stoffpolsterung in Wildleder-Optik mit roten Ziernähten, Alu-Pedalen und 17-Zoll- Leichtmetallrädern aus. Ein Highlight ist das unten abgeflachte Lederlenkrad, das aus dem Focus ST übernommen wurde und ebenfalls mit einer sportlich-schicken roten Naht versehen ist.
(ph)

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