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Dauertest: Der Volvo XC90 D5 AWD 7.508 Kilometer im Schweden

München, 28. Juli 2017
Jeder in der Redaktion wollte ihn fahren: den Volvo XC90 D5 AWD, der für drei Monate unser überaus beliebter Dauergast war. Vor allem wenn Anhänger im Spiel waren, die anstehenden Reisen etwas weiter gingen oder Begleiter für abenteuerliche Aufgaben gesucht wurden. Stets hat man um die Gunst des großen und schönen Schweden-SUVs buhlen müssen. Was wir mit dem 235 PS starken Diesel-Topmodell samt Allradantrieb und Achtgang-Automatik erlebt haben? Drei "typische" Alltagsgeschichten würden wir Ihnen nach drei Monaten gerne zum Besten geben ...

Geschichte 1: Anhänger und Rennwagen
Ein Kollege hat einen Seat Leon Cup Racer. Richtig cooles Teil. Leider gibt es dafür keine Straßenzulassung. Von seinem Zuhause aus sind es rund 50 Kilometer bis zum Nürburgring. Da kam der XC90 ins Spiel. Der hatte nämlich eine ausfahrbare Anhängerkupplung. Knöpfchen im Kofferraum drücken: Plopp – schon fällt der Knauf aus der Heckschürze. So ging es erst auf die A1, dann die A48 hoch und schließlich noch ein paar Kilometer Landstraße entlang. Der Volvo lief, glitt, schwebte durch die Eifel. Komfortabel ist er, keine Frage. Am Ring musste jetzt nur noch das Einfahrtticket gescannt werden. Warum uns der Ordner nachlief? "Sie müssen noch 50 Euro für den Hänger hinterlegen." Hänger? Glatt vergessen. Der XC90 ist also auch mit einem Anhänger samt Rennauto drauf nicht aus der Ruhe zu kriegen. Sein Fehler. Und wirklich so passiert.

Geschichte 2: Stau, leere Autobahnen, enge Gassen
Dann gab es viele Freitage. Mit Feierabendverkehr. Rund um Münchens Autobahnen hieß es also oft: Schlange stehen. Mag niemand. Außer vielleicht im XC90. Er will es einem nämlich so angenehm wie möglich machen. Wir aktivierten "Pilot Assist II" und schon beschleunigte, bremste und lenkte das große SUV wie von Geisterhand. Als der Stau dann vorbei war, lagen aber meist noch 300 Kilometer vor uns. Vollgas. Mit einer kurzen Verzögerung erwachte der Diesel aus seinem Stop-and-Go-Schlaf. Es war "nur" ein Vierzylinder mit Turbobeatmung, der den Koloss aus Göteborg antrieb, aber das war in den meisten Fahrsituationen völlig egal. Die Zweiliter-Maschine mit 480 Newtonmeter Drehmoment erledigte ihre Arbeit nämlich echt gut und selbst bis zu einem Tempo von 200 km/h kamen wir uns nie beschnitten vor. Nur an einem Abend erreichten wir unser Ziel verspätet. Warum? Weil uns das Navi mit den Alternativrouten-Angeboten und den möglichen Zeitersparnissen direkt von der Autobahn auf winzige Landstraßen lockte. Und enge Ortsdurchfahrten mit parkenden Autos plus Gegenverkehr liegen dem XC90 nicht wirklich.

Geschichte 3: Wilder Ferrari gegen soliden Allrad
Irgendwann fragten wir uns außerdem: Kann so ein 2,2-Tonnen-XC90 auch ein Dynamiker sein? Ein bisschen bestimmt. Aber im Vergleich mit einem Ferrari 488 Spider sieht der weiße Riese sicher alt aus, oder? Dieser Frage sind wir nachgegangen. Denn bei einer spätherbstlichen Fotoproduktion wurde der Volvo zu unserem beruhigenden Gegenpol zu diesem fuchsteufelswilden Italiener. Und dabei war der XC90 gar nicht Mal so träge und unterlegen, wie man das vielleicht vermuten könnte. Die Passstraßen waren nämlich nicht mit Trockenheit gesegnet und in diesem Fall ist ein Auto mit variablem Allradantrieb und einem gemächlichen, aber kraftvollen Motor genauso schnell unterwegs wie ein gelbes 670-PS-Rennpferd mit Hinterradantrieb. Und für Wendemanöver abseits der befestigten Straßen waren 24 Zentimeter Bodenfreiheit ebenfalls deutlich angenehmer als Carbon-Verspoilerung und ein riesiger Diffusor.

Und was bleibt hängen?
Insgesamt 7.508 Kilometer waren wir mit dem XC90 unterwegs. 662,93 Liter Diesel hat sich der Volvo auf dieser Strecke gegönnt und das Portemonnaie dadurch um 715,34 Euro für Sprit erleichtert. Macht einen Durchschnittsverbrauch von 8,8 Liter je 100 Kilometer. Auf dem Gesamtkilometerzähler waren zu diesem Zeitpunkt dann knapp 15.000 Kilometer Laufleistung. Dass bei einem Auto, das mit all der Sonderausstattung auf einen Kaufpreis von 90.200 Euro kommt, noch nichts klappert, wackelt oder irgendwelche Abnutzungen sichtbar wurden, war irgendwie abzusehen. Und Pannen oder Werkstattaufenthalte hatten wir ebenfalls nicht.
(ml)

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