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Das kleine E-Auto und der große Plug-in-Hybrid Kurztest: Volkswagen e-Up und Audi A3 Sportback e-tron

Wolfsburg, 30. Dezember 2013
Der Volkswagen-Konzern hat das Elektrozeitalter eingeläutet. Anfang 2013 wurde der "Technologie-Leuchtturm" XL1 vorgestellt, jetzt der elektrisch angetriebene VW e-Up, das Hybridauto Audi A3 Sport­back e-tron und der e-Golf. Der Hybrid von Porsche, der Panamera S E-Hybrid, ist schon auf dem Markt, genauso wie der Jetta Hybrid. Die anderen Neuheiten kommen im Jahr 2014 auf den Markt, der e-Up ist bereits bestellbar. Außerdem folgt noch der Golf mit Hybridantrieb (der technisch dem hier vorgestellten Audi A3 entsprechen wird). Da heißt es für Konkurrenten wie Toyota: Warm anziehen! Hatte das japanische Unternehmen den Markt der Hybridautos seit Jahren weitgehend alleine beackert, so tritt der Volkswagen-Konzern mit seinen großen Marken jetzt an, den zeitlichen Vorsprung aufzuholen. Und dass die Wolfsburger es immer wieder schaffen, als Letzter zu kommen und dann Marktführer zu werden, haben sie nicht nur bei den Kompaktvans mit dem Touran oder bei den kompakten SUVs mit dem Tiguan gezeigt.

e-Up für die Ballungszentren
Da Elektroautos immer noch den Nachteil der kurzen Reichweite haben, bringt VW als ersten Wagen mit Elektroherz den kleinen Up für den Stadtverkehr auf den Markt. Anders als BMW mit dem i3, hat man hier kein Auto von Grund auf neu entworfen und es wurde auch keine eigene Fabrik dafür auf die grüne Wiese gestellt. So ist Volkswagen damit nicht zum Erfolg verdammt: Da der e-Up mit seinen konventionell angetriebenen Brüdern auf einer Fertigungsstraße gebaut wird, kann sein Produktionsanteil je nach Nachfrage beliebig variiert werden. Die Elektrokomponenten hat VW übrigens selbst entwickelt und lässt sich nicht von Zulieferern bedienen. Die E-Motoren und Batteriesysteme werden in den VW-Werken in Kassel und Braunschweig gefertigt. Lediglich die einzelnen Batteriezellen werden zugeliefert.

75 Kilowatt Leistung
Die Batterie im Boden des e-Up gibt eine Leistung von 75 Kilowatt ab. Mit einer Batterieladung kann man im Idealfall 165 Kilometer weit fahren. Das Aufladen der Batterie dauert an der Steckdose neun Stunden, an einer 3,6-kW-Wallbox sechs Stunden. Wie die meisten Elektroautos ist auch der e-Up ausgesprochen spurtstark: Je nach gewähltem Programm liegt das Anfahrdrehmoment bei bis zu 210 Newtonmeter – eine ganze Menge für ein Auto, das gerade mal 1.139 Kilo wiegt. In sieben Sekunden spurtet der Up von null auf Tempo 60 und kann in der Stadt gut mit den Großen mithalten. Auch auf Landstraßen macht er eine gute Figur. Auf der Autobahn kann er mit 130 km/h gerade noch mitschwimmen.

Unterschiedlich starkes Bremsen
Das Besondere am e-Up ist, wie er bremst. Geht man vom Gaspedal, so ist die Bremswirkung durch das Rekuperieren, also durch die Stromerzeugung, mal stark und mal schwach – je nachdem, welches Fahrprogramm gewählt ist. Bei der maximalen Verzögerung braucht man in der Stadt kaum noch das Bremspedal, um zu verzögern (höchst angenehm, hat man sich erst einmal daran gewöhnt). Und auf der Autobahn kann man selbst entscheiden, ob man – je nach Verkehrsfluss – abbremsen oder dahinsegeln will, wenn man vom Gas geht. Das Ganze wird über den Schalthebel eingestellt, indem man ihn nach links oder rechts drückt. So kann man ähnlich wie beim manuellen Runterschalten eines Automatikgetriebes das Fahrzeug verlangsamen, ohne die Bremse zu betätigen. Toll gemacht!

Sportlich: Audi A3 Sportback e-tron
Für die Langstrecke setzt der VW-Konzern künftig neben dem Dieselmotor und Gas auf die Hybridtechnik. Ich konnte bereits den Audi A3 Sportback e-tron fahren, der 2014 auf den Markt kommt. Der bietet eine Systemleistung von 204 PS. Elektrisch kommt er bis zu 50 Kilometer weit und mit dem speziell überarbeiteten 1.4 TFSI kommen 890 Kilometer hinzu. Wie der e-Up kann der Audi elektrisch bis zu 130 km/h schnell fahren – mehr wäre möglich, aber nicht effizient. Mit dem Benziner macht der Audi aber immerhin 222 km/h Spitze. Und auch die Beschleunigung von null auf 100 km/h ist mit 7,6 Sekunden fast schon sportlich zu nennen. Rein elektrisch geht es zunächst in 4,9 Sekunden von null auf 60 km/h. Beim starken Beschleunigen wird über eine spezielle Trennkupplung zum E-Motor der TFSI angeworfen. Im "Boost"-Modus sorgen dann insgesamt 350 Newtonmeter für zügiges Fortkommen.

Strom aufheben für die Stadtfahrt
Wie sich der Wagen beim Gaswegnehmen verhält, ist beim Audi – anders als beim e-Up – fest vorgegeben: So wird beim Gaswegnehmen in schneller Fahrt immer gesegelt. Bei mittlerem und niedrigem Tempo wird durch die Schubrekuperation stärker gebremst und erst beim Tritt aufs Bremspedal wird die volle Bremsrekuperation aktiv. Eine Programmwahl kann hier zwischen Bevorzugung des elektrischen Antriebs, sportlicher Fahrweise und dem Modus "hybrid hold" erfolgen, bei dem der Batteriestrom zum Beispiel für Stadtfahrten aufgehoben wird. Diese Vorgehensweise kennen wir schon vom Volvo V60 Plug-in-Hybrid. Wie beim Porsche Panamera lässt sich der Batteriestatus des Audi per Smartphone-App abfragen. Mit der App kann man aber auch die Klimatisierung oder Heizung steuern. Last, but not least: Das Fahren im e-tron macht Spaß: Elektrisch geht es druckvoll und leise los, das Zuschalten des Ottomotors erfolgt nahezu unmerklich. Und auch ohne Hybridhilfe ist der Audi A3 Sportback ja schon ein ziemlich sportliches Auto.
(ph)

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