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Spritsparer mit 105 PS starkem 1.6 TDI und BlueMotion-Technology-Paket im Test VW Touran: Mit neuen Motoren und aktuellem Markengesicht

Düsseldorf, 1. Juni 2010
– Als wir vor einem halben Jahr einen VW Touran BlueMotion Technology als Testwagen erhielten, wunderten wir uns: Da stand, dass das Auto noch von dem 105 PS starken 1,9-Liter-Diesel angetrieben wurde statt vom neuen 1.6 TDI, der bereits in vielen VW-Modellen wie Polo, Golf und Passat zu haben war. Die damals getestete, angebliche Spritsparversion war mit 5,4 Liter auf 100 Kilometer nicht wirklich sparsam. Das ändert sich nun endlich: Ab August 2010 erhält der Touran neue Motoren, das jetzige Markengesicht und frische Technik-Extras. Wir haben ihn getestet.

Acht Motorisierungen
Der Touran ist mit acht verschiedenen Motorisierungen erhältlich. Neu in VWs Kompaktvan, aber aus anderen Modellen des Konzerns bekannt, sind der 1.2 TSI mit 105 PS sowie der 1.6 TDI mit 90 oder 105 PS. Vom Vorgänger übernommen werden der 1.4 TSI mit 140 und 170 PS, die Erdgasversion 1.4 TSI EcoFuel mit 150 PS sowie der 2.0 TDI mit 140 PS. Dabei sind der 90-PS-Diesel, der Topbenziner und die Erdgasversion erst später im Jahr 2010 verfügbar. Alle Varianten erfüllen nun die Euro-5-Norm.

105-PS-TDI mit gutem Vortrieb
Wir fuhren den 1.6 TDI mit 105 PS in der Version mit Sechsgang-Schaltgetriebe und BlueMotion-Technology-Paket. Wenn man nicht zu den akustisch sehr empfindlichen Naturen gehört, ist der kleine Diesel sehr empfehlenswert. Der Geräuschpegel ist höher als etwa im neuen 1.2 TSI mit gleicher Leistung, dafür ist aber der gebotene Vortrieb spürbar besser. Das liegt offenbar am Drehmoment: Der Selbstzünder bietet 250 statt 175 Newtonmeter. Wie so oft ist das subjektiv entscheidender als die Spurtzeit: Der Diesel braucht 12,8 Sekunden, der Benziner nur 11,9 Sekunden. Bei der Höchstgeschwindigkeit liegen beide Modelle mit 186 beziehungsweise 188 km/h praktisch gleichauf.

Nur 4,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer
Die gefahrene Schaltversion mit BlueMotion-Technology-Paket soll mit nur 4,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer auskommen. Damit müsste sich der Touran lediglich dem Ford C-Max mit 90-PS-Diesel und dem Seat Altea 1.6 TDI geschlagen geben, die einen Zehntelliter weniger Sprit auf 100 Kilometer benötigen.

Realistischer Verbrauch
Und der vom Hersteller angegebene Verbrauch scheint einigermaßen realistisch zu sein, zumindest zeigte der Bordcomputer nach unserer Ausfahrt 4,9 Liter an. Wir fuhren allerdings maximal 120 km/h und hielten uns im Großen und Ganzen an die Anweisungen der Schaltpunktanzeige. Letztere ist im BlueMotion-Technology-Paket enthalten, genauso wie besonders leichte Felgen, rollwiderstandsoptimierte Reifen, ein aerodynamisch optimierter Unterboden, eine Start-Stopp-Automatik und eine Bremsenergie-Rückgewinnung. Bei allen Touran-Varianten hilft zudem der von 0,32 auf 0,29 verringerte cW-Wert beim Spritsparen.

Gutes Fahrwerk und aufgewertetes Interieur
Was das Fahrwerk angeht, befriedigt der Touran: Er geht recht unbeeindruckt über Asphaltrisse hinweg und neigt sich in der Kurve nicht allzu sehr nach außen. Dies gilt für das gefahrene Serienfahrwerk. Optional gibt es im neuen Touran die mit dem Scirocco eingeführte adaptive Stoßdämpferverstellung DCC (Dynamic Chassis Control), mit der sich die Charakteristik per Taste von komfortabel über normal bis sportlich einstellen lässt. ESP ist bei allen Versionen Serie. Nicht nur das DCC, auch die neue Markenoptik wurde mit dem Scirocco eingeführt. Diese erhält nun auch der Touran. Dabei hat VW aber nicht nur "weiche" Karosserieteile geändert, sondern auch alle harten – mit Ausnahme der Türen. Der Innenraum wurde ebenfalls aufgewertet. Dazu gehören Detailänderungen an der Klimaanlagen-Steuerung, neue Chromdetails und neue Lenkräder.

Mehr Platz als im Zafira, aber nicht so praktisch
Das Sitzsystem blieb im Wesentlichen unverändert. Die Einzelsitze der zweiten Reihe lassen sich nach wie vor längs verschieben, sodass auch Große im Fond genug Platz finden. Außerdem können die Sitze nach vorne gewickelt und ausgebaut werden. Optional gibt es eine dritte Sitzreihe, mit der der Touran zum Siebensitzer wird. Die beiden Sitze lassen sich im Boden versenken, wenn man sie nicht benötigt.

Gemischtes Sitzkonzept
Damit besitzt der Touran ein gemischtes Sitzkonzept. Beim Opel Zafira, wo stets sieben Sitze verfügbar sind, lassen sich alle Möbel im Boden versenken. Der Kofferraum des Fünfsitzers von VW fasst wie bisher 695 bis 1.989 Liter. Zum Vergleich: Der Zafira fasst in fünfsitziger Konfiguration 645 Liter, mit flach gemachten Sitzen 1.820 Liter. In den Touran passt also etwas mehr, dafür sind die Klappsitze des Zafira praktischer.

Umfassende Basisausstattung
Den neuen Touran gibt es ab 21.750 Euro. Dafür erhält man den 1.2 TSI mit 105 PS in der Basisausstattung. Bei den Namen der einzelnen Versionen muss man umlernen: Statt Conceptline, Trendline und Highline heißen die Stufen nun Trendline, Comfortline und Highline. Darüber hinaus wird es vom Touran wieder ein Cross-Modell geben. Schon die Grundausstattung ist umfangreich. Hierzu gehören ein ESP mit Gespannstabilisierung, Frontairbags und kombinierte Seiten- und Kopfairbags sowie das neue Tagfahrlicht. Elektrische Fensterheber rundum, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage und ein MP3-fähiges CD-Radio sorgen für Komfort. Der getestete 1.6 TDI BlueMotion Technology mit 105 PS ist ab 24.950 Euro zu haben. Zum Vergleich: Den Opel Zafira 1.7 CDTI mit 110 PS gibt es ab 22.855 Euro, den Renault Scénic 1.5 dCi mit 106 PS ab 21.200 Euro.

Neue Technik-Extras
Als neues Technik-Extra wird im Touran neben dem erwähnten DCC ein verbesserter Parkassistent angeboten, der das Auto auch im 90-Grad-Winkel zur Fahrbahn einparken kann. Zudem kann nun in kleinere Lücken eingeparkt und auch wieder herausrangiert werden. Ein weiteres Highlight ist das Dauerfernlicht (Dynamic Light Assist). Damit gibt es nun zwei Arten von Lichtsteuerung im Touran: den Light Assist und den Dynamic Light Assist. Während der in Kombination mit den Halogenscheinwerfern verfügbare Light Assist bei Gegenverkehr nur das Fernlicht aus- und das Abblendlicht anschaltet, lässt der mit dem Xenonlicht verbundene dynamische Lichtassistent das Fernlicht an und blendet nur in den Bereichen ab, wo der Gegenverkehr geblendet würde.
(sl)

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